Statt Merz-Revolution Merz-Gefallener

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Friedrich Merz war der kurzzeitigste Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion. Er ist dabei, zum kurzzeitigsten Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik zu werden. Es ist erst drei Jahre her, dass er als im dritten Anlauf frisch gewählter CDU-Chef hohe Erwartungen weckte. Man hielt den langjährigen Merkel-Gegner für den Erneuerer der Partei, die unter dem Vorsitz von Merkel nach links-grün abgedriftet war. Von einer Merz-Revolution war hoffnungsvoll die Rede, Merz schürte diesen Irrtum mit Reden und Wahlversprechen, die tatsächlich danach klangen, dass die CDU zu ihrer Stellung als erfolgreiche Partei der bürgerlichen Mitte zurückkehren könnte. Leider wiederholte sich, was man schon 2002 beobachten konnte. Nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2002 beanspruchte die damalige CDU-Vorsitzende Merkel den Bundestagsfraktionsvorsitz für sich, und Merz, zu feige, seinen Vorsitz in einer Wahl zu verteidigen, überließ ihn ihr. Man hätte, was die Steherqualitäten von Merz betrifft, gewarnt sein können.

Statt die CDU vom Merkelianismus zu befreien und die Merkelianer zu entmachten, holte er sie in den Parteivorstand und später in sein Kabinett. Von dem, was er als Kanzler angeblich mit Deutschland vorgehabt hat, ist nichts umgesetzt worden. Umso mehr Mühe muss aufgewandt werden, um das zu verdecken. Dabei wird versucht, die Öffentlichkeit immer dreister hinter die Fichte zu führen. Kürzlich wurde das auf dem Deutschlandtag der Jungen Union deutlich sichtbar. Der Parteinachwuchs rebellierte offen gegen das von der SPD vorgeschlagene Rentenpaket, das vorsieht, die Rente auch über 2031 hinaus stabil zu halten. Das würde laut Berechnungen mindestens 120 Milliarden Steuergelder kosten – über das hinaus, was an Steuergeldern heute schon in die Rente fließt. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart worden, dass es keine Festlegungen über 2031 hinaus geben soll. Trotz des offensichtlichen Bruchs dieser Vereinbarung ist Merz bereit, den SPD-Vorstoß im Bundestag beschließen zu lassen. Schließlich hatte die Ministerin für Arbeit und Soziales, Bas, indirekt einen Koalitionsbruch angedeutet, und Vizekanzler Klingbeil öffentlich verkündet, dass nichts an dem Gesetzentwurf verändert werden wird.

Also verteidigte Merz auf dem Deutschlandtag der JU den SPD-Vorstoß, behauptete, dass die 120 Milliarden Zusatzkosten seiner Meinung nach nicht entstehen würden, und deshalb würde er beim Kompromiss mit der SPD bleiben. Allerdings handelt es sich bei dem angeblichen Kompromiss eben um ein neues Beispiel dafür, dass die SPD nicht daran denkt, sich an die Koalitionsvereinbarungen zu halten – ein Muster, das seit dem ersten Tag dieser Regierung zu beobachten ist.

Als der Koalitionsvertrag vorgestellt wurde, führte Merz ausführlich aus, wie die vereinbarte Migrationswende aussehen soll. Sofort kam Widerspruch von Bärbel Bas, die sagte, dass die Verträge eingehalten werden müssten. Bas behielt recht.

Auch Bundestagsfraktionsvorsitzender Jens Spahn behauptete auf dem Deutschlandtag der JU, dass die SPD der CDU die „Migrationswende“ gestattet hätte, deshalb müsste man den Rentenkompromiss mit der SPD mittragen.

