Die Premiere der zweiten Produktion der Schlossfestspiele Sondershausen „Songs for a New World“ fand am Tag des offenbar ersehnten Hitzerekords statt. Das allein ist schon ein Lob wert, denn deutschlandweit wurden bereits Veranstaltungen abgesagt. Ich konnte aus familiären Gründen nicht dabei sein und wich auf die zweite Aufführung aus.
Während am Freitag die Temperaturen bis zum Mittag noch sommerlich angenehm waren und die Hitze sich erst am Nachmittag und Abend aufbaute, sah das am Sonnabend anders aus. Die psychologisch wichtige 30-°C-Grenze wurde bereits am Vormittag überschritten. Auf allen Kanälen wurde Panik verbreitet. Meine Wetter-App warnte vor Gefahr für Leben und Besitz. Ich fragte mich, ob die Vorstellung abgesetzt werden würde. Aber das kleine gallische Dorf Sondershausen hielt stand. Intendant Daniel Klajner und die anderen dafür Verantwortlichen verdienen einen Tapferkeitsorden.
Als ich im Lustgarten ankam, war schon eine große Menge fröhlicher Zuschauer versammelt. Die längste Schlange hatte sich am Eiswagen gebildet, aber auch der Stand mit den Getränken war dicht umlagert. Viele wedelten sich mit weißen Fächern Kühlung zu – die musste jemand verteilt haben. Mein Programmheft leistete aber auch gute Dienste. Die alten Linden taten ihr Bestes, die warme Luft zu aromatisieren.
Die Vorstellung begann eine knappe halbe Stunde später. Ich vermutete, dass die 30-°C-Marke erst unterschritten werden sollte. Das war um 20.30 Uhr aber immer noch nicht der Fall. „Kunst schlägt Klima“ weiterlesen