Moria in Flammen: Von Brandstiftern, Gehilfen und Verteidigern

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Von Ramin Peymani auf Liberale Warte

Liebe Leser, nehmen wir einmal an, Sie sind mit Ihrer Wohnsituation unzufrieden. Ihre Mitbewohner nerven, die Unterkunft ist verdreckt und viel zu klein. Sie wollen eigentlich ganz woanders hin, aber das scheitert an Ihren finanziellen Möglichkeiten. Gut, Sie kommen aus einem richtig üblen Viertel, wo man besser nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr vor die Tür geht. Damals mussten Sie sich mit Ihren Geschwistern ein winziges Zimmer teilen. Strom und Wasser waren immer mal weg, weil die Leitungen marode waren und barsten. Auf der Straße regierte das Faustrecht. Und Arbeit gab es in Ihrer Gegend sowieso keine. Sie durften sich also glücklich schätzen, den Absprung geschafft zu haben, wenngleich heute kaum jemand mit Ihnen tauschen wollte.

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Sonntagslektüre: Der Schmuggel über die Zeitgrenze

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Chaim Noll ist einer der produktivsten deutschsprachigen Schriftsteller. Ihn zu lesen, ist immer ein Gewinn. Anlässlich des 30. Jahretages des Endes des sozialistischen Experiments DDR habe ich noch einmal zu seinem bereits vor fünf Jahren erschienenen Buch „Schmuggel über die Zeitgrenze“ gegriffen. Es beschreibt Nolls Leben in der DDR innerhalb der Nomenklatura und wie er aus Erfahrung zum Gegner wurde, obwohl ihm alle Türen offen standen. „Sonntagslektüre: Der Schmuggel über die Zeitgrenze“ weiterlesen

Eugen Onegin als Kammerspiel

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Die Corona-Schutzmaßnahmen haben unsere Kulturlandschaft unter immensen Druck gesetzt. War es schon zu wirtschaftlichen Boomzeiten schwierig, die zahlreichen wunderbaren Kulturstätten zu finanzieren, sieht die Perspektive in Angesicht der zu erwartenden wirtschaftlichen Pleitewelle und der damit verbundenen Steuermindereinnahmen erst recht düster aus. Bereits jetzt müssen besonders die freischaffenden Künstler erhebliche Mindereinnahmen hinnehmen, die nur unzureichend mit den Corona-Hilfen ausgeglichen werden können. Eher früher als später wird sich wieder die Frage stellen, welches Theater überleben kann. Da haben nur die kreativsten eine Chance. In dieser Situation ist Intendant Daniel Klajner für das Theater Nordhausen/ Lohorchester Sondershausen ein Glücksfall. „Eugen Onegin als Kammerspiel“ weiterlesen

Haltungsjournalismus vom Feinsten: Angebliche Mehrheit für Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria

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Von Dr. Wolfgang Hintze und Vera Lengsfeld

Nach dem heißen Abriss von Moria, wie ein Moderatorer von mdr-Kultur gestern den Brand im griechischen Flüchtlingslager in einem Interview zutreffend genannt hat, melden sich die üblichen  Verdächtigen mit Forderungen, sofort die obdachlos gewordenen Migranten aufzunehmen. Dass es ein verheerendes Signal wäre, wenn terroristische Akte die Wirtschaftsmigration nach Europa befördern würden, wird unter einem humanitären Wortschwall zugedeckt. Obwohl unsere Land noch längst nicht die 2015 ausgelöste Einwanderungswelle verkraftet hat, machen sich unsere Bessermenschen stark, weitere Einwanderungswellen zu begünstigen. Allerdings sind die Befürworter unbegrenzter Einwanderung eher nicht dafür bekannt, dass sie unbegrenzt Flüchtlinge in ihre komfortablen Häuser aufgenommen hätten.