Tatsache dagegen ist, dass die „Migrationswende“ nur in den Behauptungen der Unionspolitiker stattfindet. Weder ist die Turboeinbürgerung noch der Familiennachzug gestoppt worden. Auch die Sonderprogramme, die Merz sofort beenden wollte, laufen weiter. Die von unbekannten NGOs, deren Namen von Außenminister Wadephul als „geheim“ eingestuft wurden, ausgewählten angeblichen afghanischen Ortskräfte, deren Anzahl die der in Afghanistan eingesetzten Soldaten inzwischen um ein Vielfaches übersteigt, werden nach wie vor nach Deutschland eingeflogen. Laut Meldung von heute wurde den in Pakistan ausharrenden „Ortskräften“ angeboten, gegen Bezahlung auf ihre Übersiedlung nach Deutschland zu verzichten. Nur jeder Zehnte soll das angenommen haben. Hier wird es völlig absurd. Denn nicht einmal die Verfügung von Merkel, dass auch Menschen ohne oder mit sichtbar gefälschten Pässen zurückgewiesen werden dürfen, hat die Regierung Merz geändert, obwohl sie die SPD nicht einmal hätte fragen müssen, denn es handelt sich nicht um eine Gesetzesänderung, sondern die Wiederherstellung der Gesetzlichkeit an den deutschen Grenzen. Also werden nach wie vor auch die „Ortskräfte“, deren Pässe sichtbar von der Hamas gefälscht wurden, nach Deutschland geholt – entgegen der Warnungen von deutschen Diplomaten in Pakistan.

Dies ist nur eines der Beispiele, wie Merz die links-grüne Politik von Merkel betreibt. Links ist eben nicht vorbei, wie er noch kurz nach seinem Wahlsieg verkündete, sondern wird unter ihm fortgesetzt. Diese Position ist nicht mehr lange haltbar, denn die merkelschen fatalen Fehlentscheidungen – unkontrollierte Migration, Energiewende, Überlastung des Sozialstaats und des Gesundheitssystems durch immer mehr Menschen, die lediglich ins deutsche Sozialsystem einwandern – haben das gestern noch starke Deutschland bereits sichtbar geschwächt. Der bevorstehende Kollaps ist von einer Vermutung zur bitteren Wahrscheinlichkeit geworden.

Die Merz-Revolution ist gescheitert, bevor sie begonnen wurde. Sie wird enden, wenn aus dem Kanzler verdientermaßen ein Merz-Gefallener wird. Das könnte schneller der Fall sein, als viele heute für möglich halten.

Startschuss für ein neues Wettrüsten

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Am 30. Oktober verkündete Donald Trump auf seiner Plattform „Truth Social“, er habe das Department of War angewiesen, unverzüglich neue Tests von US-Atombomben zu starten – so wie es angeblich auch andere Länder täten. Welche Gefahren bringt das mit sich?

Was ist kritisch?

Zunächst eine Klarstellung: Trump will mit seinen Aussagen selten informieren, sondern provozieren und sondieren, wie die Welt reagiert. Er ist ein Pokerspieler, der sagt: „Ich habe ein Full House“ – und dann die Mimik der anderen aufmerksam beobachtet.

Zweite Klarstellung: Eine Atombombe ist kein Sack voller Sprengstoff, der in einem Bunker lagert, sondern eine sehr komplizierte Vorrichtung. Die von den USA auf Hiroschima abgeworfene Bombe war vergleichsweise einfach: sie bestand aus zwei „subkritischen“ Massen von Uran 235, die beim Abwurf innerhalb der Bombenhülle gegeneinander geschossen wurden, wodurch in der Summe eine „kritische“ Masse entstand, welche die verheerende Explosion verursachte. Der Ausdruck „kritisch“ bezeichnet den Zustand, in dem ausreichend spaltbares Material vorhanden und so konfiguriert ist, dass es zu einer nuklearen Kettenreaktion kommt. Ein AKW, das Strom erzeugt, ist „kritisch“, wobei die Kettenreaktion hier kontrolliert abläuft. In einer Bombe wird das spaltbare Material so zu einer kritischen Masse gefügt, dass die Kettenreaktion exponentiell mit hoher Geschwindigkeit anwächst.

Aus dieser Perspektive verliert Trumps Ankündigung etwas an Dramatik, denn Chris Wright, Chef der Nuklearabteilung im U.S. Department of Energy, stellte klar, dass es keine „kritischen“ Tests geben werde – also keine echten Atomexplosionen.

