Ist die Erderwärmung wirklich menschengemacht?

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Dieser heiße Sommer ist so etwas wie Wasser auf die Mühlen der Klimaretter. Obwohl wir nur den 5. heißesten Juli hatten und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der heißeste und trockenste Sommer 1540 stattfand, läuft die Klimapropaganda auf vollen Touren.

Aber ist die Erderwärmung wirklich menschengemacht? Wenn man sich von den Computermodellen löst und sich die Realität anschaut, könnte man ins Zweifeln kommen. Ich veröffentliche deshalb einen Leserbrief vom 4.August an die FAZ, der mir zur Verfügung gestellt wurde.

Von Boris Schapiro

„Ideologischer Hexenkessel“ schreibt Joachim Müller-Jung in einem Leitartikel in der Frankfurter Allgemeinen Nr. 179 vom Samstag, dem 4. August 2018. Zum unzähligen Mal wird in diesem die nackten Fakten richtig wiedergebenden Artikel wieder unbegründet behauptet, dass der uns belastende und durchaus tragische Klimawandel von Menschen gemacht wurde. Diese Behauptung wird jetzt als eine Selbstverständlichkeit poussiert. Genau dagegen erbringe ich folgende Argumente. Diese Argumente sind aber radikal andere als das, was in diesem Artikel den Opponenten der zivilisatorischen Verursachung des Klimawandels untergeschoben wird.

Keineswegs bestreite ich die Tatsache der jetzt beobachtbaren Erderwärmung und des aktuellen systemischen Klimawandels selbst. Nur betrachten die Vertreter der menschlichen Verursachung der global drohenden Katastrophe allein den Treibhauseffekt und zählen dazu den zivilisatorisch produzierten CO2 Ausstoß. Verglichen mit den geschätzten vulkanischen Auswürfen des Kohlendioxids und dem durch die Sümpfe produzierten Methan kommt man auf die Schätzung, dass der menschliche Beitrag zur globalen Klimaerwärmung den Anteil von 1,5 % bis 2,0 % ausmacht. Ich kritisiere hier nicht diese Schätzungen, obwohl ich sie nicht für ganz korrekt halte. Abgesehen davon, dass eine starke und vor allem schnelle Minderung der menschengemachten Aerosole zur weiteren verstärkten Erwärmung des Klimas führen könnte, kritisiere ich hier selbst die Logik der Schlussfolgerung.

Der Treibhauseffekt leistet bei weitem nicht den einzigen und nicht mal den wichtigsten Beitrag zur im Durchschnitt permanenten globalen Klimaerwärmung. Um diese zu beurteilen, muss man nicht alleine Beiträge zum Treibhauseffekt anschauen, sondern die gesamten Quellen der Erwärmung und der Abkühlung berücksichtigen. Die lokale Umweltverschmutzung und Überwärmung in den Ballungsgebieten ist natürlich von Menschen verursacht. Und da muss man selbstverständlich dringend handeln. Wir reden hier jedoch nicht über die lokalen Missstände, sondern von dem Effekt der globalen Erwärmung.

Der grob gesagt einzige Abkühlungsprozess der Erde und ihrer Atmosphäre vollzieht sich durch die Abstrahlung der Wärme ins All. Die Erwärmung verursachenden Prozesse sind jedoch mehrere. Im Großen und Ganzen sind das: Wärmeproduktion des natürlichen Kernreaktors im Erdinneren; Wärmeproduktion durch die permanente unelastische Deformation der Erdkruste durch die Gezeiten;fluktuierende Wärmeproduktion durch die Reibung der driftenden Kontinentalplatten an dem unterliegenden Magma. Viel weiter unten kommt die Wärmeproduktion durch chemische und biologische Aktivität der Lebewesen in den Meeren und Sümpfen und erst als letzte in dieser Reihe steht die Thermogenese der zivilisatorischen Tätigkeit unserer Spezies. Die letztere wird von verschiedenen Statistiken und Modellen unterschiedlich abgeschätzt, jedoch zurzeit nie mehr als 130 000 GW.

Ich schätze alleine die Thermogenese des fluktuierenden Kontinentalplattendrifts auf mindestens 700 000 000 GW. Mit der vorsichtigen Annahme, dass die Leistungsfluktuationen hier nur ca. 10 % betragen, folgere ich, dass alle menschlichen Aktivitäten in der Wärmeerzeugung auf der Erde nicht mehr als 0,2 % der Fluktuationen von nur einem und auch noch nicht dem stärksten thermogenetischen Prozess sein können.

Für die grobe Abschätzung der Thermogenese des Kontinentalplattendrifts habe ich folgende für die Wärmeproduktion immer ungünstigsten Annahmen gemacht. Die mittlere Driftgeschwindigkeit der Platten 1 cm/Jahr, den magmatischen Reibungskoeffizient 10 000 (er variiert zwischen 10 000 und 1 000 000) bei der Magmatemperatur von ca. 1 250 °C und dass die Reibungskraft wegen der sehr langsamen Driftgeschwindigkeit linear von der Geschwindigkeit abhängt. Alle anderen benötigten Daten kann man in der Wikipedia und in der leicht zugänglichen wissenschaftlichen Literatur finden. Die Wärmeerzeugung durch die Kantenwechselwirkung zwischen den Platten habe ich auch vernachlässigt.

Alles in allem möchte ich endlich nur klar sagen: Die globale Klimaerwärmung ist gewiss eine scheußliche Sache. Aber mit der politischen Hysterie und Beschuldigung unserer technologischen Zivilisation soll man bitte sehr endlich aufhören!



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