Zuerst erschienen in der weltwoche
Der letzte sowjetische Botschafter in Bonn, Juli Kwizinski, äußerte einmal, dass die Russen beim Zerfall der Sowjetunion die Sezession der islamischen Staaten Mittelasiens, ja selbst der baltischen Staaten, relativ schmerzlos verkraftet haben. Aber der Verlust des Kaukasus, immerhin eine russische Seelenlandschaft, sei äußerst schmerzhaft gewesen. Michail Gorbatschow ging am 25. Februar 1991, dem 70. Jahrestag des Einmarsches der Roten Armee in das unabhängige Georgien, soweit, dem Anführer der georgischen Nationalbewegung Swiad Gamsachurdia mit dem Abfall Abchasiens und Südossetiens zu drohen, sollte die georgische Sowjetrepublik nicht den neuen Unionsvertrag zur Rettung des Sowjetimperiums unterstützen. Tatsächlich kam es zur Sezession dieser beiden Gebiete nach der Unabhängigkeitserklärung Georgiens am 9. April 1991. Die daraus resultierenden blutigen Konflikte dauern bis heute an und vergiften das Verhältnis zwischen Russland und Georgien.
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