Mehr als erwartet

Schon bald nach Entwicklung der ersten Bombe, die ihre zerstörerische Kraft aus der Spaltung schwerer Atomkerne gewinnt, gelang es, eben diese Kraft zu nutzen, um noch tiefer in die Büchse der Pandora zu greifen und sich einer noch größeren Energiequelle zu bedienen: der Kernfusion. Das war die Geburt der „Wasserstoffbombe“. Bei deren frühen Tests wurde selbst den Bombenbauern mulmig. Die 1954 auf dem Bikini-Atoll der Marshallinseln gezündete Explosion „Castle Bravo“ übertraf die von den Physikern berechnete Sprengkraft um das Zweieinhalbfache: statt erwarteter sechs Megatonnen TNT waren es fünfzehn. Die Sowjets legten 1961 nach – mit der Zar-Bombe über Nowaja Semlja, die unglaubliche 60 Megatonnen erreichte, das Viertausendfache der Hiroshima-Bombe.
Es ist eine Ironie des Schicksals, dass es Forschern binnen weniger Jahre gelang, die nahezu unbegrenzte Kraft der Kernfusion für Zerstörung zu Nutzen, während ihr friedlicher Einsatz in Fusionsreaktoren trotz vieler

Jahrzehnte intensiver Forschung ungelöst bleibt.

Der Wahnsinn des Wettrüstens wurde 1963 mit dem Verbot atmosphärischer Tests gebremst, nachdem gewaltige Mengen radioaktiven Fallouts in die Luft gelangt waren. Unterirdische Tests liefen weiter, bis sich die etablierten Atommächte 1992 schließlich auf ein Moratorium einigten. Nur Nordkorea durchbrach es und zündete 2016 seine erste Bombe.

Garantierte gegenseitige Vernichtung

Würden neue US-Tests die nukleare Atempause beenden? Die USA besitzen derzeit rund 3.500 Atombomben, überwiegend Fusionswaffen. Andere Atommächte verfügen über ähnliche Arsenale. Diese Bomben sind hochkomplexe Systeme mit Komponenten, die regelmäßig gewartet und ersetzt werden müssen, um ihre Funktionssicherheit und Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Im Rahmen der „Stockpile Stewardship Surveillance“ werden die US-Atomwaffen laufend überprüft: Einige werden ausgemustert, andere modernisiert und an neue Trägersysteme angepasst. Insofern gehören gewisse Tests unweigerlich zum Routinebetrieb. Wenn Chris Wright also betont, es gehe nur um „nicht-kritische“ Tests, dann ist Trumps Ankündigung kaum ein Startschuss für ein neues nukleares Wettrüsten.
Und selbst wenn die USA ihr Arsenal von 3.500 auf 4.000 Bomben erweiterten – was würde das an der globalen strategischen Lage ändern? Russland und China verfügen über vergleichbare Mengen. Ihr Einsatz würde in jedem Fall zur „Mutually Assured Destruction (MAD)“ führen – zur garantierten gegenseitigen Vernichtung, also zum Ende des Lebens, wie wir es kennen.

Niemand will einen solchen Krieg beginnen. Und selbst ein Einzelner, der in einem Anfall von Wahnsinn „auf den roten Knopf“ drücken wollte, würde an den zahlreichen Safeguards scheitern – jenen Schutzmechanismen, die genau eine solche Katastrophe verhindern sollen. Tatsächlich wurde in den 80 Jahren seit Nagasaki keine einzige Atombombe in einem Krieg eingesetzt.

Bikinis für den Frieden

Doch da ist dieser geniale Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ von Stanley Kubrick, der minutiös zeigt, wie ein durchgeknallter General der Airforce all diese Sicherungen aushebelt und den nuklearen Angriff auf Russland befiehlt. Der Film stammt aus dem Jahr 1964 –kann der heute, nach 60 Jahren noch Bedeutung haben? Vielleicht. Immerhin spielt einer seiner Hauptdarsteller auch heute noch eine zentrale Rolle in der US-Luftwaffe: die Boeing B-52.

Wollen wir hoffen, dass Kubrick sich diesmal getäuscht hat, dass die Bomben im Keller bleiben und die Tests der Fusionsbomben auf dem Bikini Atoll uns nicht mehr hinterlassen als diese hübsche zweiteilige Badekleidung der Strandnixen.

