Follow the Money!

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Die erste Staffel der dänischen Serie über die kriminellen Machenschaften der Windkraftlobby wurde schon 2016 veröffentlicht. Nach drei 10-teiligen Staffeln wurde sie 2019 beendet. Zwar wurde der Beginn der ersten Staffel auf der Berlinale 2016 gezeigt und der Anfang der dritten Staffel auf der Berlinale 2019, aber in Deutschland blieb das ebenso brisante wie erhellende Werk praktisch unbekannt. Die ersten beiden Staffeln wurden auch nicht in Deutschland, sondern vom SRF in der Schweiz  synchronisiert. Dort wurde die erste Staffel ab dem 16. Februar 2018, die zweite Staffel ab dem 21. Mai 2018 gezeigt.

In Deutschland hat es bisher nur die dritte Staffel im März 2020 unter dem Serientitel Follow the Money – Die Spur des Geldes bei Arte auf den Bildschirm geschafft. Darin stehen nicht mehr die Verfehlungen der Erzeuger „sauberer Energien“, sondern die Machenschaften von Banken, um Geldwäsche und Drogenhandel. Insofern ist die dritte Staffel nicht wirklich eine Fortsetzung der ersten beiden, sondern steht für sich.

Nun kann man dank Netflix auch die ersten beiden Staffeln in Deutschland sehen. Und die haben es in sich. Ich würde besonders die erste Staffel allen als Pflicht empfehlen, die entschlossen sind, oder mit dem Gedanken spielen, im September die Grünen zu wählen.

Dänemark sieht sich selbst als Windkraft-Land Nummer eins. Aber auch hier, bei günstigsten Bedingungen, kann kein einziger Windpark ohne staatliche Subventionen auskommen. Welche Tricks angewendet werden, um an das begehrte Geld der Steuerzahler zu kommen, welche dubiosen Allianzen zwischen Politik und Windparkbetreibern gebildet werden, ist die eine Seite der Medaille. Die andere, noch dunklere, ist die Tatsache, dass schon bei der Errichtung von Windparkanlagen kriminelle Machenschaften im Spiel sind. So werden kleine Subunternehmen aus Osteuropa mit dem Bau beschäftigt. Diese Subunternehmer werden gezwungen, ihre Angestellten auch bei Wetterbedingungen arbeiten zu lassen, bei denen die Montage eigentlich eingestellt werden müsste.

 

Im Film wird am Anfang ein Ertrunkener in der Nähe eines Windparks aus dem Meer gefischt. Es handelt sich um einen ukrainischen Arbeiter, der im nahe gelegenen Windpark beschäftigt war. Der Ermittler stößt auf eine Mauer des Schweigens, denn wenn es zu Arbeitsunfällen kommt, wird gnadenlos das Subunternehmen ausgewechselt, damit kein Schatten auf den Anlagenbetreiber fällt. Schließlich liefert man „saubere“ Energie, da darf es keinerlei Unsauberkeiten im Produktionsprozess geben.

Aber nicht nur die ukrainischen Arbeiter werden ausgebeutet, sondern es werden auch Personen, die das Saubermann-Image der Windkraftbetreiber in Frage stellen, mundtot gemacht. Entweder mit viel Geld, oder brutaler, wenn sich die Person nicht bestechen lässt. Dafür gibt es einen Mann fürs Grobe, die Stasi der DDR nannte das „für nasse Sachen“, der bei Bedarf eine kooperationsunwillige Journalisten über den Haufen fährt.

Trotz üppiger staatlicher Zuwendungen sind die Betreiber von Windparks auf das Geld anderer Investoren angewiesen. Um deren Gunst zu erlangen, wird auch getrickst und getäuscht. So wird möglichen arabischen Investoren vorgegauckelt, man stünde kurz vor der Produktionsreife von Leitern (für A. Baerbock: Damit sind nicht die Dinger gemeint, die man an Bäume lehnen kann), die ohne Verluste Strom transportieren können, obwohl die betriebsinterne Forschung alles andere als vor einem Durchbruch steht. Geld wird auch von Tradern beschafft, die mittels einer Scheinfirma mit noch nicht erzeugtem deutschen Strom handeln. Die müssen, als das aufflog, eiligst aus dem Land bis nach Lateinamerika verfrachtet werden.

Die saubere Energie der Zukunft ist alles andere als eine saubere Sache. Das wird in Deutschland nicht anders sein, als in Dänemark. Sie destabilisiert nicht nur das Stromnetz und sorgt für höchste Strompreise. Sie nutzt vor allem den Reichen, die durch sie noch reicher werden.

Ich wundere mich nicht, dass dieser Film außerhalb der Berlinale in Deutschland bisher nicht gezeigt wurde. Es wundert mich, dass er bei Netflix noch nicht unter Zensur gefallen ist. Man sollte sich das Werk ansehen, solange es noch die Gelegenheit dazu gibt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die DVD bei Edel Germany erwerben.



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