Der Energiegipfel – Ausweg aus dem Klimakampf

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Der Physiker und Kernkraftbefürworter André Thess hat ein kluges Buch geschrieben. Ausgehend von dem Satz des Hamburger Universitätspräsidenten Dieter Lenzen auf einer Online-Diskussionsveranstaltung vom Oktober 2021: „Die Energiewende hat das Potenzial zum Bürgerkrieg“, untersucht Thess eine Möglichkeit, diesen Krieg, der aufgrund der anscheinend unerschöpflichen Geduld und Leidensfähigkeit der Deutschen noch nicht ausgebrochen ist, zu verhindern. Selbst das Bekenntnis des Finanzministers Klingbeil, er brauche keine Kennzahlen, um zu wissen, dass es richtig sei, auf erneuerbare Energien zu setzen, löste keine sichtbare Reaktion bei der betroffenen Bevölkerung aus, die anders als der Minister die verheerenden Folgen der gescheiterten „Energiewende“ schmerzhaft in ihrem Geldbeutel zu spüren bekommt. Auch nicht von der Wirtschaft, die dabei ist, abgeschafft zu werden. Klingbeil hat mit seinem Satz die „Energiewende“ als ideologisches Projekt entlarvt, das ungeachtet seiner Negativbilanz bis zum bitteren Ende fortgesetzt werden wird.

Der Dreißigjährige Krieg war der für Deutschland verheerendste. Er kostete einem Drittel der Bevölkerung das Leben. Die meisten Menschen starben nicht durch Waffengewalt, sondern an den indirekten Kriegsfolgen wie Hunger und Seuchen. „Der Energiegipfel – Ausweg aus dem Klimakampf“ weiterlesen

Der Rassismus Jesu – und seine Überwindung

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Von Ulrich Pohl

Es ist meine Lieblingsgeschichte in den Evangelien. Warum? Weil Jesus hier etwas lernt. Die Gottesgelehrten damals staunten: Noch dazu von einer Frau!

Sie war Phönizierin und stammte aus Tyros, einer reichen Hafenstadt am Mittelmeer. Sie kam zu Jesus und hatte eine Bitte: Meine Tochter ist krank. Du kannst sie gesund machen. Jesus wendet ihr den Rücken zu: Ich bin zu den verlorenen Kindern des Volkes Israel gesandt. Nicht zu Griechen, nicht zu Römern, auch nicht zu euch!

Recht so! Jahrhundertelang hatten die reichen Händler von der Küste die israelitischen Bauern im Bergland ausgebeutet. Am Meer wohnten die mit der hellen Haut, immer gut gepflegt, geseift, gepudert. Oben in den Hügeln Galiläas wohnten die mit der dunklen Haut, auf der sich Sonne, Staub und Schweiss mischten.

Man rümpfte die Nasen. Die einen über den Schmutz und die Unbildung der Armen. Die anderen über den Unglauben der Reichen: Gott ist unbestechlich! Wir sind das auserwählte Volk. Ihr seid nur Menschen zweiter Klasse. Reich zwar. Aber Abschaum. „Der Rassismus Jesu – und seine Überwindung“ weiterlesen

Eine Wunderkammer im Schloss Sondershausen

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Für alle, die Sinn für Schönheit haben und hohe Handwerkskunst zu schätzen wissen, hat das Schlossmuseum Sondershausen am 17. Mai 2026 eine atemberaubende Sonderausstelluung eröffnet: „Natürlich Barock! Olaf Frenzels Hellgrünes Gewölbe“.

Wollten Sie schon immer mal das Winterei sehen, mit dem der Hofjuwelier des Zaren Peter Carl Fabergé weltberühmt wurde

, oder den Pokal, der dem Zaren anlässlich der Eröffnung der Transsibirischen Eisenbahn überrecht wurde?

Auf ihm ist die gesamte Strecke eingeritzt und ein kleiner Zug steht davor. Im Original konnte der Zar den Zug aufziehen und der fuhr dann um den Pokal herum. Nur auf Letzteres hat der heutige Meister verzichtet.

Seine Kunst braucht keine Vergleiche zu scheuen, wie Stücke aus der Sammlung des Museums beweisen, die Frenzels Werken beigegeben wurden. „Eine Wunderkammer im Schloss Sondershausen“ weiterlesen

Der Wal hat seine Schuldigkeit getan, der Wal kann gehen.

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Von Ralph Schmid

Neun Wochen lang hielt uns die Rettung des Buckelwals Timmy in Atem. Jede Bewegung, jedes Fischernetz und jede Sandbank wurden zum medialen Großereignis stilisiert. Während der Blick der Nation gebannt auf die Ostsee gerichtet war, blieb es in Berlin verdächtig ruhig.

Doch die Ruhe war eine Täuschung. Im Schatten der medialen Dauerbeschallung hat der Bundestag im Schnelldurchlauf Gesetze verabschiedet, die unser Leben über Jahrzehnte prägen werden, aber von der emotionalisierten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt blieben.