Der Bestseller des Autors „Grün und Dumm“, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich. Weitere Artikel und Kontakt zum Autor bei www.think-again.org

Tiefflieger – Die schönsten intellektuellen Bankrotterklärungen prominenter Deutscher

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Das jüngste Buch konnte Autor André Lecloux nicht mehr in den Händen halten. Er starb leider 14 Tage, bevor der Band erschien. Aber was für ein Vermächtnis!

Lecloux war mir schon auf Twitter, später X aufgefallen wegen seiner klugen von leisem Spott getragenen Tweets. Sein Humor war stets erhellend, nie verletzend. Er nahm sich auch selbst auf die Schippe. Eines seiner Statements lautete: „Früher war alles leichter, vor allem ich“.

Die Sammlung geistiger Tieflüge, die er uns hinterlassen hat, haben es in sich. Die zunehmende Verblödung unseres Landes, das schon lange nicht mehr den Dichter und Denkern, auch nicht den Richtern und Henkern, sondern den Dummköpfen und Denunzianten gehört, wird immer wieder beklagt. Lecloux Sammlung legt uns diese traurige Tatsache auf eine Art nahe, die uns ab und zu zum Lachen bringt. Lachen ist die beste Medizin gegen Trübsinn und Depressionen, die im besten Deutschland aller Zeiten jeden anzuspringen drohen, der sich über den Zustand Deutschlands Gedanken macht. „Tiefflieger – Die schönsten intellektuellen Bankrotterklärungen prominenter Deutscher“ weiterlesen

Erfundene Medien und verkleidete ZEIT-Journalisten – Ein Bericht zur Buchmesse Seitenwechsel

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Von Sarie Teichfischer

 

Die erste privat organisierte Büchermesse „Seitenwechsel“ in Halle war
mit mehr als 6.000 Besuchern ein voller Erfolg – und bot ungeahnte
Überraschungen

So viel Tweed in Form von Jackets und Leder in Form von Taschen war selten: Beim
Anblick der stilvollen Kleidung vieler Besucher der ersten Büchermesse in Halle fühlt man
sich in eine frühere Zeit versetzt. Das gilt auch für die Preise: Tagesticket 15 Euro,
Parkticket 5, die Garderobe ist kostenlos. Und das bei einer rein privat finanzierten
Veranstaltung! Organisatorin der ersten Büchermesse „Seitenwechsel“ auf dem Hallenser
Messegelände ist eine Dresdner Buchhändlerin: Susanne Dagen vom Buchhaus
Loschwitz hatte keine Lust mehr auf die üblichen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt:
„Diesen Treffen haftet zunehmend eine Ödnis an“, sagt sie und meint damit die
zunehmende Verengung des gesellschaftlich anerkannten Meinungskorridors. Aus
„geistiger Notwehr“ habe sie also jetzt eine eigene Messe für Bücher ins Leben gerufen –
die bereits am Samstag über 3.000 Besucher anlockte.
Heute ist der zweite Messetag, kurz nach zehn. Die Tore des Messegeländes haben sich
gerade geöffnet. Auf den Zufahrtswegen und Parkplätzen stehen vereinzelt Polizeibusse,
einer direkt vorm Eingang. Dort bietet sich ein skurriles Bild: Eine Sechserschaft Polizisten
steht zum Spalier aufgereiht, an dem die Besucher vorbeilaufen müssen. Direkt daneben
haben sich zwei jener Figuren positioniert, die man seit den Protesten gegen Corona-
Maßnahmen zuverlässig bei öffentlichen Zusammenkünften mit gesellschaftskritischen
Inhalten antrifft: Schwarz gekleidete Männer, die ihr Gesicht hinter Atemschutz-Masken
und Teleobjektiven verstecken. Diese halten sie direkt auf die Gesichter der
vorbeilaufenden Besucher. Warum sie das tun, wollen sie nicht sagen. Die meisten
Messe-Gäste scheinen solcherlei allerdings gewohnt zu sein und ignorieren diese Farce. „Erfundene Medien und verkleidete ZEIT-Journalisten – Ein Bericht zur Buchmesse Seitenwechsel“ weiterlesen

Endlich!

