Orson Welles und die Rettung der Welt vor dem CO2

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Von  Gastautor Wolfgang Schnetzer

1938, am Vorabend von Halloween wurde Rundfunkgeschichte geschrieben. Orson Welles hatte den Science-Fiction-Klassiker “War of the Worlds” als Livereportage inszeniert, und zwar so geschickt, daß die Menschen in New York und New Jersey ihre Wohnungen verließen und auf die Straßen liefen. Sie waren überzeugt, daß soeben eine vom Mars ausgehende Invasion der Erde stattfände und Panik griff um sich. Die Leute beruhigten sich erst wieder nach dem Orson Welles persönlich über den Äther die Entwarnung bekanntgab. Neben einer gelungen Inszenierung hat uns O.W auch noch den Weg zum Weltfrieden gewiesen.
Jeder Machthaber, der Probleme mit der Machterhaltung hat, besorgt sich einen äußeren Feind. Diesen zu bekämpfen hat noch immer dafür gesorgt, daß im Inneren wieder Ruhe einkehrt. Es ist diese das Machtrezept schlechthin und dessen Popularität ist ungebrochen. Wenn nun alle Völker dieser Erde bedingungslos zusammenarbeiten sollen, benötigt man nur einen starken gemeinsamen Feind und man wird sich gegen ihn zusammenschließen.

Bei O.W. waren es die Marsianer. 1968, also 30 Jahre nach dem Hörspiel von O.W., wurde der „Club of Rome“ gegründet. Eine Runde von honorigen Personen verbündete sich mit der Absicht für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einzutreten. Fast jeder weiß von der 1972 erschienen legendäre Studie „Grenzen des Wachstums“ in der die globalen Wirkungen von menschlichen Tun umfangreich thematisiert wurden. Es erschien in 37 Sprachen.
Eine beindruckende Studie, die nicht ohne Wirkung blieb, auch nicht im Club of Rome. Wer ein Problem erklärt, meint oft, er eigne sich auch für dessen Lösung und so erstaunt es nur wenig, daß im Jahr 1992 ein COR – Konzept zur Rettung der Welt präsentiert wurde. „The First Global Revolution“ ist ein Werk von Bertrand Schneider und Alexander King https://www.geoengineeringwatch.org/documents/TheFirstGlobalRevolution_text.pdf.

Dieses Buch gibt es nur in Englisch. Es wurde nicht in 37 Sprachen übersetzt und die Verbreitung ist daher nicht allzugroß. Ganz im Gegensatz zu Wirkung! Diese stellt sich später als beeindrucken heraus. Das Buch ist, genau wie der Titel es verrät, eine Anleitung zur Weltrevolution und entwickelte sich Stück für Stück zu einer „heiligen Schrift“ der Weltveränderer. Es besteht es aus zwei Segmenten:

Der erste Teil beschreibt die alte, die problembeladene Welt, gefährdet durch den Menschen in Masse und Moderne, dessen Schlußbemerkung in der weltberühmten gewordenen Feststellung gipfelt: „ All dangers are caused by human intervention in natural process and it is only through changed attitudes and behavior that they can be overcome. The real enemy is humanity itself.“ (Alle Gefahren werden durch menschliches Eingreifen in natürliche Prozesse verursacht und nur durch veränderte Einstellungen und Verhaltensweisen können sie überwunden werden. Der wahre Feind ist die Menschheit selbst.)

Im zweiten Teil des Werkes finden wir dann die Lösungsvorschläge. Diese sind äußerst konsequent und radikal. Sie stellen unsere gewohnte Lebensweise so sehr auf den Kopf, daß zum damaligen Zeitpunkt die Leser eher einen Autor Steven King dahinter vermuten wollten.

Spricht der Club of Rome die Menschheit als Ganzes an, so fühlten sich tatsächlich die Regierungen und Verwaltungen der Nationalstaaten angesprochen. Diese waren Ende der 70-ziger immer deutlicher an ihre Grenzen geraten und gierten nach neuen Möglichkeiten zur Profilierung. Der Umweltbereich wurde zu einem der politischen Felder, in dem sich noch eine massive Expansion von Stellenplänen und Budgets
durchsetzen ließ.

Dieser Trend fand neue Nahrung in der COR-Studie von 1992. Versprach es doch Politikern ungeahnte Möglichkeiten der Machtentfaltung, mit Geschäftemachern und Großinvestoren als freundliche Mitstreiter und Retter.
Im Verlauf der Entwicklung des modernen Umweltschutzes war es interessant zu verfolgen, dass das Vertrauen in die Vorhersagen der Studie von 1972 schneller verwitterte als erwartet, da Industrie und Gesellschaft auf die neue Ausrichtung rascher und effektiver reagierte als zunächst angenommen. Alarmisten sahen sich gezwungen ihrer Szenarien zu erweitern und Neues zu entwickeln. Klimaschutz wurde da schnell zum Renner.
Die einfache Formel:
Immer mehr CO2 in der Luft = Immer wärmere Atmosphäre= Apokalypse durch Überhitzung, wurde und wird immer noch gerne geglaubt und das weltweit, obwohl bis heute hierfür der wissenschaftliche Beweis fehlt. (https://vera-lengsfeld.de/2018/07/01/der-historische-irrtum-beim-klimawandel/)

Es gelang einen Weltklimarat zu gründen, in dem (Stand 2017) 195 Staaten dem CO2 den Kampf angesagt haben, wobei die allermeisten dieser Staaten nur auf Zahlungen der westlichen Industrieländern warten. Ein Show mit Claqueuren aus Politik und Medien um das weltweite Publikum zum Applaudieren zu bewegen.
Hier schließt sich der Kreis zu Orson Welles. Keine Marsianer, sondern ein harmloses, geruchsloses, jedoch lebenswichtiges Gas sollte die globale Bedrohung sein, mit der man uns Menschen weltweit zusammenschweißen wollte.

Orson hat schon längst widerrufen und die Leute erholen sich langsam von Schock. Nur in Deutschland läuft das Hörspiel weiter in Endlosschleife. Hier tritt keiner ans Mikrofon und sagt: Nur keine Panik, alles ist normal. Es war nur ein Spiel und draußen im Leben geht alles seinen gewohnten Gang. Oder ist es noch schlimmer? Hat das Radio uns aufgesogen und wir sind tatsächlich Teil des Hörspiels geworden, dem wir nicht mehr entrinnen können und das im Verderben endet, wenn nicht endlich jemand den Stecker zieht. Wahrscheinlich ist aber, dass der Stecker drin bleibt und das Radio trotzdem ausgeht weil die Stromlieferung aussetzt.

Eine Zukunftsvision: Die Kohlekommission hat soeben das letzte Kraftwerk abgeschaltet. Es ist dunkel und wir haben Windstille. Kein Photovoltalk und keine Windmühle arbeiten. Die Wasserkraft ist infolge der Dürre des vergangenen Sommers zu erliegen gekommen und der Energiebauer hatte eine so schlechte Ernte, daß er seinen Liefervertrag nicht erfüllen kann. Ich mach mir dann ein Kaminfeuer an, danke Angela für die Ruhe und bin sehr glücklich, daß ich kein anthropogenes Kohlendioxid verursache.

Orson Wells hat seinen Platz in der Geschichte gefunden. Auch die Kohlekommission wird in die Geschichte eingehen, aber noch hat sie das „Wie“ selbst in der Hand…



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