Wie der CDU so etwas auch mal passiert, wem sich Armin Laschet verantwortlich fühlt, und wie wir bei der Stange bleiben

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Der satirische Wochenrückblick mit Hans Heckel

Dass denen das auch mal passiert! In der AfD-Führung werden sie sich die Hände gerieben haben nach der denkwürdigen Einlassung von CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus. Ob im Jahre 2030 auch ein Moslem für die CDU Bundeskanzler werden könne, wollte die Nachrichtenagentur „Idea“ von Brinkhaus wissen, und der antwortete: „Warum nicht, wenn er ein guter Politiker ist und er unsere Werte und politischen Ansichten vertritt.“


„Beim besten Willen, ich kann nicht glauben, dass Ralph Brinkhaus das gesagt hat − nein, das glaube ich nicht“, stöhnte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Vincent Kokert in der „Bild“-Zeitung auf. Nur der ganz, ganz linke Flügel der Union findet den Brinkhaus-Spruch zumindest in Ordnung.

Echte Freude aber kam nur bei den AfDlern auf. Denn normalerweise ist es deren Schicksal, was der Union hier gerade passiert ist. Nämlich, dass irgendein Partei-Repräsentant mit einer Formulierung aus der Kulisse platzt, die ausschließlich dem Gegner nützt und für den eigenen Laden rein gar nichts einbringt.

Nun gut, er soll also „unsere Werte“ vertreten, dann darf er auch christdemokratischer Kanzler werden. Was aber meint Brinkhaus mit „unseren Werten“? Wir haben erfahren, dass das Bundeskriminalamt seit 2014 mehr als 7000 Hinweise auf mögliche Kriegsverbrecher unter Asylsuchern erhalten hat und denen so gut wie gar nicht nachgegangen ist − während Kanzlerin Merkel unverdrossen ihr „freundliches Gesicht“ zeigte und jedermann als „Rassist“, „Brandstifter“ oder Schlimmeres tituliert wurde, der die Gefahr auch nur zu ahnen meinte. Welche „Werte“ sind es, die man dadurch vertritt, dass man einem Dschihadisten-Heer die Tore öffnet?

Und was heißt hier, den Hinweisen nicht nachgegangen. Wenn das alles wäre! Wie es scheint, hielten einflussreiche Kreise ihre Hand sogar schützend über Anis Amri, weshalb dessen Ausweisung trotz bekannter Gefährlichkeit immer wieder vereitelt wurde, bis er ein Dutzend Menschen tötete. Angeblich gab es bürokratische Hürden. Ja, ja, die Mühlen der Bürokratie mahlen eben langsam, oder? Nach dem Massenmord vom Breitscheidplatz lief die Mühle über Nacht heiß und Amris „Vertrauter“ Bilel Ben Ammar konnte schwuppdiwupp außer Landes geschafft werden.

Wer kumpelt da mit wem? Jedenfalls gab sich die Regierung Merkel in holder Einracht mit der Opposition aus Grünen und Linkspartei, mit Medien, Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitgebern und haste nich’ gesehen seit 2014 alle Mühe, uns die hereinströmende Gefahr zu verheimlichen und jeden „Verräter“, der sie benannte, zu betrafen. Wir würden gern fragen, was für „Werte“ das sein sollen, die hinter dieser groß angelegten Operation stecken. Oder auch nicht, denn schon der bloße Gedanke an die mögliche Antwort macht Gänsehaut.

Einiges reimt sich von selbst zusammen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet von der CDU polterte nach dem Massaker von Paris im November 2015: „Es ist unverantwortlich, die Morde von Paris mit dem Asylschutz und der Zuwanderung in Verbindung zu bringen.“ Hatte er recht? Das kann man so oder so sehen. Kommt darauf an, wem gegen­über sich Laschet „verantwortlich“ fühlt. Dass in seinem Bundesland so auffallend viele Angehörige dieser „Araber-Clans“ leben und aktiv sind, führen Sicherheitsexperten darauf zurück, dass NRW aus „humanitären Gründen“ kaum abschiebt.

„Unsere Werte“! Mit denen sind auch die Grünen bekanntlich ganz schwer unterwegs. In Schleswig-Holstein haben sie deshalb kurz vor dem Weltfrauentag ein Burka-Verbot in Schulen und Hochschulen blockiert.