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Von Peter Schewe

Endlich tut sich etwas in Sachen Bürokratieabbau und Digitalisierung. Diese beiden wie siamesische Zwillinge aus aller Munde tönenden Forderungen haben offenbar Gehör bei den uns Regierenden gefunden:

Wir können jetzt unsere Fahrzeugzulassung auch auf dem Handy mitführen. Wir müssen uns nicht mehr plagen mit dieser Zettelwirtschaft (nur noch im Ausland) und dem ewigen Gesuche danach. Handy raus und schon erledigt. Man benötigt dazu ja nur einen onlinefähigen Pass samt PIN und Passwort, seine ID-Nr., ein Smartphone und eine App und schon ist die uns quälende und alles erdrückende Bürokratie verschwunden, wie weggeblasen. Ein wahrer Doppel Wumms!

Bürokratieabbau durch Digitalisierung? Wer’s glaubt wird selig. Wie auch sollen Bürokratie, Formulare, Anträge und deren Bearbeitung verschwinden, nur weil sie nicht mehr auf Papier, sondern in eine unendliche Folge von Nullen und Einsen transformiert wurden?
Dazu zwei Beispiele aus eigener Praxis: „Endlich!“ weiterlesen

Buchmesse Seitenwechsel-Eine klare Ansage

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Nachdem es nicht gelungen war, die von der Buchhändlerin Susanne Dagen organisierte Buchmesse zu verhindern, wurde die staatsfinanzierte „Zivilgesellschaft“ und ihre Finanziers deutlich mit der Realität konfrontiert.
Trotz heftiger Kampagne der Haltungsmedien – auf meiner Fahrt nach Halle hörte ich MDR-Kultur, der kein anderes Thema zu haben schien, als die Messe und sich krampfhaft bemühte, die Gegenveranstaltung „Wir-Festival“ als Antwort der „Zivilgesellschaft“ auf angeblichen Rechtsextremismus zu promoten – strömte die bürgerliche Mitte zum Messegelände. Selbst die paar Hanseln von der Antifa waren machtlos. Zwar trommelten sie nach Leibeskräften, um den Anschein zu erwecken, sie seien viel mehr, zwar versuchten sie sich, den Besuchern in den Weg zu stellen und beschimpften sie nach Leibeskräften. Sie wurden aber einfach beiseite geschoben. „Buchmesse Seitenwechsel-Eine klare Ansage“ weiterlesen

Alle nach Halle – außer MDR-Kultur

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Die linke Meinungs-Blase hat Mega-Muffensausen, denn morgen startet in Halle die Buchmesse „Seitenwechsel“, von der ich auf diesem Blog schon häufiger berichtet habe. Die Idee dazu und die Organisation hat die Dresdener Buchhändlerin Susanne Dagen. Das Ganze ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Immer noch kommen Anmeldungen. Der Ticketverkauft übertrifft alle kühnsten Erwartungen. Sobald das Vorhaben bekannt wurde, gab es Forderungen an die Messe-Besitzerin, „Seitenwechsle“ abzusagen. auch der Hallenser Bürgermeister sollte einschreiten, das tat er aber nicht. Dann plante eine Hallenser Buchändlerin ein Festival „Wir“, als Gegenveranstaltung, was aber nicht besonders öffentlichkeitswirksam wurde, wohl weil es an Geldquellen fehlte. Dann übernahm die Antifa. Nach den jüngsten Anschlägen dieser linksextremen Terrorgruppe muss man deren Ankündigungen als ernste Bedrohung ansehen. Als sich auch die Antifa als nicht genügend abschreckend erwies, wurde erneut die Nazi-Keule geschwungen. Man fand einen Aussteller heraus, der angeblich verfassungsfeindliche Symbole benutzt. Die Aufregung war groß, die Linken forderten eine sofortige Stellungnahme von Dagen.
Wenig später stellte sich heraus, dass dieser Aussteller sich durch die Hintertür in die Anmeldeliste getrickst hatte. Ein Schelm, der Böses dabei denkt? Der Mann flog jedenfalls achtkantig raus.
Heute morgen, als ich MDR Kultur hörte, vernahm ich gegen 7 Uhr die Ankündigung, dass morgen die Messe „Seitenwechsel“ stattfinde. Aus diesem Anlass hätte man gern Susanne Dagen interviewt, das wäre aber nicht geglückt. Nach der Musik würde man dazu Näheres erfahren.
Was da geboten wurde, war ganz großes Framing-Theater. Der Journalist, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe, beschwerte sich, dass seine Fragen vom Pressebeauftragten von „Seitenwechsel“ nicht, oder mit Gegenfragen beantwortet worden seien. So behindere man fairen Journalismus, der beiden Seiten die Möglichkeit geben wollte, sich zu der „umstrittenen“ Messe zu äußern. Ihm persönlich sei sei Gewaltaufruf unterstellt worden, das sei unerhört.
Aus diesem Anlass veröffentliche ich hier die Fragen des MDR-Mitarbeiters und die Antworten des Pressebeauftragten Bernd Zeller.

