Monika Maron wurde in der DDR über Nacht berühmt. Als Mitarbeiterin der beliebten Zeitschrift „Wochenpost“ veröffentlichte sie am 21. Juni 1974 eine Reportage über das Industrierevier Bitterfeld. Der Text wurde zwar nur mit starken Veränderungen abgedruckt, war aber dennoch eine Sensation, denn es wurde die katastrophale Umweltverschmutzung dieser Region offen thematisiert. Ich war in der glücklichen Lage, das Blatt in den Händen halten zu können, denn meine Eltern gehörten zu den Abonnenten. Viele andere Interessierte, mussten sich mit Abschriften begnügen, denn die „Wochenpost“ war an den Kiosken sofort ausverkauft. Von meinem Vater erfuhr ich, dass die Stasi einen Teil der frei zu verkaufenden Auflage aufgekauft hatte. Für glaubensfeste Genossen war der Artikel also zugänglich.
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