Gent ist immer noch eine wunderbare Stadt. Im Mittelalter war sie zeitweise die zweitgrößte Stadt unseres Kontinents, bedeutend geworden durch Handel, stark gemacht durch den Glauben. Ein fester Glaube erzeugt selbstbewusste Bürger. In Gent zeugen davon drei Türme, die auf wenige hundert Metern in einer Reihe stehen: zwei Kirchtürme, ein Bürgerturm.

Ihr Anblick allein wirft unwillkürlich die Frage auf, wie es passieren konnte, dass Europas Größe und Schönheit vor aller Augen zerstört werden konnte und kann. Der Prozess begann spätestens vor dem Ersten Weltkrieg, den die europäischen Intellektuellen als „reinigendes Gewitter“ regelrecht herbeisehnten. Die treibende Ideologie war damals die Eugenik, die das Wunder des menschlichen Lebens in „lebenswert“ und nicht „lebenswert“ unterteilte und in der Praxis begann, den angeblich nicht lebenswerten Teil zu vernichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die grauenhaften Folgen dieser Ideologie offensichtlich wurden, hielt die Welt einen Augenblick den Atem an. Dann änderten die Eugeniker kurzerhand ihre Biografien und machten als Antifaschisten weiter. Inzwischen predigen die Antifaschisten und andere Weltenretter das notwendige Aussterben der Menschheit als Lösung der Weltprobleme, allen voran der „Klimaschutz“. Parallel dazu wird Europa immer hässlicher. Der Kontinent, der aller Welt unermessliche Innovationen und atemberaubende Schönheit geschenkt hat, versinkt in Selbsthass und Selbstzerstörung.
In Belgien erlebte ich unerwartet, wie sich dieser traurige Wandel auch in Ausstellungen spiegelt. „Die Gesichter der Frauen Europas“ weiterlesen