„Alle nach Halle – außer MDR-Kultur“ weiterlesen

Granadas Alhambra

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Nach Granada fährt man vor allem, um die Alhambra zu besichtigen. Die muslimische Festung gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Europas. Nach der Erhebung zum UNESCO-Weltkulturerbe ist viel investiert worden, um den Besucheransturm zu bewältigen. Man betritt die Festung nicht mehr durch das Tor der Gerechtigkeit, das nach der Reconquista durch eine Marienfigur ergänzt wurde, sondern durch einen neu geschaffenen Eingangsbereich vor den Gärten außerhalb der Mauern. Die Sicherheitsbestimmungen sind hart: Erst werden die Ausweise aller Besucher auf Echtheit überprüft (das wünscht man sich an deutschen Grenzen), dann müssen sie mit dem Ticket beim Eintritt vorgezeigt werden, wo noch einmal geprüft wird, ob das Gesicht auch zum Foto passt.

Ist man endlich drin, bewirken die weitläufigen Gärten, dass der Touristenstrom entzerrt wird. Man genießt den schönen Blick auf Granada im Tal und lässt sich von den Anlagen verzaubern. Diese sind allerdings eine Schöpfung der letzten Jahrzehnte. Sie symbolisieren die drei arabischen Forderungen an Gärten: Farbe, Duft und Musik, letztere aber nur in Form von Wassergeplätscher. Allerdings waren die Blumen sehr mitgenommen von dem Sturm, der unsere Landung in Málaga verzögert hatte.

Die ursprünglichen Festungsgärten waren reine Nutzgärten. Sie dienten der Ernährung der Bewohner. Auf einer kleinen Fläche konnte man sehen, wie sie ausgesehen haben mögen.

Von den sieben Palästen stehen noch drei. Wir betreten zuerst den Justizpalast, in dem mitten im maurischen Wandmosaik das „Plus ultra“ Ferdinands von Aragon hängt. Vor Kolumbus glaubte man, dass die Welt hinter Spanien und Portugal am Atlantik zu Ende sei: Bis hierher und nicht weiter – Non plus ultra. Bis man es besser wusste: Von hier weiter.

Der Palast des Sultans besticht durch seine Pracht. Was heute aber überwiegend weiß und ebenholzfarben ist, war früher bunt bemalt. Reste dieser Bemalung haben sich erhalten. Zahlreiche Kalligraphien zieren die Wände – Geschichten und Gedichte. Der Palast ist ein offenes Buch. Im Raum des Kalifen, in dessen Mitte er auf dem Fußboden thronte, lautet die Inschrift: „Es gibt keinen Sieger außer Allah“. Ein Ausweis für Toleranz ist das nicht, sondern ein klarer Herrschaftsanspruch. Im Bereich des Sultans waren selbstverständlich Frauen nicht zugelassen. Sie konnten allerdings von kleinen Fenstern unter der Decke das Geschehen im Vorhof beobachten.

Der Frauenpalast erzählt ungeschminkt die Geschichte der Stellung der Frauen im Islam. Die Sultansfrauen und Kinder lebten in einer schönen Umgebung ohne jede Privatsphäre. Palmenwaldsäulen, Wasser, ein Hamam, in dem geblendete Musiker zum Bade aufspielten. Man wohnte im Innenhof und schlief in Nischen, alkub genannt, die Urform von Alkoven.

