Wie sehen Energiespeicher aus?

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Von Gatautor B.B.

Im Wormser Tagungszentrum veranstaltete der regionale Energieversorger EWR am 27. August 2026 eine Tagung zum Thema Ausbau der Versorgungsnetze in der Region. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kommunen diskutierten über die Energiewende. Hochrangiger Gast war Michael Ebling, der seit Mai 2026 Minister für Wirtschaft, Energie und Klima des Landes Rheinland-Pfalz ist. Wenig überraschend war der Grundtenor der abschließenden Diskussion, die Energiewende befinde sich auf dem besten Wege zu Erfolg, 60 Prozent des Stroms werde bereits aus erneuerbaren Energien gewonnen. Der Ausbau von Batterien würde in Bälde das Problem der stark schwankenden Erzeugung und insbesondere die Versorgung während mehrtägiger Dunkelflauten lösen.

In der Tat wurde der erste und größte Groß-Batteriespeicher in Worms im Juni 2026 offiziell eingeweiht. Er hat eine Leistung von 30 MW und eine Kapazität von 65 MWh, die 17 Container-boxen brauchen 2.800 m² Fläche.

Vielen fehlt leider die Vorstellung davon, was diese Zahlen praktisch bedeuten. In der Pause blickte ich vom Foyer des Tagungszentrums auf den Dom, das Wahrzeichen von Worms. Dabei kam mir der Gedanke, das Problem der Überbrückung einer Dunkelflaute anschaulich zu machen. Das folgende Gedankenexperiment ist keine technische Lösung für die Dunkelflaute. Es zeigt aber die Größenordnung des Problems.

Jeder in Worms kennt den Dom. Er ist ca. 100 m lang, ca. 30 m breit und ca. 30 m hoch. Ein idealisierter Betonquader mit den Abmessungen des Doms vollständig mit Beton gefüllt würde ca. 200.000 Tonnen wiegen. Dieser Klotz ist anschaulich gut vorstellbar und könnte prinzipiell als Energiespeicher dienen, wenn man ihn anhebt. Die so gespeicherte Energie könnte prinzipiell in Strom zurückverwandelt werden und während einer Dunkelflaute von, sagen wir, 7 Tagen die Stromerzeugung in Worms übernehmen.

Deutschland hat an einem normalen Tag einen Leistungsbedarf von 50 bis 75 GW. Bei Dunkelflaute plant die Bundesnetzagentur Verbrauchsreduzierungen bzw. zeitweisen Abschaltungen großer Verbraucher. (https://www1.wdr.de/wirtschaft/bundesnetzagentur-plan-notfall-stromkrise-100.html).

Für mein Gedankenexperiment unterstelle ich vereinfachend, dass die verbleibende deutsche Last in einer solchen Situation auf 10 GW sinkt. Weiterhin nehme ich an, dass Worms davon – grob entsprechend seinem Anteil an der deutschen Bevölkerung – 0,1 Prozent trägt. Das wären 0,01 GW.

Um den Wormser Strombedarf während 7 Tagen Dunkelflaute decken zu können, müsste man den beschriebenen Klotz vor der Flaute um rund 3 km anheben. Lässt man ihn idealisiert gleichmäßig über sieben Tage absinken und wandelt seine potentielle Energie verlustfrei in Strom um, entspräche dies einer durchschnittlichen elektrischen Leistung von 0,01 GW.

Das Gedankenexperiment liefert keine technische Lösung. Es macht jedoch deutlich, welche Größenordnungen bei der Speicherung elektrischer Energie während einer mehrtägigen Dunkelflaute überhaupt zu bewältigen wären.

Der 65-MWh-Speicher könnte diese angenommene Wormser Last also nur rund 6,5 Stunden decken. Für sieben Tage wären rechnerisch 26 Speicher dieser Größe erforderlich. Neben den wirtschaftlichen Fragen ist die Sicherheit zu bedenken. In Bautzen, der Partnerstadt von Worms, ist vor vier Wochen ein Batteriespeicher  abgebrannt. (https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/news-feuerwehr-rauch-warnung-,brand-batteriespeicher-106.html ).

Das Gedankenexperiment beantwortet nicht die wirtschaftliche Frage. Es zeigt lediglich, dass eine vollständige Absicherung einer mehrtägigen Dunkelflaute allein durch Batteriespeicher eine erhebliche Speicherkapazität erfordern würde.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Energiewende nicht nur den Stromsektor betrifft. Nur rund ein Viertel des Endenergiebedarfes ist elektrische Energie (https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/energie/endenergieverbrauch-nach-energietraegern-sektoren ). Auch Wärme und Verkehr sollen zunehmend auf erneuerbare Energien umgestellt werden.



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