Von Gastautor: Lothar W. Pawliczak
Der Katastrophenprophet triumphiert immer. Wenn die vorausgesagte Katastrophe eintritt: Ich habe Euch gewarnt, aber Ihr wolltet ja nicht hören! Tritt die Katastrophe nicht ein, klopft er sich selbst auf die Schulter: Weil ich davor gewarnt habe! Manchmal dauert das Selbst-auf- die-Schulter-Klopfen allerdings schon mal ein paar hundert Jährchen. Das macht nix. Propheten zu widersprechen ist riskant. Wer das tut, ist ein Verschwörer, der die Katastrophe herbeiführen will, und wird zu übelsten Höllenstrafen verflucht. Das Verfluchen ist heutzutage zwar aus der Mode gekommen, dafür muß man aber als Andersdenkender sofort mit höllischen Reaktionen im Lande rechnen.
Mit der Corona-Pandemie – nein, ich will nicht darüber streiten, ob es eine ist oder nicht – dürfte nun für jeden klar geworden sein: Mit Katastrophen-Warnungen kann man sehr schön Ängste schüren. Die ausgerechneten Schreckenskurven scheinen Maßnahmen zu begründen, die einer sachlichen Zweckmäßigkeitsüberprüfung nicht standhalten, und obendrein behaupten dann noch die Horrormelder, daß das Desaster wegen ihrer Horrorprognose nicht eingetreten ist. „Propheten haben immer Recht“ weiterlesen