Der Hof des Frauenpalastes wird gern für Werbezwecke fotografiert, weil ihn ein schöner Löwenbrunnen ziert. Zwölf Löwen für die zwölf jüdischen Stämme – das Geschenk einer reichen jüdischen Familie an den Sultan. Ein Ausweis des guten Zusammenlebens im muslimischen Andalusien. Aber warum steht der Brunnen dort, wo ihn die Öffentlichkeit dann nicht sehen kann?

Der Weg von der Festung in die Stadt ist ziemlich steil, aber wunderschön. Hier weist ein habsburgisches Adlerwappen darauf hin, wer nach der Reconquista hier das Sagen hatte. Die Altstadt ist zweigeteilt: ein arabisches Viertel, ein Viertel der Zigeuner, wie sie unsere Führerin Maria Regis zutreffend bezeichnet (es gibt über 100 Zigeunerfamilien, Sinti und Roma sind nur die beiden größten). In diesem Viertel sind die Häuser nur Fassaden, dahinter leben die Bewohner in Höhlen (Troglodyten).

Die Kathedrale ist prächtig. Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon, die spanischen Könige, wollten hier die Grablege aller künftigen Könige bauen. Aber es blieb bei den Gräbern für Isabella und Ferdinand und ihrem unbedeutenden Nachfolgerpaar. Die Kapelle ist wunderschön. Isabellas Kopf liegt etwas tiefer als der Ferdinands. Die Legende sagt, dass der Bildhauer damit dezent andeuten wollte, dass Isabella klüger war als ihr Gatte – ihr Gehirn war schwerer. Es gibt keine arabische Isabella, nur Scheherazade, die ihrem Sultan tausende Nächte lang Geschichten erzählen musste, damit er sie nicht umbringt. No comment.

Elon setzt nicht auf Kernfusion

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Wäre Kernfusion eine realistische Option zur Energieversorgung, dann würde Elon Musk in diese Technologie einsteigen. Doch der setzt auf Projekte mit besseren Erfolgschancen, etwa die Besiedelung des Mars.

Journalistische Prognosen

Journalistische Prognosen zur globalen Energieversorgung klingen oft etwa so:

„Die gegenwärtigen Atomreaktoren sind eine Hochrisiko-Brückentechnologie, die bald durch Small Modular Reactors abgelöst wird, die keinen Atommüll erzeugen. Parallel dazu gehen kleine Reaktoren ans Netz, die Energie erzeugen, indem sie vorhandene radioaktive Abfälle verbrennen. Bald aber wird Energie durch kontrollierte Kernfusion erzeugt, deren Brennstoff im Wasser in beliebiger Menge vorhanden ist.“
An dieser Prognose ist fast alles falsch. Hier soll jedoch nur die letzte Aussage betrachtet werden.

Die erste menschengemachte Kernfusion fand 1952 statt – in Form der Wasserstoffbombe. Seither wurden enorme Ressourcen in Forschung und Entwicklung investiert, um diese gewaltige Energiequelle kontrolliert nutzbar zu machen. Heute jedoch kann niemand behaupten: „Ja, jetzt haben wir ein funktionierendes Prinzip, wir müssen es nur noch kleiner, günstiger und zuverlässiger machen, dann ist es einsatzbereit.“
Warum geht es so langsam voran? Der erste Motorflug fand 1903 statt. 73 Jahre später bevölkerten Jumbos und Airbusse den Himmel. In 73 Jahren hat die Luftfahrt die Welt tiefgreifend verändert – warum hat die Kernfusion unsere Energieversorgung noch nicht revolutioniert?

Alles oder nichts

Es gibt keinerlei Grund anzunehmen, dass alle Technologien im gleichen Tempo voranschreiten. Für die Untersuchung von Auftrieb und Luftwiderstand konnten die Wright-Brüder erprobte Materialien wie Holz und Leinen verwenden und die Kräfte mit einfachen Geräten messen. So erkannten sie schnell die grundlegenden Gesetze der Aerodynamik und konnten die Form von Tragflächen berechnen und bauen. Schrittweise entwickelten sie dann Antrieb und Steuerung, und daraus entstanden schließlich richtige Flugzeuge. Anfangs mit konventionellen Bauteilen und Seilzügen von Fahrrädern, später mit leichteren Materialien, Elektromechanik und Elektronik – aus dem Flyer entstanden in kleinen, inkrementellen Schritten die modernen Airliner.
Kitty Hawk war der Keim der Luftfahrt.

