Postheroismus in Zeiten des Terrors

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Von Gastautor Parviz Amoghli

Nach dem jüngsten islamistischen Anschlag in Wien ist die Bestürzung innerhalb der veröffentlichten Meinung mal wieder groß. In den Amts- und Redaktionsstuben der Republik wird die alte, abgegriffene Rhetorik hervorgekramt, die entweder von dem unbedingten Willen schwafelt, sich nicht vom Terror die Lebensweise vorschreiben zu lassen, oder davon, nun erst recht zusammenzustehen. Um das Gesagte zu unterstreichen, setzen die Sprecher ihre entschlossensten Mienen auf und scheuen nicht vor markigen Sätzen zurück, wobei stets eine Kriegserklärung an den Terror den Höhepunkt bildet. Inzwischen hat die Routine auch das Entsetzen erreicht, die posttraumatischen Verlautbarungen der jeweiligen Sicherheitsbehörden ähneln Sprachleitfäden, bei denen lediglich der Name der betroffenen Stadt ausgetauscht wird. „Postheroismus in Zeiten des Terrors“ weiterlesen

Der Krieg ist unter uns

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Alle Politiker, die jetzt Entsetzen über den Terroranschlag in Wien äußern, sind Heuchler. Seit Jahren werden islamistische Anschläge in Europa verübt. Wenn sie etwas kleiner sind, werden sie gern verschwiegen, oder verharmlost, wie der kürzlich rechtzeitig aufgedeckte Nagelbombenanschlag auf einen Regionalzug in Köln-Deutz am 3. Oktober diesen Jahres. Der ist schon wieder vergessen, obwohl die Sache erst einen Monat her ist. Danach kam am 4. Oktober der Anschlag in Dresden, eines syrischen Islamisten, der aber leider nicht abgeschoben werden konnte, da es für ihn in Syrien zu gefährlich ist. Das Motiv Schwulenfeindlichkeit, das auf Islamismus deutet, wurde verschwiegen, bis es nicht mehr ging. Einige Politiker, wie der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius, bekundeten rituell ihr Beileid, behaupteten, ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Familien. Anschließend weigern sie sich, das Abschiebeverbot  für islamistische Gefährder aufzuheben.

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Wie die EU sich selbst zerlegt

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„Große Erwartungen – Auf den Spuren des Europäischen Traums (1999-2019)“ heißt das neue Buch des niederländischen Journalisten Geert Mak, das vor wenigen Wochen in deutscher Auflage erschien. Es ist die Analyse eines linken Europaenthusiasten, dessen Augen offen und Denken nicht ideologisch vernebelt ist. Was man einem EU-Gegner nicht unbedingt abnehmen würde, erhält hier eine besondere Glaubwürdigkeit. Es ist schwer, ein 600-Seiten-Werk in einer notgedrungen kurzen Rezension abzuhandeln. Deshalb kann ich an dieser Stelle schon dringend empfehlen, das Buch selbst zu lesen. Man wird noch viel Wissenswertes finden, das ich aus Platzgründen nicht erwähnen kann.

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Der Ausnahmezustand als neue Normalität

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Seit gestern ist amtlich, was seit Wochen durch immer neue Panikmeldungen vorbereitet wurde: Ein neuer Ausnahmezustand wurde verhängt, ohne dass es einen Notstand gibt, der das erforderlich machen würde. Von den 20.000 Coronabetten sind nach Angaben von heute unter 10% belegt. Wie viele Erkrankte es unter den 16.000 „Neuinfektionen“ gibt, wird nach wie vor verschwiegen. Ein Gremium ohne demokratische Legitimation, bestehend aus Kanzlerin und den Ministerpräsidenten beschließt weitreichende Beschränkungen der bürgerlichen Freiheiten, ohne dass die Parlamente, die als einzige befugt sind, solche Maßnahmen zu verhängen, befragt worden wären. Sie dürfen hinterher das Beschlossene abnicken, wenn sie wollen. Widerstand scheint sich dagegen kaum zu regen. Zwar haben AfD und FDP bei der heutigen Bundestagsdebatte Widerspruch angemeldet, aber daraus werden sich kaum Konsequenzen ergeben. „Der Ausnahmezustand als neue Normalität“ weiterlesen