Deutsche Städt haben sich gemeldet und um Aufnahme von Migranten gebeten. Wer sind in diesem Fall die Städte, ihre Bürgermeister und Kommunalpolitiker oder die Bewohner? „Haltungsjournalismus vom Feinsten: Angebliche Mehrheit für Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria“ weiterlesen

Die Linke radikalisiert sich

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Im Revolutionsherbst 1989 nahm die Autorität der herrschenden SED rapide ab, was sich nach dem Mauerfall noch einmal beschleunigte. Im Dezember 1989 war es so weit, dass die SED nicht mehr in der Lage war, zu regieren. Deshalb wurde der Runde Tisch eingerichtet, der die Regierung Modrow unterstützen und gleichzeitig die Weichen für eine Demokratisierung der DDR stellen sollte. Am Runden Tisch, der zum ersten Mal am 7. Dezember tagte, saßen zur Hälfte Vertreter der Alt- und der neu gegründeten Parteien. Was niemand ahnte war, dass unter den Vertretern der Neuparteien zahlreiche Inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit saßen, unter anderem Ibrahim Böhme (SPD) und Wolfgang Schnur (Demokratischer Aufbruch). Diesen IM ist es zu verdanken, dass es der SED und den Blockparteien gelang, die Neuparteien nach allen Regeln der Kunst über den Tisch zu ziehen. Vor allem sicherte es der SED das Überleben. „Die Linke radikalisiert sich“ weiterlesen

Konstruktive Opposition oder Kniefall? Wohin driftet die CDU?

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Herr Debes von der Thüringer Allgemeinen, früher „Das Volk“ geheißen, ist ein Haltungs-Journalist par excellence. Als solcher hat er es weit gebracht, denn er darf schon für die Zeitgeist-Postille „Zeit“ schreiben, eben jene, deren Edel-Federn vor etwas mehr als dreißig Jahren eine Recherche-Tour durch die bereits absterbende DDR gemacht und festgestellt haben, dass die DDR-Bürger dem Partei- und Staatschef Honecker so etwas wie stille Verehrung entgegengebracht hätten. Kurz darauf war es mit dem Arbeiter-und Bauernparadies vorbei. Als die zweite deutsche Diktatur 1989 von der historischen Bildfläche verschwand, meinten alle, die Demokratie hätte in Deutschland flächendeckend gesiegt. Die Gegner der Vereinigung sprachen von Anschluss, gemeint war damit eine feindliche Übernahme, obwohl sie mit dem Willen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung stattfand.
Woran damals niemand dachte ist, dass es sich um eine Übernahme unter umgekehrten Vorzeichen gehandelt haben, dass nach dreißig Jahren eine DDR 2.0 in buntem Gewand fröhliche Urständ feiern könnte. „Konstruktive Opposition oder Kniefall? Wohin driftet die CDU?“ weiterlesen

Von der Society-Dame zur Kriegsberichterstatterin – Die unheimliche Macht der Bilder

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In der Kunsthalle Erfurt ist noch bis zum 18. Oktober eine Fotoausstellung zu besichtigen, die jeder Thüringer, aber auch jeder Besucher Erfurts gesehen haben sollte. Ja, es lohnt sich sogar, wegen dieser Ausstellung in die schönste deutsche Landeshauptstadt zu fahren.
Gezeigt werden 100 Fotografien von Lee Miller (1907-1977), die im Zweiten Weltkrieg von der Vogue als Kriegsberichterstatterin an die Front geschickt wurde und die amerikanische Armee von der Bretagne bis nach Deutschland begleitet hat. Anders als eine heutige Modefotografin, die das ertrunkene Flüchtlingskind Alan Kurdi erst fotogen am Strand inszenierte, bevor sie es ablichtete, manipulierte Miller nichts. Sie hielt ihre Kamera drauf und drückte ab, Heraus kamen Bilder, denen man sich schwer entziehen kann und die den ganzen Wahnsinn des Krieges dokumentieren, gleichzeitig aber von einer faszinierenden Ästhetik sind. „Von der Society-Dame zur Kriegsberichterstatterin – Die unheimliche Macht der Bilder“ weiterlesen

Gegen die Angst- Für die freie Debatte

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Von Gastaurorin Annette Heinisch

