Kultur von Rechts

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Der Titel des Buches von Matthias Moosdorf ist eine Provokation in Zeiten, in denen vergessen ist, dass es in einer Demokratie, die diesen Namen verdient, eine demokratische Rechte gibt. Nach jahrelanger Gleichsetzung von rechts mit rechtsextrem wagt es kaum noch jemand, sich zur demokratischen Rechten zu bekennen. Hinzu kommt, dass Moosdorf von einer ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten bezichtigt wurde, mitten im Bundestag an der Garderobe den Hitlergruß gezeigt zu haben. Zwar hat niemand, kein Garderobier, kein Sicherheitspersonal, kein Besucher das bemerkt, die Staatsanwaltschaft ermittelte trotzdem und produzierte eine über hundert Seiten starke Akte.

Wer es trotzdem wagt, Moosdorfs Buch in die Hand zu nehmen, findet mit den ersten Sätzen heraus, dass es sich um eine kluge Schrift handelt.

Die marxistische Linke führt seit Jahrzehnten einen immer stärkeren Kulturkampf. Bekanntlich war Marx der Meinung, dass die Proletarier aller Länder sich vereinigen und gemeinsam den Kapitalismus beseitigen. Nur machten die Proletarier nicht mit. Die Arbeiter schätzten die Nationalität stets höher als die internationale Solidarität. Der stetig wachsende Wohlstand, den der Kapitalismus brachte, erzeugte weniger Neigung zur Revolution. „Kultur von Rechts“ weiterlesen

Deutschland ist moralisch bankrott

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Die UN hat gewählt und Deutschland eine kräftige Klatsche verpasst, indem sie seine Bewerbung um einen nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat krachend scheitern ließ. Die Pointe des Vorgangs war, dass Annalena Baerbock das Abstimmungsergebnis verkünden und den anschließenden Jubel über sich ergehen lassen musste.

Ob ihr klar war, dass es auch eine Reaktion auf ihre Selbstinstallation als Präsidentin der UN-Generalversammlung war? Zweifel sind angebracht, denn Baerbock gehört zu den „starken Frauen“ wie Bärbel Bas, die unfähig zu sein scheinen, ihre eigene Wirkung zu reflektieren.

Drei Jahre lang hat Baerbock anscheinend ihr Amt als Laufsteg für Modevorführungen benutzt und die Welt permanent moralisch belehrt. Nun ist klar, dass ihre Selbstinszenierung nicht gut angekommen ist. Die Welt hat deutsche Moralvorlesungen satt. „Deutschland ist moralisch bankrott“ weiterlesen

Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig

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Heute, am 3. Juni, wird die Schriftstellerin Monika Maron 85 Jahre alt. Für mich ist sie neben Cora Stephan die wichtigste Autorin unseres Landes, die Grand Dame der Gegenwartsliteratur. Zum Geburtstag hat sie sich die Veröffentlichung ihrer Tagebücher von 1980–2021 geschenkt. Sie wollte sie nie herausgeben, hat sich aber zum Glück eines Besseren besonnen.

Vor einer Woche habe ich Maron erlebt, als sie bei den Ettersburger Gesprächen, von denen auf diesem Blog schon mehrmals die Rede war, das Buch vorstellte.

Sie kam aus Berlin mit ihrem Hund Bonnie Propeller, dreieinhalb Stunden am Steuer. Kaum ausgestiegen, setzte sie sich mit dem Moderator des Gesprächs hin, um die Veranstaltung vorzubereiten. Im Ergebnis die Erkenntnis, dass sie als Alleinunterhalterin agieren müsste, was dann zutraf. Nach der Veranstaltung, für die sie mit Standing Ovations belohnt wurde, Gespräche mit dem Publikum, Bücher signieren. Dann eine kurze Runde mit dem Hund und danach ein Gespräch in kleiner Runde bis Mitternacht. Alles ohne jede Pause. Ich war es, die am Ende schlappmachte, obwohl ich nur eine Stunde Anfahrt und keine Veranstaltung gehabt hatte.