Beispiel eins: Die Reform der privaten Altersvorsorge, verabschiedet am 26. März. Hinter dem Narrativ von Renditechancen und dem Ende des gescheiterten Riester-Modells verbirgt sich ein historischer Rückzug des Staates. Das bewährte Modell der Rentengarantie wurde faktisch beerdigt. Was bedeutet das? „Der Wal hat seine Schuldigkeit getan, der Wal kann gehen.“ weiterlesen

Droht dem Genter Altar der nächste Ikonoklasmus?

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Von Sven Lingreen

Um es gleich an den Anfang zu stellen: Besuchen Sie den Genter Altar und lassen Sie sich von der genialen Kunstfertigkeit der van Eycks, der tiefgründigen Symbolik und einer restaurierten, atemberaubenden Gesamterscheinung überwältigen – solange es noch geht.

Warum so dramatisch? Weil es den Genter Altar zum einen nur noch gibt, weil über die Jahrhunderte nur Zufälle, mutige Einzelentscheidungen und schicksalhaftes Glück für seine bis heute währende Existenz gesorgt haben. Zum anderen ändert sich Europa in einer dramatischen Weise, die den Fortbestand insbesondere der christlichen Kunstwerke beginnt, infrage zu stellen. Islamische Ikonoklasmen wie zerstörte Kirchen und gesprengte Buddha-Statuen in aller Welt sind leider längst Realität. „Droht dem Genter Altar der nächste Ikonoklasmus?“ weiterlesen

Die Gesichter der Frauen Europas (2)

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In Gent hatte ich eine Ausstellung gesehen der Werke von Frauen der Barockzeit, die weder Opfer waren noch Quoten brauchten, um sehr erfolgreiche Künstlerinnen und Unternehmerinnen zu sein.

Brüssel, das sich heute als Herz Europas präsentiert, demonstriert dagegen, dass dieses Herz schwer krank ist. Wir kamen an einem wunderschönen, sonnigen Tag an, und unsere Schritte führten uns zum nahe dem Zentralbahnhof gelegenen Kunstberg. Zufällig passierten wir zur vollen Stunde das Glockenspiel, das die Europahymne spielt. „Freude, schöner Götterfunken“. Mir kamen fast die Tränen, weil mir bei den Klängen Beethovens und den dazu gedachten Worten Schillers in den Sinn kam, wie dieses großartige Projekt des Europas der Vaterländer in Grund und Boden ruiniert wurde. Heute haben wir es mit einem krakenhaften Bürokratiemonster EU zu tun, das Europa unaufhaltsam den Atem abdrückt. Jetzt droht es sogar mit Krieg.

Welcher Geist in Brüssel herrscht, konnte man gut in einer Ausstellung auf dem Kunstberg studieren. „Die verschiedenen Gesichter der Frauen“. Vorgestellt wurden Frauen aus Osteuropa, vor allem der Ukraine, Moldawien, Armenien und Georgien. Ich bin sicher, dass es in all diesen Ländern bewundernswerte Frauen gibt, die sich aus eigener Kraft einen Namen gemacht haben: Ingenieurinnen, Professorinnen, Künstlerinnen, Pilotinnen usw. „Die Gesichter der Frauen Europas (2)“ weiterlesen

„Wir haben einen Generationenkonflikt. Dieser war schon immer da“

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Von Lothar W. Pawliczak

Simon Mariam Hoffmanns Aufstand der Jugend ist eigentlich einer Beachtung nicht wert

Ein Buch zum gleichnamigen Film () oder der Film zum Buch. Filme und Bücher sind unterschiedliche Genres. Jedes muß für sich stehen und daher sei hier nur vom Buch die Rede.

Hoffmann lädt ein, „an der Perspektive eines jungen Menschen teilzunehmen“ (S. 9), nämlich seine eigene. Und er lobt sich gleich: „Das Aufstand der Jugend -Buch begründet die Philosophie der Jugend und leistet einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Menschen.“ (ebd.) Jugendlichem Überschwang mag man das durchgehen lassen, aber mit inzwischen 30 Jahren sollte die Eigenbewertung wohl etwas nüchterner sein. Mit 28 Jahren habe er beschlossen, die Welt zu verändern. Ups, hatten wir nicht mal einen, der bekannte, beschlossen zu haben, Politiker zu werden? Mindestens hier hätte ein Lektor zweimal zum Rotstift raten müssen. Dann S. 29: „Dies ist kein Aufschrei. Dies ist ein Aufbrüllen! Es ist ein Aufstand der seinesgleichen sucht.“ Geht es nicht eine Nummer kleiner? „„Wir haben einen Generationenkonflikt. Dieser war schon immer da““ weiterlesen

Die Gesichter der Frauen Europas

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Gent ist immer noch eine wunderbare Stadt. Im Mittelalter war sie zeitweise die zweitgrößte Stadt unseres Kontinents, bedeutend geworden durch Handel, stark gemacht durch den Glauben. Ein fester Glaube erzeugt selbstbewusste Bürger. In Gent zeugen davon drei Türme, die auf wenige hundert Metern in einer Reihe stehen: zwei Kirchtürme, ein Bürgerturm.

