Das Buch zum #Greta-Phänomen – Einschub II:
Klima oder die Feigheit der selbsternannten Feministin

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5/9 – Artikelserie zum Buch von Malena Ernman, der Mutter von Greta

Von Gastautor P.D.

Um Klima geht es in den ‚Szenen aus dem Herzen‘ natürlich auch ab und zu. Aber dem geneigten Leser dürfte klar sein, zu welchem Urteil ich hier komme. Sind die Beschreibungen der familiären Belastungen und neuropsychiatrischen Probleme der Töchter offen, schonungslos und meist ehrlich, so wirken die Passagen über Klima, Klimaforschung und Klimapolitik aufgesetzt und tendenziell peinlich.

Greta hat offensichtlich von Klima- und Klimaberichten sehr viel Ahnung. Für Mutter Malena gilt dies nicht – die entsprechenden Passagen wirken kopiert, nachgebetet und sind von erbarmungswürdiger Schlichtheit (das CO2-Budget ist wie ein gemeinsamer Kuchen, an dem wir essen – immer wenn wir fliegen, nehmen wir dem Rest der Welt ein Stück vom Kuchen weg). In der gleichen Szene zitiert Malena auch einen schwedischen-englischen Klimapapst, Kevin Anderson, der sagt: ‚Der Mensch ist wie Meteorit mit Bewusstsein‘ – so nennt Malena auch diese Szene 53.

Immerhin ist Malena auch in diesem Punkt relativ ehrlich: Bis vor drei, vier Jahren wusste sie nichts vom Klimawandel schreibt sie 2018. Jeder, der die jüngere Geschichte der CO2-Weltuntergangshysterie kennt weiß, dass man schon ziemlich selektiv durch die Welt gejettet sein muss, um zu ignorieren, dass die Klimakatastrophe-Geschichte schon mehrere frühere Höhepunkte hatte, erwähnt seien die Endachziger und die große Welle rund um das 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll und den Al-Gore-Film ‚An inconvenient truth‘ 2005-7. Die unbequeme Wahrheit der Malena Ernman ist, dass Klimaweltuntergang in ihrem Leben erst dann eine Rolle gespielt hat, als ihr berufliches und familiäres Leben völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Es ist auch ganz auffällig, dass sich in ihrer Welt die Klimafrage sehr stark auf das Fliegen und etwas abgeschwächt auf das Fleischessen bezieht (Es wirkt fast so, als dass Fliegerei die Wurzel allen Übels ist. Oder in Malenas Worten: ‚Das Fliegen bringt die Klimadebatte auf den Punkt.“). Und natürlich auf die berechtigte Demaskierung der herrschenden westlichen Doppelmoral – Greta und Malena sind große Kritiker der ‚Greenwashing‘-Haltung, also der symbolischen, oft total verlogenen Ersatzhandlungen (Rewe-Öko-Tüte), die der Imagepflege dienen, aber natürlich den Kern des postulierten CO2-Weltuntergangs niemals lösen könnten.

Auffällig ist die massive Heilserwartung an die Klimabewegung: Das entsprechende Kernzitat von Greta lautet: ‚Die Klimabewegung hat einen Schlüssel, der in alle Türen passt, aber niemand will von ihr Hilfe annehmen.‘ Malena erwähnt mehrmals, dass sie einen Zusammenhang zwischen Feminismus und Klimaweltrettung sieht.

CO2-Reduktion als der ultimative Angriff auf die patriarchalischen Wachstumsstrukturen? – durch die Greta-Klarheit geschult fällt dem kritischen Leser natürlich der offenkundige Widerspruch auf: In Szene 83 (‚Hinter den Kulissen‘) beschreibt Malena die Planung der Greta-Kampagne im Sommer 2018 – die Drahtzieher: Ihr Mann Svante, als strategische Berater die Klimaforscher Kevin Anderson und Isak Stoddard. Beide in Schweden an der Universität Uppsala tätig, aber beide sehr international ausgerichtet (Kevin UK, und Schweden; Isak USA und Schweden).

Zwei Punkte sind hier beachtenswert: Zum ersten beschreibt Mutter Malena, wie sie sich in dieser Männerrunde rund um ihre damals 15jährige Tochter verhält: ‚Wie immer, wenn wir uns mit Klimaexperten unterhalten, schweige ich lieber. Zum einen, weil ich so am meisten lerne, zum anderen, weil ich Angst habe, mich lächerlich zu machen, etwas Dummes zu sagen.‘ Eine bessere Beschreibung der Selbstverzwergung einer starken Frau kann man sich eigentlich nicht ausdenken – der Fach-/ Kampfterminus der Reden, die Svante, Kevin und Isak hier sicherlich schwingen ist bei den Neufeministen übrigens ‚mansplaining‘ (Männer erklären die Welt).

Ist dieser Punkt vielleicht noch lässlich, so gilt dies für den nächsten Punkt nicht mehr: Für eine 15jährige mit Asperger-Syndrom in der beschriebenen katastrophalen Familiensituation ist eine Mutter voll verantwortlich. Malena dazu: ‚Läge die Entscheidung allein bei mir, würde ich Greta den Streik vermutlich verbieten. Aber zum Glück ist bis zum August noch eine Weile hin.‘ (gemeint ist die Entscheidung, ob Greta ihre von ihr sogar nur für drei Wochen bis zur Wahl in Schweden konzipierte Kampagne wirklich umsetzen sollte).

Hat Malena als Mutter von Greta keinerlei Mitsprache, wenn es darum geht ihre minderjährige, autistische Tochter in das Rampenlicht der Weltöffentlichkeit zu schießen?

In der letzten Szene 92: ‚Zeit für den Auftritt‘, gemeint ist natürlich jetzt Gretas Auftritt, schreibt Melana mit Restzweifeln behaftet, wie das Fragezeichen dokumentiert: ‚Ist der Kampf für die Umwelt die größte feministische Bewegung aller Zeiten?‘.

Wie absurd, wie heuchlerisch und vielleicht auch wie tragisch: Die Welt heute weiß, wie die Runde älterer weißer Männer entschieden hat und welche unfassbare Wirkung diese Vater-Kampagne, die ein nicht mal 16jähriges, schwer neurotisches Mädchen instrumentalisiert, entfaltet hat. Und die sich feministisch gebende Mutter sitzt daneben und schweigt.

Greta – Serie

1/9 Die Mutter oder eine wunderbare Zeit

2/9 Tochter Greta oder eine Schule für Lehrer mit besonderen Wünschen

3/9 Tochter Beata oder die schrecklichste Mutter der Welt

4/9 Einschub I: Eurovision Song Contest 2009 oder Malenas Waterloo

5/9 Einschub II: Klima oder die Feigheit der selbsternannten Feministin

6/9 Einschub III: Asylkrise in Schweden oder Greta riecht am syrischen Essen

7/9 Einschub IV: Neuropsychatrische Diagnosen bei Mädchen

8/9 Svante, Gretas Vater, der eigentliche Schurke im Stück

9/9 Fazit oder die Revanche des unsichtbaren Mannes



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