„Wir erleben gerade einen Sieg der Gesinnung über rationale Urteilsfähigkeit…. Was an Universitäten und Bildungsanstalten begann, ist in Kunst und Kultur, bei Kabarettisten und Leitartiklern angekommen.
Inzwischen sind die demokratischen Prozesse selbst bedroht. Der freie Zugang zum öffentlichen Debattenraum ist die Wesensgrundlage eines jeden künstlerischen, wissenschaftlichen oder journalistischen Schaffens sowie die Basis für die Urteilskraft eines jeden Bürgers. Ohne freie Debatten und freie Rede gibt es keine funktionierende Demokratie…
Die gezielte Verunglimpfung von Intellektuellen, Künstlern, Autoren und jedem, der von der aktuell herrschenden öffentlichen Meinung abweicht, ist eine inakzeptable Anmaßung. Freie Rede und Informationsgewinnung sowie freie wissenschaftliche oder künstlerische Betätigung sind Rechte und nicht Privilegien, die von dominierenden Gesinnungsgemeinschaften an Gesinnungsgleiche verliehen und missliebigen Personen entzogen werden können.“ „Gegen die Angst- Für die freie Debatte“ weiterlesen

Sonntagslektüre: Die Villa

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Hans-Joachim Schädlich wird von den Kritikern als einer der „ganz Großen der zeitgenössischen Literatur“ gewürdigt. Das liegt an seiner besondern Sprache, mit der er in knappen Worten lebhafte Bilder in der Phantasie seiner Leser entstehen lässt. So gelingt es ihm zu beschreiben, was als unsagbar gilt. Wer wissen will, was das 20. Jahrhundert ausmachte, sollte zu Schädlichs Prosa greifen.

In seinem neuesten Buch „Die Villa“ erzählt Schädlich die Geschichte einer Familie aus seinem heimatlichen Vogtland. Die Geschichte umfasst den Zeitraum von Anfang der 30er  bis in die frühen 50er Jahre, also die der umstürzlerischsten Zeit der Deutschen. Er entdämonisiert die Geschichte, macht aber gleichzeitig klar, wie ein Volk in den finstersten Totalitarismus seiner Geschichte hineinwachsen konnte.

Elisabeth, die weibliche Hauptfigur, wollte eigentlich gar nicht heiraten, sondern als erwerbstätige Frau ein unabhängiges Leben führen. Aber dann traf sie Hans, den dunkelhaarigen Mann, von dem ihr Bruder sagte, der sähe aus wie ein „Jud“ und alles wurde anders. Sie gebar vier Kinder, nach drei Jungen endlich das ersehnte Mädchen und wurde Mutterkreuzträgerin statt Geschäftsfrau. Hans, der sehr bald NSDAP-Ortsgruppenleiter wurde, musste vorher wegen seines verdächtig nichtarischen Aussehens einen lückenlosen Herkunftsnachweis erbringen, um zu beweisen, dass sein Aussehen trog.

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Die unerträgliche Verklärung der Antifa

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Nur wenige Tage nach dem Politik- und Mediensturm wegen der angeblichen rechtsradikalen Besetzung der Reichstagstreppe, die in Wirklichkeit eine friedliche Besteigung derselben durch höchst unterschiedliche Menschen, darunter auch Träger der Regenbogenfahne war, hat die linksradikale Antifa in Leipzig Connewitz wieder zugeschlagen. Am Donnerstag und Freitag flogen Flaschen, Steine, Böller und Molotowcocktails auf die Polizisten. Die Angriffe waren so heftig, dass ein desorientierter Polizeiwagenfahrer auf ein anderes Einsatzfahrzeug auffuhr.

Es gab keine Verhaftungen, keine Politiker, die sich um unsere Demokratie Sorgen machten. Dabei hätte ich gern gewusst, was „58 und Antifa“-Saskia Esken zu sagen hätte.

In dieser Woche ist vom Kabinett Merkel ein Beschluss gefasst worden, härter gegen Rechtsextremismus vorzugehen. Von Linksextremismus war keine Rede. Während der Rechtsextremismus zur Hauptgefahr für unser Land aufgeblasen wird, erfreut sich der Linksextremismus trotz zahlreicher gewalttätiger Ausschreitungen nicht nur des Wohlwollens zahlreicher führender Politiker und Haltungsmedien, sondern wird auch von Staatsgeldern finanziert. Für die Finanzierung werden keine noch so absurden Vorwände gescheut. Bekannt ist, dass sich Antifa-Gruppen, die sich als Kämpfer gegen rechts gerieren, mit Preisen förmlich überschüttet werden. Neu ist, dass die Antifa zur Kunstrichtung erhoben wird.

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