Der Buchtitel entstammt einem Brief an den DDR-Kulturstaatsminister Klaus Höpcke vom 19. Mai 1982. Maron, deren erstes Buch Flugasche nicht in der DDR erscheinen konnte und die dabei war, auch ihr zweites bei Fischer im Westen erscheinen zu lassen, hatte ein Visum für einen Studienaufenthalt im Westen beantragt. Im September 1981 hatte Höpcke ihr in Aussicht gestellt, sich für so eine Reise einzusetzen. Nun schrieb Maron ihm, dass sie sich seitdem selbst das Klavierspielen beigebracht hat und schon Menuette von Händel spielen kann. Sie fragt, zu welchen Fähigkeiten am Piano sie es noch bringen wird, ehe sie eine Antwort bekommt – immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig. „Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig“ weiterlesen

Warum Musik lebenswichtig ist – besonders in Zeiten wie diesen

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Von Sondershausen und seiner besonderen Musiktradition war in diesem Blog schon häufiger die Rede. Die Stadt beherbergt nicht nur mit dem um 1600 gegründeten Lohorchester eines der ältesten Berufsorchester Deutschlands, hier ließ Fürst Friedrich Carl I. ab 1806 die Allgemeinheit an öffentlichen, kostenfreien Konzerten teilnehmen. Diese Loh-Konzerte, benannt nach dem Aufführungsort, gehörten zu den ersten Konzertangeboten für alle in Deutschland.

Wie hoch diese Musiktradition in der Stadt gehalten wird, konnten die Besucher des 3. Lohkonzerts am Sonntag im Achteckhaus, früher Karussell, heute Sommerkonzertstätte, erleben.

Deutschland soll so viele geniale Komponisten hervorgebracht haben wie alle anderen Länder zusammengenommen. Deshalb kommen immer wieder Komponisten zur Aufführung, von denen man vorher als Laie nie etwas gehört hat.

Diesmal stand unter dem Motto „Barock meets Piazzolla“ an erster Stelle Heinrich Ignaz Franz von Biber mit seiner „Battalia à 10“ auf dem Programm. Wie Gábor Hontvári, der Dirigent, dem Publikum mitteilte, war Biber der wohl modernste Barockkomponist. Der Violinvirtuose, später Hofkapellmeister des Salzburger Erzbischofs, hat percussive Elemente benutzt, die erst später von modernen Musikern wiederentdeckt wurden. In seiner Battalia à 10 treten 10 verschiedene instrumentale Stimmen gegeneinander an, die nicht nur eine Kampfszene abbilden, sondern den ganzen Umfang kriegerischen Geschehens erfassen. Man hört die Reveille, die Kämpfer marschieren, aber auch das Klagen der Verwundeten, also Antikriegsthemen. „Warum Musik lebenswichtig ist – besonders in Zeiten wie diesen“ weiterlesen

Der Energiegipfel – Ausweg aus dem Klimakampf

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Der Physiker und Kernkraftbefürworter André Thess hat ein kluges Buch geschrieben. Ausgehend von dem Satz des Hamburger Universitätspräsidenten Dieter Lenzen auf einer Online-Diskussionsveranstaltung vom Oktober 2021: „Die Energiewende hat das Potenzial zum Bürgerkrieg“, untersucht Thess eine Möglichkeit, diesen Krieg, der aufgrund der anscheinend unerschöpflichen Geduld und Leidensfähigkeit der Deutschen noch nicht ausgebrochen ist, zu verhindern. Selbst das Bekenntnis des Finanzministers Klingbeil, er brauche keine Kennzahlen, um zu wissen, dass es richtig sei, auf erneuerbare Energien zu setzen, löste keine sichtbare Reaktion bei der betroffenen Bevölkerung aus, die anders als der Minister die verheerenden Folgen der gescheiterten „Energiewende“ schmerzhaft in ihrem Geldbeutel zu spüren bekommt. Auch nicht von der Wirtschaft, die dabei ist, abgeschafft zu werden. Klingbeil hat mit seinem Satz die „Energiewende“ als ideologisches Projekt entlarvt, das ungeachtet seiner Negativbilanz bis zum bitteren Ende fortgesetzt werden wird.

