Dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer, der den Zusammenbruch des SED-Staates einleitete, scheint es auf allen Ebenen Bemühungen zu geben, aus der DDR wieder so etwas wie den besseren deutschen Staat zu machen. Bekanntlich hielten große Teile der westlichen Linken die DDR dafür, schon weil sie den SED-Staat nicht aushalten mussten, sondern ihn nach Stippvisiten spätestens um 24 Uhr erleichtert wieder verlassen konnten. „Geschichtsklitterung bei den Berliner Festspielen“ weiterlesen
Zum Menschenwürdesatz des Grundgesetzes
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinVon Gastautor Karl Albrecht Schachtschneider
Die Praxis, vorgegeben vom Bundesverfassungsgericht, und die dieser wie üblich folgende meist gedankenlose Literatur, sieht in dem Menschenwürdesatz des Art. 1 Abs. 1 GG:
„Die Menschenwürde ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“, Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“,
ein Grundrecht, das nicht nur wegen Art. 79 Abs. 3 GG vom Gesetzgeber, auch nicht vom verfassungsändernden Gesetzgeber, sondern nicht einmal durch eine neue Verfassung Deutschlands aufgehoben oder materiell geändert werden dürfe; denn der Menschenwürdesatz steht überhaupt nicht zur Disposition der Politik. Er hat höchsten Verfassungsrang und bestimmt wesentlich die freiheitliche demokratische Grundordnung (zuletzt BVerfG NJW 2017, 611, NPD-Urteil, Rn. 538).
Jedem Menschen wird, wenn er sich in Deutschland befindet, durch die Verfassung, für die Politik unabänderlich, das subjektive Recht eingeräumt, in einer Weise behandelt zu werden, die seine Menschenwürde nicht verletzt. Das hat zu einer verbindlichen Materialisierung des Menschenwürdesatzes als einem Rechtssatz geführt, die die verschiedensten Rechte der Menschen begründen, die sonst nirgends geschrieben sind. Diese Materialisierungen haben als Auslegungen des Menschenwürdesatzes dessen Verfassungsrang. Mit dieser Menschenwürdedoktrin hat das Bundesverfassungsgericht sich mehr und mehr zum Verfassungsgeber aufgeschwungen, ohne dass jemand sonst auch nur gefragt wurde oder gar dem Volk Gelegenheit gegeben wurde, über die aus dem Menschenwürdesatz hergeleiteten materialen Rechtsätze und Rechte zu befinden. Das sind Diktate des Gerichts, zu denen es in keiner Weise befugt, geschweige denn befähigt ist.
Thema Afghanistan –
Der Kampf der Frauen in Scheberghan
Veröffentlicht am Kategorien Allgemein
von Helena Edlund
Das Zentrum für Frauen in Scheberghan sah auf den ersten Blick aus wie jedes andere Haus der Stadt: eine hohe Mauer aus Lehm rund um das Grundstück und ein großes, massives Eisentor hin zur Straße. Auf der Krone der Mauer hatte man sorgfältig NATO-Stacheldraht befestigt, in dem sich Plastiktüten und anderer Müll verfangen hatten und nun wie kleine pastellfarbene Fahnen im warmen Wind knatterten. Das Einzige, was verriet, dass es nicht ein Haus wie alle anderen war, war der bewaffnete Mann an dem Tor. Wir erfuhren später, warum seine Anwesenheit notwendig war. Nur wenige Wochen zuvor wurde das Haus angegriffen und der damalige Wächter beschossen.
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Der Kampf der Frauen in Scheberghan“ weiterlesen
Relotius ist überall –
was darf man von Umfragen, Statistiken,
Beratern und Gutachten halten?
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von Albrecht Künstle
1. Meinungsumfragen
Die DDR scheint wiederauferstanden – als Deutsche Demoskopische Republik. Meinungsumfragen wurden Mittel der Politik; sie dienen meist dazu, Meinung zu machen, nicht diese zu ergründen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass, selbst wenn man einen gleichen Personenkreis befragt, die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen können – je nachdem, wie man die Frage stellt. Da gibt es Fragen mit vorangestellten Zweckprämissen, Kontrollfragen, um Befragungsergebnisse bei widersprüchlichen Antworten auszusortieren, Zufallserhebungen, Klumpenstichproben oder auch bewusste Suggestivfragen, um das gewünschte Ergebnis für den Auftraggeber zu erzielen. „Relotius ist überall –
was darf man von Umfragen, Statistiken,
Beratern und Gutachten halten?“ weiterlesen
Kritiker: Brandenburgs Wahlrechtsreform ist verfassungswidrig
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinZuerst erschienen auf PAZ
Brandenburgs neues „Parité-Gesetz“ gerät bereits heftig unter Beschuss. Das Gesetz will Parteien zwingen, gleich viele Frauen wie Männer zu den Wahlen aufzustellen Zunächst sollen sie getrennte Wahllisten für Männer und Frauen aufstellen. In einem zweiten Schritt soll dann entschieden werden, welches Geschlecht den obersten Listenplatz bekommt.