Ihr Anblick allein wirft unwillkürlich die Frage auf, wie es passieren konnte, dass Europas Größe und Schönheit vor aller Augen zerstört werden konnte und kann. Der Prozess begann spätestens vor dem Ersten Weltkrieg, den die europäischen Intellektuellen als „reinigendes Gewitter“ regelrecht herbeisehnten. Die treibende Ideologie war damals die Eugenik, die das Wunder des menschlichen Lebens in „lebenswert“ und nicht „lebenswert“ unterteilte und in der Praxis begann, den angeblich nicht lebenswerten Teil zu vernichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die grauenhaften Folgen dieser Ideologie offensichtlich wurden, hielt die Welt einen Augenblick den Atem an. Dann änderten die Eugeniker kurzerhand ihre Biografien und machten als Antifaschisten weiter. Inzwischen predigen die Antifaschisten und andere Weltenretter das notwendige Aussterben der Menschheit als Lösung der Weltprobleme, allen voran der „Klimaschutz“. Parallel dazu wird Europa immer hässlicher. Der Kontinent, der aller Welt unermessliche Innovationen und atemberaubende Schönheit geschenkt hat, versinkt in Selbsthass und Selbstzerstörung.

In Belgien erlebte ich unerwartet, wie sich dieser traurige Wandel auch in Ausstellungen spiegelt. „Die Gesichter der Frauen Europas“ weiterlesen

Mehr Bebel wagen

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Nachdem wir tagtäglich Lars Klingbeil, Bärbel das und Saskia Esken ertragen müssen, wie sie die älteste Partei Deutschlands in Grund und Boden ruinieren tut es gut, daran zu erinnern, was Sozialdemokraten früher auszeichnete.

Von Tilmann Wiesner

Den Arbeiterparteien gehen die Arbeiter aus. Sie entfernen sich immer weiter von ihrem geschichtlichen Ursprung und verlieren als Klassenparteien gewissermaßen mit ihrer Klasse auch ihren Klassenstandpunkt. Zum einen, weil sie sich inhaltlich zu Tode gesiegt haben und ein sozialdemokratisches Zeitalter heraufbeschworen haben, in dem alle Wähler sozialdemokratisch wählen und alle Parteien sozialdemokratische Themen adressieren. Zum anderen, weil die Linke durch ihre Welterlösungssehnsüchte tendenziell außerhalb von Raum und Zeit denkt: u-topisch und a-historisch.

Demgegenüber wussten die Arbeiterparteien des 19. und 20. Jahrhunderts, dass die Bewusstseinsbildung der Parteiarbeit vorausgeht und nahmen neue Mitglieder erst nach einem Parteilehrgang oder einem Parteilehrjahr auf. Da Kenntnisse im 21. Jahrhundert zunehmend Lotterielosen gleichen, soll hier ein kurzes Privatissimum gegeben werden, das durch die Auditüre der dreibändigen Erinnerungen August Bebels “Aus meinem Leben” (öffentlich zugänglich unter http://www.zeno.org/ oder https://projekt-gutenberg.org/) inspiriert wurde. In zehn Punkten können angehende Genossen von dem Leipziger Drechslermeister entscheidende Lektionen lernen. Getreu dem Motto: Mehr Bebel wagen. „Mehr Bebel wagen“ weiterlesen

Deutschlands neue Kreuzfahrer 4

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Nach einem weiteren Seetag, diesmal durch die Wasserwüste des Mittelmeeres, erreichen wir den Hafen von Málaga. Außer, dass es der Geburtsort von Pablo Picasso ist, kann man Málaga für seine wunderschöne botanische Anlage zwischen den beiden Uferstraßen rühmen.
Ich tauche in die historische Altstadt auf der Höhe des Römischen Theaters ein, das von Touristen belagert wurde. Nach meinem Erlebnis in der halb freigelegten Arena in Cadiz, die unter den Schichten der nachfolgenden Jahrhunderte verschwindet, hatte ich eh keine Lust auf ein weiteres römisches Bauwerk.

Picassos Geburtshaus steht am Rande eines großen Platzes, wird weniger beachtet und bietet eine relativ unambitionierte Ausstellung über seine Familie. Die wahre Picasso-Schau befindet sich im gleichnamigen Museum in den Gassen der Altstadt, in denen sich die Touri-Menge in einer Dichte wälzt, dass ein Durchkommen sehr schwierig ist. „Deutschlands neue Kreuzfahrer 4“ weiterlesen