Der Dreißigjährige Krieg war der für Deutschland verheerendste. Er kostete einem Drittel der Bevölkerung das Leben. Die meisten Menschen starben nicht durch Waffengewalt, sondern an den indirekten Kriegsfolgen wie Hunger und Seuchen. „Der Energiegipfel – Ausweg aus dem Klimakampf“ weiterlesen

Der Rassismus Jesu – und seine Überwindung

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Von Ulrich Pohl

Es ist meine Lieblingsgeschichte in den Evangelien. Warum? Weil Jesus hier etwas lernt. Die Gottesgelehrten damals staunten: Noch dazu von einer Frau!

Sie war Phönizierin und stammte aus Tyros, einer reichen Hafenstadt am Mittelmeer. Sie kam zu Jesus und hatte eine Bitte: Meine Tochter ist krank. Du kannst sie gesund machen. Jesus wendet ihr den Rücken zu: Ich bin zu den verlorenen Kindern des Volkes Israel gesandt. Nicht zu Griechen, nicht zu Römern, auch nicht zu euch!

Recht so! Jahrhundertelang hatten die reichen Händler von der Küste die israelitischen Bauern im Bergland ausgebeutet. Am Meer wohnten die mit der hellen Haut, immer gut gepflegt, geseift, gepudert. Oben in den Hügeln Galiläas wohnten die mit der dunklen Haut, auf der sich Sonne, Staub und Schweiss mischten.

Man rümpfte die Nasen. Die einen über den Schmutz und die Unbildung der Armen. Die anderen über den Unglauben der Reichen: Gott ist unbestechlich! Wir sind das auserwählte Volk. Ihr seid nur Menschen zweiter Klasse. Reich zwar. Aber Abschaum. „Der Rassismus Jesu – und seine Überwindung“ weiterlesen

Eine Wunderkammer im Schloss Sondershausen

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Für alle, die Sinn für Schönheit haben und hohe Handwerkskunst zu schätzen wissen, hat das Schlossmuseum Sondershausen am 17. Mai 2026 eine atemberaubende Sonderausstelluung eröffnet: „Natürlich Barock! Olaf Frenzels Hellgrünes Gewölbe“.

Wollten Sie schon immer mal das Winterei sehen, mit dem der Hofjuwelier des Zaren Peter Carl Fabergé weltberühmt wurde

, oder den Pokal, der dem Zaren anlässlich der Eröffnung der Transsibirischen Eisenbahn überrecht wurde?

Auf ihm ist die gesamte Strecke eingeritzt und ein kleiner Zug steht davor. Im Original konnte der Zar den Zug aufziehen und der fuhr dann um den Pokal herum. Nur auf Letzteres hat der heutige Meister verzichtet.

Seine Kunst braucht keine Vergleiche zu scheuen, wie Stücke aus der Sammlung des Museums beweisen, die Frenzels Werken beigegeben wurden. „Eine Wunderkammer im Schloss Sondershausen“ weiterlesen

Die Gesichter der Frauen Europas (2)

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In Gent hatte ich eine Ausstellung gesehen der Werke von Frauen der Barockzeit, die weder Opfer waren noch Quoten brauchten, um sehr erfolgreiche Künstlerinnen und Unternehmerinnen zu sein.

Brüssel, das sich heute als Herz Europas präsentiert, demonstriert dagegen, dass dieses Herz schwer krank ist. Wir kamen an einem wunderschönen, sonnigen Tag an, und unsere Schritte führten uns zum nahe dem Zentralbahnhof gelegenen Kunstberg. Zufällig passierten wir zur vollen Stunde das Glockenspiel, das die Europahymne spielt. „Freude, schöner Götterfunken“. Mir kamen fast die Tränen, weil mir bei den Klängen Beethovens und den dazu gedachten Worten Schillers in den Sinn kam, wie dieses großartige Projekt des Europas der Vaterländer in Grund und Boden ruiniert wurde. Heute haben wir es mit einem krakenhaften Bürokratiemonster EU zu tun, das Europa unaufhaltsam den Atem abdrückt. Jetzt droht es sogar mit Krieg.

