Von Gastautor Helmut Roewer
Der eine oder andere Leser mag sich erinnern, dass ich mir gegen Ende des Jahres 2020 den seit Jahrzehnten in einem Regal schlummernden Roman von Michail Bulgakow „Der Meister und Margarita“ vornahm und ihn erneut las. Den Anstoß hierzu hatte der Blogger Wolfgang Prabel gegeben.
Die weibliche Hauptperson Margarita, der es gelingt, den im ganz und gar gottverlassenen Moskau auftauchenden Teufel zu bezirzen, hat es sicher schon vielen vor mir angetan. Ich malte mir aus, was das wohl für eine im wirklichen Leben gewesen sein mochte, die da, ohne es zu ahnen, dem Dichter Modell gestanden haben mochte. Ich ging den Lebensläufen und Portraits von etlichen Russinnen nach und schrieb über zwei von ihnen: die Sowjetagentin und Muse Albert Einsteins, Margarita Konjenkowa, und die schreckliche sowjetische Funktionärin Warwara Jakowjewa, deren Leben schließlich 1941 durch einen Schuss ins Hinterhaupt, wie es in den Akten ganz prosaisch heißt, beendet wurde. Gewiss, es waren Mutmaßungen. Nicht, was die Existenz dieser Frauen anbelangt, sondern dass Bulgakow sie portraitierte. „Margarita und der Meister – wer verriet Michail Bulgakow?“ weiterlesen