Nein, ich bin keine Wagnerianerin! Jahrelang fing Wagner bei mir mit dem Fliegenden Holländer an und hörte mit ihm auf. Ich habe mehrere Inszenierungen dieser Oper gesehen, weil das Lied des Seemanns für sein Mädchen eines der schönsten Liebeslieder ist, das ich kenne.
Was ich sonst so vernommen habe, Ausschnitte aus dem Ring der Nibelungen, Parzival oder den Meistersingern war mir zu dramatisch, zu düster, zu schwülstig. Es machte mir keine Lust auf mehr.
Aber dann habe ich auf MDR KULTUR immer wieder Ausschnitte eines Interviews mit Neo Rauch über die Musik des Lohengrin gehört, die er in seinem Atelier abspielte, um sich Inspirationen für sein Bühnenbild zu holen, das er für die diesjährigen Bayreuther Festspiele entworfen hat. Die Rede war auch von Rosa Loys hinreißenden Kostümentwürfen, von der magischen Wirkung der Lohengrin-Musik und der Farbe Blau, die Rauch und Loy, wie vorher Thomas Mann und Friedrich Nietzsche, mit ihr assoziierten. Ich hörte mir die Ouvertüre an, heutzutage ist das dank YOU TUBE ja kein Problem mehr und war fasziniert. Ich verstand plötzlich, warum Neo Rauch gesagt hat, die Musik hätte sich in ihn hineinmassiert.
Spontan fasste ich den Entschluss, mir die Inszenierung anzusehen. „Ein sächsischer Geniestreich in Bayreuth!“ weiterlesen
