Neue Studie: Terrorismus für junge Muslime „akzeptabel“

Von Gastautor Dr. Wolfgang Hintze

Ein Drittel der jungen Muslime in Frankreich meinten, Terrorismus sei „akzeptabel“. Das hat eine neue Studie an 6828 muslimischen Schülern zwischen 14 und 16 Jahren an 21 Schulen in Frankreich ergeben, deren wichtigste Ergebnisse am Montag auf einer Pressekonferenz in Paris von den Autoren, den Soziologen Olivier Galland und Anne Muxel vom ehrwürdigen CNRS, vorgestellt wurden.

Auf der Pressekonferenz wurde von Journalisten angemerkt, dass die Ergebnisse nicht gerade „politisch korrekt“ seien und dass man mit einer Veröffentlichung der kompletten Studie besser bis nach den Präsidentschaftswahlen wartet. Le Monde meint sogar, den Autoren sei wohl klar, dass sie mit ihrer Veröffentlichung drei Wochen vor der Wahl die Büchse der Pandora geöffnet hätten.

Olivier Galland und Anne Muxel verteidigten ihren Ansatz:

„Wir waren uns bewusst über die Risiken einer Instrumentalisierung, aber mit Euphemismen und Verweigerung würden wir das Feld den Extremisten überlassen, die sagen, wir hätten etwas zu verbergen.“

Die wichtigsten Ergebnisse:

– die Wahrscheinlichkeit, radikalen Ideen anzuhängen, ist bei einem jungen Moslem viermal so hoch wie bei einem Christen

– 33% der muslimischen Schüler finden es „akzeptabel“, für seine Ideen an gewalttätigen Aktionen teilzunehmen

– 20% der muslimischen Schüler stimmen der Aussage zu, dass es akzeptabel ist, für seine Religion mit der Waffe in der Hand zu kämpfen

– 24% der Befragten wollten die Anschläge auf das Büro von Charlie Hebdo nicht uneingeschränkt verurteilen

– 21% der Befragten wollten ebenso wenig das Massaker im Bataclan uneingeschränkt verurteilen, bei dem 89 Menschen ermordet wurden und das Teil der umfassenderen Attacken am 13. November in Paris mit 130 Toten war.

Schließlich eine sehr grundsätzliche Feststellung der Forscher:

Gefragt, ob diese Haltungen wirtschaftliche oder soziale Ursachen hätten oder ob sie mit dem Gefühl, Opfer zu sein, zusammenhängen könnten, haben die Forscher als den wichtigsten bestimmenden Faktor die Zugehörigkeit zur muslimischen Religion genannt.

„Diese Permanenz des „Islam-Effekts“ ist das vielleicht überraschendste Ergebnis dieser Studie“, sagte Olivier Galland:
„Es bestätigt sich in den Statistiken aller untersuchten Schulen: unabhängig von ihrem soziologischen Hintergrund zeigen junge Muslime die selbe Neigung zum Radikalismus.“

Die Ergebnisse sind beunruhigend, aber nicht überraschend angesichts der bekannten Einstellungen von Muslimen in Europa (siehe z.B. die alarmierende Studie von Ruud Koopmans von der Humboldt-Universität).