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Deutschland – Der größte Hedgefonds der Welt
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinDie Finanzkrise und die damit verbundene „Eurorettung“ gehen ins 12. Jahr. Sie haben uns nach Einschätzung des Finanzexperten Markus Krall eine gesamtwirtschaftliche Zeitbombe beschert, wie es sie in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben hat. „Deutschland – Der größte Hedgefonds der Welt“ weiterlesen
Was, bitteschön, ist ein Aufstuhl?
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinZur Eröffnung des „außerschulischen Lernorts“ im Gefängnis Keibelstraße
Von Julius Bärenklau
Am 14. Februar eröffnete die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres das frühere Untersuchungsgefängnis der Volkspolizei in der Keibelstraße als „außerschulischen Lernort“. Nun gut, wird man sagen, mancher Schüler muss nicht in die Keibelstraße, um einen Knast von innen kennenzulernen. Aber Spaß beiseite! Was der Betreiber dieses Lernortes, die Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien e.V., auf der dazugehörigen Homepage anbietet, mutet zwar wie ein Abenteuerspielplatz für gendergerechte Legastheniker*innen an, ist aber darüber hinaus eine geschichtswissenschaftliche Zumutung. „Was, bitteschön, ist ein Aufstuhl?“ weiterlesen
Land der Lügner?
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinVon Gastautor Olaf Lorke
Wer von meinen Lesern erinnert sich noch an das Kinderbuch „Zwiebelchen“ des italienischen Schriftstellers Gianni Rodari? Ich glaube, dazu muss man in der DDR aufgewachsen sein. Dieses Buch wurde 1972 vom Kinderbuchverlag Berlin verlegt.
Zwiebelchen, ein Held aus meiner Kindheit. Hat sich für die mit-unterdrückten Gemüse-Freunde eingesetzt und sich gegen die arroganten, abgehobenen Fürsten und Barone namens Zitrone, Tomate oder Apfelsine zur Wehr gesetzt. Dunkel erinnere ich mich an Namen wie Peter Porree oder Herr Erbse.
Thema Afghanistan –
Kind zu verkaufen
Veröffentlicht am Kategorien Allgemein
von Helena Edlund
Als ich mir in meiner Jugend den Film „Sophies Entscheidung“ (Sophie‘s Choice, 1982) anschaute, saß ich dabei sicher und gemütlich in einem der Sessel des Opal-Kinos in Kvissleby. Meryl Streep bekam für ihre Rolle als Sophie Zawistowski einen Oscar. Wenngleich die Details aus dem Film mit der Zeit in Vergessenheit gerieten, so hat sich mir eine Szene doch für den Rest meines Lebens tief ins Gedächtnis gebrannt: Die Szene, als Sophie bei ihrer Ankunft in Auschwitz gezwungen wird, sich zwischen ihren beiden Kindern zu entscheiden. Sie dürfe eines bei sich behalten, das andere würde in die Gaskammer geschickt werden. Sophie trifft ihre Wahl. Für mich damals unbegreiflich – bis ich nach Afghanistan kam.
Ein Stich ins Herz der Demokratie
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinDer Abbau von Demokratie schreitet auf allen Ebenen voran. Vielen Menschen ist das immer noch nicht bewusst. Da wir keine kritische Presse mehr haben, die ihre Aufgabe, die Regierenden zu kontrollieren, wahrnimmt geschieht der Entdemokratisierungs-Prozess oft hinter unserem Rücken. Der Versuch bei Landrats- und Bürgermeisterwahlen die Stichwahl abzuschaffen, gehört dazu.
Bitte unterstützen Sie diese Petition. Wer schweigt, stimmt zu! „Ein Stich ins Herz der Demokratie“ weiterlesen