Die Begründung von Fraktionschefin Eka von Kalben zieht einem die Schuhe aus: Man sei gegen allzu viele Verbote und wolle eine freiheitlich-liberale Gesellschaft erhalten. Die Grünen, die deutsche Verbotspartei schlechthin, wollen also plötzlich von der Furcht heimgesucht worden sein, dass unser Leben von „allzu vielen Verboten“ umkerkert wird. Für eine derart feiste Lüge würde einen jeder vernünftige katholische Priester aus dem Beichtstuhl prügeln!

Kalben setzte gleich noch einen drauf und erklärte, es gebe ja auch Frauen, die den Nikab „freiwillig“ trügen. Genau, so wie es auch Frauen gegeben hat, die sich „freiwillig“ mit ihrem verstorbenen Gebieter in dessen Gruft einmauern ließen. Deren Sache! Indes, sollte sich die Frau dafür entscheiden, „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein, muss sie natürlich an ihrem „antiquierten, frauenfeindlichen Rollenverständnis“ arbeiten, denn sowas geht gar nicht.

Was waren das für Zeiten, als Frauen auf die Straße gingen gegen einengende Kleidervorschriften, die ihnen als „züchtig“ angedient worden waren. 50 Jahre später steigt jene Partei, die sich für die Krone des Feminismus hält, als Kämpferin für das „Recht“ auf Vollverschleiherung in den Ring.

Weise Zungen behaupten, dass auf das totale Chaos die totale Ordnung folgt. In dieser Logik folgt der totalen Emanzipation die totale Unterwerfung. Wer es übertreibt, landet bei seinem eigenen Gegenteil.

So ist das linke Lager dazu verdammt, sich selbst den Hals umzudrehen, nicht nur bei den Grünen. Haben Sie es mitbekommen? Sahra Wagenknecht hat sich aus ihrer Sammlungsbewegung „Aufstehen“ davongemacht. Und zwar heimlich durch die Hintertür: Der parteilose Bundestagsabgeordnete Marco Bülow (früher SPD), der dem Vorstand von „Aufstehen“ angehört, will von Wagenknechts Abgang aus der Zeitung erfahren haben. Bitter.

Was soll’s. Angetreten war „Aufstehen“ mal mit einer blitzgescheiten Erkenntnis. „Linke“ Politik gibt ja vor, sich für die unteren Schichten ganz besonders einzusetzen. Was aber hat es dann mit „linker“ Politik zu tun, wenn man mittels Masseneinwanderung erst den Arbeitsmarkt und mittelfristig auch den Sozialstaat ruiniert? Genau diese Frage stellte sich Wagenknecht auch, heraus kam „Aufstehen“.
Dann jedoch eilten die Genossen herbei und zerpflückten die Kern-Idee nach Strich und Faden, bis nur noch irgendwas mit Hambacher Forst und „Gegen Rechts“ übrigblieb. Wer aber ist so bescheuert und will für diesen lauen Käse „aufstehen“? Lohndrücker und Sozialstaats-Zerstörer mit rotem Stern kommen genauso glaubwürdig daher wie die grünen Nikab- oder Burka-Emanzen: Beide sind nicht mal mehr als Karikatur ihrer einstigen Bedeutung zu gebrauchen.

Solange die Wahlergebnisse stimmen, muss das kein Beinbruch sein. Was aber geschieht, wenn Frauen, die sich emanzipiert dünken, bemerken, dass die Grünen ihnen in den Rücken fallen? Was, wenn Arbeiter erkennen, dass ihre vermeintlichen Vorkämpfer ihnen in Wahrheit den Boden wegziehen für ein menschenwürdiges Leben? Wenn also beide sehen, dass die vermeintlichen „Werte“ kopfstehen?
Nun, wenn den Leuten dämmert, dass man sie in die Falle gelockt hat, muss man ihnen den Rück­weg abschneiden, damit sie nicht ausbüxen. Heißt hier: Man muss verhindern, dass die Betrogenen irgendwo anders hinlaufen, damit sie stattdessen aus lauter Alternativlosigkeit bei der morschen Stange bleiben.

Das geht nur mit Propaganda, Propaganda und noch mehr Propaganda. Niemand schafft es heutzutage mehr als eine Stunde lang durchs Fernsehprogramm, ohne ins Netz politischer Belehrung zu geraten. Spätestens beim Wegzappen vom Werbeblock kriegen sie Dich in irgendeinem Kanal zu fassen! Neulich überfiel mich Serdar Somuncu ohne Vorwarnung nach einem Vampirfilm auf Tele 5! Faselte was von „Nazis“ und den „dummen Menschen im Osten“. Selten sowas Plattes und Ordinäres gehört. Doch wenn die Not groß ist, kratzt man halt jeden Dreck zusammen. Es geht schließlich um „unsere Werte“.



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