Corona – relevante Werte, statistische Mängel, politischer GAU

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Von Gastautor Volker Voegele

Seit Frühjahr 2020 wird das Publikum mit einer Flut von Daten zu Sars-CoV-2 und Covid-19 konfrontiert. Abgesehen von den eigentlichen Sachinformationen zum Virus und zur Krankheit stehen die Fallzahlen im Vordergrund. Welche davon sind relevant und wie sieht es mit der Qualität der statistischen Daten aus.

Die Tests haben primär keinen Einfluss auf die Anzahl der Erkrankten und der Todesfälle

Das ist erst einmal eine banale Feststellung, die aber real überlagert wird von den täglichen Alarmmeldungen, zumal der „Neuen Fälle“.  Abgesehen von dem etwas eigenartigem Umstand, dass der PCR-Test („polymerise chain reaction“) nur dann ziemlich zuverlässig ist, wenn der getestete Mensch auch die Krankheitssymptome von Covid-19 hat. „Corona – relevante Werte, statistische Mängel, politischer GAU“ weiterlesen

Basiswille statt Funktionärswillkür!

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Hiermit veröffentliche ich den Offenen Brief der Werteunion an alle CDU-Parteimitglieder! Jeder sollte jetzt aktiv werden1

– Offener Brief der WerteUnion gegen die Verschiebung der Wahl zum CDU-Vorsitzenden
Sehr geehrte Mitglieder der CDU,

wir sind verärgert, irritiert und bestürzt. Das CDU-Vorstandsgremium will die Wahl des Vorsitzenden bis ins nächste Jahr aussitzen! Dies ist für uns völlig inakzeptabel. Wir fragen uns:
• Wieso wurde der Ersatztermin für den Parteitag in den Dezember gelegt – wohl wissentlich, dass Covid-19-Infektionen im Winter aufgrund kälterer Temperaturen wieder zunehmen?
• Wieso verweigert sich der Parteivorstand einer digitalen Alternative zur Präsenzveranstaltung, die technisch und rechtlich problemlos umsetzbar wäre? Schließl „Basiswille statt Funktionärswillkür!“ weiterlesen

Mit dem Lockdown light in die Diktatur

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Seit Beginn der Pandemie, die außerhalb der Propaganda keine ist, wird Panik geschürt. Den Dirigentenstab im politischen Panikorchester hat Kanzlerin Merkel fest in der Hand. Erst wurde die Gefahr der zweiten Welle förmlich herbeigeschrieben, dann durch exzessives Testen belegt. Jeden Tag wird die Zahl der angeblichen Neuinfektionen so dramatisch wie möglich präsentiert. War sie sie niedriger, als am Tag zuvor, wird der Anstieg einfach mit einem Tag der Vorwoche verglichen. Im Kleingedruckten kann man lesen, dass die Zahlen nicht vergleichbar seien mit denen vom Frühjahr, aber wer liest das schon?

Obwohl, wie zum Beispiel der Epidemiologe Gérard Krause sagt, die Krankenhauszahlen entscheidend sind, wird nach wie vor verschwiegen, wie hoch die Zahl der tatsächlich Erkrankten ist. Bei den Angaben zu den „an und mit Corona“ Verstorbenen fällt auf, dass sie nach Monaten immer noch weit unter denen der jährlich an Krankenhauskeimen Verschiedenen liegt. Nach wie vor ist die übergroße Mehrheit der Corona-Intensivbetten leer, obwohl jetzt auch Fälle gezählt werden sollen, die wegen einer OP ins Krankenhaus kamen, als Virenträger identifiziert wurden und deshalb anschließend in ein Corona-Bett kommen. So kann man die Statistik frisieren. Aber zu welchem Zweck?

