Für die Jubiläumsaufführung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Domstufen-Festspiele hat das Theater Erfurt die Oper „Carmen“ von Georges Bizet ausgewählt. Als diese Entscheidung fiel, konnte niemand ahnen, dass uns dafür ein spanischer Sommer beschert werden würde.
Schon im Vorfeld, als Autoschrott auf den Domstufen für das Bühnenbild aufgehäuft wurde, gab es heftige Diskussionen. Dabei war die Idee gar nicht so abwegig, die Zigeuner sind das fahrende Volk. Früher waren es Pferde, heute sind eben Autos das Transportmittel.
Aber natürlich reichte diese Assoziation nicht. Der Schrottplatz sollte laut Programmheft vor allem symbolisieren, dass Zigeuner bis heute am Rand der Gesellschaft leben. Richtig. Fraglich, ob daran allein die Gesellschaft schuld ist, wie uns politisch-korrekt versichert wird, oder ob diese Existenz nicht doch frei gewählt ist, auch wenn wir uns das nicht vorstellen können.