Welcher Geist in Brüssel herrscht, konnte man gut in einer Ausstellung auf dem Kunstberg studieren. „Die verschiedenen Gesichter der Frauen“. Vorgestellt wurden Frauen aus Osteuropa, vor allem der Ukraine, Moldawien, Armenien und Georgien. Ich bin sicher, dass es in all diesen Ländern bewundernswerte Frauen gibt, die sich aus eigener Kraft einen Namen gemacht haben: Ingenieurinnen, Professorinnen, Künstlerinnen, Pilotinnen usw. „Die Gesichter der Frauen Europas (2)“ weiterlesen

„Wir haben einen Generationenkonflikt. Dieser war schon immer da“

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Von Lothar W. Pawliczak

Simon Mariam Hoffmanns Aufstand der Jugend ist eigentlich einer Beachtung nicht wert

Ein Buch zum gleichnamigen Film () oder der Film zum Buch. Filme und Bücher sind unterschiedliche Genres. Jedes muß für sich stehen und daher sei hier nur vom Buch die Rede.

Hoffmann lädt ein, „an der Perspektive eines jungen Menschen teilzunehmen“ (S. 9), nämlich seine eigene. Und er lobt sich gleich: „Das Aufstand der Jugend -Buch begründet die Philosophie der Jugend und leistet einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Menschen.“ (ebd.) Jugendlichem Überschwang mag man das durchgehen lassen, aber mit inzwischen 30 Jahren sollte die Eigenbewertung wohl etwas nüchterner sein. Mit 28 Jahren habe er beschlossen, die Welt zu verändern. Ups, hatten wir nicht mal einen, der bekannte, beschlossen zu haben, Politiker zu werden? Mindestens hier hätte ein Lektor zweimal zum Rotstift raten müssen. Dann S. 29: „Dies ist kein Aufschrei. Dies ist ein Aufbrüllen! Es ist ein Aufstand der seinesgleichen sucht.“ Geht es nicht eine Nummer kleiner? „„Wir haben einen Generationenkonflikt. Dieser war schon immer da““ weiterlesen

Die Gesichter der Frauen Europas

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Gent ist immer noch eine wunderbare Stadt. Im Mittelalter war sie zeitweise die zweitgrößte Stadt unseres Kontinents, bedeutend geworden durch Handel, stark gemacht durch den Glauben. Ein fester Glaube erzeugt selbstbewusste Bürger. In Gent zeugen davon drei Türme, die auf wenige hundert Metern in einer Reihe stehen: zwei Kirchtürme, ein Bürgerturm.

Ihr Anblick allein wirft unwillkürlich die Frage auf, wie es passieren konnte, dass Europas Größe und Schönheit vor aller Augen zerstört werden konnte und kann. Der Prozess begann spätestens vor dem Ersten Weltkrieg, den die europäischen Intellektuellen als „reinigendes Gewitter“ regelrecht herbeisehnten. Die treibende Ideologie war damals die Eugenik, die das Wunder des menschlichen Lebens in „lebenswert“ und nicht „lebenswert“ unterteilte und in der Praxis begann, den angeblich nicht lebenswerten Teil zu vernichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die grauenhaften Folgen dieser Ideologie offensichtlich wurden, hielt die Welt einen Augenblick den Atem an. Dann änderten die Eugeniker kurzerhand ihre Biografien und machten als Antifaschisten weiter. Inzwischen predigen die Antifaschisten und andere Weltenretter das notwendige Aussterben der Menschheit als Lösung der Weltprobleme, allen voran der „Klimaschutz“. Parallel dazu wird Europa immer hässlicher. Der Kontinent, der aller Welt unermessliche Innovationen und atemberaubende Schönheit geschenkt hat, versinkt in Selbsthass und Selbstzerstörung.

In Belgien erlebte ich unerwartet, wie sich dieser traurige Wandel auch in Ausstellungen spiegelt. „Die Gesichter der Frauen Europas“ weiterlesen