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Es gibt ihn noch, den fairen Journalismus

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Seit die “Berliner Zeitung” vom Ehepaar Friedrich übernommen wurde, hat sich das Blatt erstaunlich gewandelt. Es kommen tatsächlich ganz unterschiedliche Stimmen zu Wort, von Thilo Sarrazin bis Annetta Kahane. Das dürfte inzwischen auf dem Medienmarkt einmalig sein. Deshalb habe ich dem Vorschlag, Anja Reich-Osang und Sabine Rennefanz ein Interview zu geben, zugestimmt. Von Anja Reich-Osang  war mir kurz vother ein erstaunlicher Artikel über den “Fall Diogo: Wie aus einem tragischen Unfall ein brutaler Neonazi-Mord wurde” aufgefallen. Reich hat es mit ihrer Kollegin Jenni Roth gewagt, sich der Mythenbildung über ein angebliches Neonazi-Verbrechen in der DDR entgegenzustellen.Von Sabine Rennefanz kannte ich ihr aufschlussreiches Buch “Eisenkinder” über die Irrungen und Wirrungen, sie nennt es “stille Wut”, der Wendegeneration. Ich ließ mich also auf das Wagnis ein

Das Ergebnis kann man hier nachlesen:https://www.berliner-zeitung.de/zeitenwende/vera-lengsfeld-ich-denke-anders-li.113121 

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Rote Asche- eine sowjetische Schachnovelle

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In einer Zeit, da sozialistische Rezepte zur Bewältigung der politischen Krisen dieses Jahrhunderts propagiert werden, ist es nötiger denn je, sich mit der kommunistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Aber gerade das geschieht immer weniger. Unserer Gegenwart, wie Marc Bonnant im Vorwort des neuen Buches von Oskar Freysinger richtig feststellt, fehlt es an Vergangenheit. Deshalb ist die Zukunft enterbt. 

„Der moderne Mensch findet seine Freiheit in seiner Unwissenheit“. 

Dass die „Oktoberrevolution“ von 1917 in Russland in Wahrheit ein Putsch gegen die erste demokratische Regierung war und kein Coup gegen den Zaren, weiß heute fast niemand mehr. Die schreckliche Wahrheit hinter der Bürgerkriegsromantik – Rot gegen Weiß – ist verblasst. Eine Troika war damals kein Schlittengespann mit drei Pferden, sondern eine Dreiergruppe, die im Minutentakt Menschen zum Tode verurteilte, die gleich hinter dem Haus, in dem das Standgericht stattfand, erschossen wurden.

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Selbstzerstörung      

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Von Gastautor Alexander Meschnig

 In seinem 1920 erschienen Werk Jenseits des Lustprinzips hat Sigmund Freud, auf dem Hintergrund der Erfahrungen des Ersten Weltkrieges, den in der psychoanalytischen Diskussion von Anfang an umstrittenen Begriff des Todestriebs eingeführt. Letzterer strebt danach, so Freuds theoretische Annahme, in den anorganischen Zustand zurückzuführen. Denn: „Das Ziel alles Lebens ist der Tod.“ Zu dieser Triebgruppe gehört ein Streben nach Selbstzerstörung und daraus abgeleitet eine Neigung zu Aggression und Destruktion. Dem Lebenstrieb (Eros, Libido) steht also auf der negativen Seite, quasi als Dualismus, ein Todestrieb gegenüber, dem die eigene Zerstörung immanent ist. Dass sich jemand selbst schädigt oder verletzt scheint uns absurd, zeigt sich aber etwa in Phänomenen wie dem Wiederholungszwang. Mit diesem Begriff will Freud den menschlichen Impuls, unangenehme und schmerzhafte Gedanken, Handlungen oder Situationen zu wiederholen, erklären. Die zwanghafte Wiederholung von negativ Erlebtem lässt sich auch als der vergebliche Versuch verstehen einen alten Konflikt durch seine ständige Inszenierung zu bearbeiten und ungeschehen zu machen. Freud sieht das Subjekt folglich nicht als souverän Handelndes, sondern im Bannkreis von Wiederholungszwängen stehen. „Selbstzerstörung      “ weiterlesen