In der Kernfusion gibt es keinen solchen Keim, von dem aus man in kleinen Schritten zu einer industriell nutzbaren Technologie gelangt. Hier gilt: alles oder nichts. Die zentrale Reaktion – die Fusion von Deuterium und Tritium – wird heute in gigantischen Anlagen nur für wenige Sekunden erreicht. Dieser Entwicklungsstand von Fusionsreaktoren ist vergleichbar mit der ersten gelungenen Zündung eines Benzin-Luftgemisches im Reagenzglas auf dem Weg zum Benzinmotor. Und vielleicht ist selbst dieser Vergleich noch zu optimistisch.

(Anmerkung: Deuterium und Tritium, die Treibstoffe der Kernfusion, sind Isotope des Wasserstoffs. Deuterium macht 0,015 % des natürlichen Wasserstoffs aus, Tritium ist radioaktiv mit einer Halbwertszeit von 12 Jahren und muss aus Lithium in Atomreaktoren hergestellt werden. Der „natürliche“ Wasserstoff reicht also nicht als Brennstoff.)

Seit 50 Jahren noch 30 Jahre

Bedeutet das, die Forscher und Ingenieure würden nicht hart genug arbeiten? Ganz im Gegenteil. Die Berechnung der Magnetfelder in Tokamaks und Stellaratoren stellt olympische Anforderungen an die wissenschaftliche Intelligenz. Ihre Umsetzung erfordert Höchstleistungen auf technologischem Neuland. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind von großem wissenschaftlichem Wert – unabhängig davon, ob die Kernfusion jemals zur Energieversorgung beiträgt.

Elon Musk will nicht so lange warten. Sein Kommentar lautet: „30 years away for the last 50 years“ – seit fünf Jahrzehnten ist man immer noch 30 Jahre vom Erfolg entfernt. Für jemanden, der die NASA praktisch eigenhändig überholt und nebenbei ein halbes Dutzend Firmen aufgebaut hat, ist das nichts. Statt zu warten, fliegt er lieber auf den Mars.

Der Bestseller des Autors „Grün und Dumm“, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich.

Córdoba – Moschee und Kathedrale als beste Freundinnen

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Unsere dritte Station Córdoba erreichen wir an Allerheiligen, dem Feiertag der Katholiken, problemlos. Am Morgen ist der Verkehr noch schwach. Unterwegs fahren wir an einem schmalen, hohen Objekt vorbei, das leuchtend in einem Feld steht, als hätten die Aliens eines ihrer Raumschiffe dort gelandet. Es ist ein solarthermisches Kraftwerk. Umstellt von Spiegeln, wird in diesem Ding z. B. flüssiges Natrium erhitzt. Es ist bisher bei diesem einen Prototyp geblieben.

Als wir in Córdoba an der Römischen Brücke ankamen, stand schon ein Auto unseres Hotels bereit, das unser Gepäck übernahm. Reisebusse dürfen nicht in die Innenstadt. Wir freuten uns, dass wir die Stadt über die 2000-jährige Brücke betreten würden – und das an einem Tag wie aus dem Bilderbuch: sonnig, mild, mit leichtem Dunst über dem Fluss. Anfangs waren wir fast noch allein, aber nach 331 m am anderen Ende hatte sich die Brücke schon belebt. Ein junger Mann spielte gekonnt Gitarre. Die Leute hörten ihm gern zu, aber kaum einer warf eine Münze in den Hut. Als ich am Nachmittag noch einmal an der Brücke vorbeikam, saß er immer noch da. Das hatte ich schon in Sevilla beobachtet, dass Straßenkünstler kaum noch belohnt werden, selbst wenn sie atemberaubende Artistik oder perfekte Musik bieten. „Córdoba – Moschee und Kathedrale als beste Freundinnen“ weiterlesen