Cyberangriffe und die Große Transformation

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Klaus Schwab, der Verkünder der Großen Transformation“, also der totalen Umwandlung unserer Lebensweise als angeblich notwendige Folge der Corona-Krise, hat sich auch als Prophet eines noch größeren Unheils betätigt. Schon im Juli letzten Jahres warnte er anlässlich des „World Economic Forum’s Cyber Polygon 2020 Event“ vor einem Zusammenbruch der europäischen Stromversorgung nach einem Cyber-Angriff. Allerdings blieb seine Warnung, im Gegensatz zu seinem Buch „Covid 19: The Great Reset“ weitgehend unbeachtet. Bis heute hat seine Ansprache weniger als 5000 Aufrufe zu verzeichnen. Warum muss man heute daran erinnern?

Am 8. Januar dieses Jahres wäre es beinahe so weit gewesen: Das europäische Stromnetz stand kurz vor einem Blackout. Eine Frequenzabweichung im Südosten der Union, in Rumänien, hatte die europäischen Netzbetreiber an ihre Grenzen gebracht. Die Ursache ist anscheinend bis heute nicht geklärt. Ein Cyber-Angriff war es jedenfalls nicht. „Trotz der Probleme in Rumänien sei in Deutschland die Stromversorgung zu jedem Zeitpunkt sicher gewesen“, beeilte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu versichern.

Um das Netz wieder auf die richtige Frequenz zu bekommen, mussten mehrere Länder zeitweise vom europäischen Verbundnetz getrennt werden. Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Kroatien und die Türkei, die normalerweise über Leitungen an das kontinentaleuropäische Netz angebunden sind, mussten vorübergehend in den „Inselbetrieb“ gehen. In Frankreich und Italien mussten Großverbraucher ihre Abnahme drosseln, um das restliche Netz wieder zu stabilisieren.

Es war der zweite großflächige Beinahe-Blackout innerhalb der letzten zwei Jahre. Schon im Sommer 2019 stand es an drei Tagen auf der Kippe. Damals gab es im deutschen Netz zeitweise zu wenig Strom, um die nötige Frequenz von 50 Hertz konstant zu halten. Beide Male konnte ein Totalausfall verhindert werden – wenn auch nur knapp.

Dabei steht das deutsche Stromnetz vor einer bisher so nicht gekannten Herausforderung. Dank der grünen Energiepolitik der Regierung Merkel speisen anstatt einzelner großer Kraftwerke immer mehr kleinere Ökoanlagen aus allen Ecken des Landes Energie ins Netz. Statt der bisher gewohnten Grundlast, also einer stetig gleichbleibenden Versorgung aus Kohle-, Atom- und Gaskraftwerken, kommt es dabei zu heftigen Schwankungen. Mal muss ein zu viel angefallener Strom gegen Entgelt in die Netze anderer Länder gedrückt werden, mal muss ganz schnell Strom zu überhöhten Preisen angekauft werden, um die Netzsicherheit zu gewährleisten. Das beschert den Bundesbürgern nicht nur die höchsten Strompreise Europas, sondern einen stetig schwankenden Stromlevel.

Diese Schwankungen müssen von den Netzbetreibern geregelt werden. Die Kosten für sogenannte Einspeisemanagement-Maßnahmen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, vor allem wegen der immer größer werdenden Anzahl von Wind- und Solaranlagen, die weiter installiert werden, obwohl es nach wie vor keine geeigneten Speicher gibt.

Darüber erfährt die deutsche und die europäische Öffentlichkeit wenig, obwohl die Folgen eines Blackouts alle durch die Corona-Krise ausgelösten Verwerfungen weit übertreffen würde.

Um Klaus Schwab zu zitieren: „Wir alle wissen, dass das erschreckende Szenario eines umfassenden Cyberangriffs die Stromversorgung, den Transport, die Krankenhausleistungen und unsere Gesellschaft insgesamt vollständig zum Erliegen bringen könnte. Die COVID-19-Krise würde in dieser Hinsicht als kleine Störung im Vergleich zu einem großen Cyberangriff angesehen werden“. Schwab nennt dieses düstere Szenario „Cyber-Pandemie.

Nun scheint sich auch unsere Regierung mit der Möglichkeit einer Cyber-Pandemie zu beschäftigen. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen im Sommer 2016 aufgefordert, sich Vorräte an Bargeld, Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten, Kerzen und Sprit für Camping-Kocher anzulegen. Damals wurde auch eine entsprechende Broschüre vertrieben. Jetzt wird anscheinend an einem neuen Konzept zum Selbstschutz der Bevölkerung gebastelt. Damit sollen die Menschen, denen in den letzten Jahrzehnten systematisch Selbstverantwortung abtrainiert wurde, weil sie sich auf den Wohlfahrtsstaat verlassen sollen, in die Lage versetzt werden, sich selbst zu helfen, bis staatliche Hilfe eintrifft. Offenbar ist die Regierung nicht ganz blind für die Gefahren, die von einer Drosselung der Wirtschaft ausgehen. Die Frage ist, warum sie trotzdem über eine Verschärfung der Maßnahmen, bis hin zur weiter gehenden Einschränkung wirtschaftlicher Tätigkeit und des Öffentlichen Nahverkehrs nachdenkt. Unverständlich ist auch, warum eine Regierung, die auffordert, sich mit Bargeld einzudecken, gleichzeitig die Abschaffung des Bargeldes betreibt.

Immer wieder taucht im Zusammenhang mit der Corona-Krise die Kriegsrhetorik auf, die der französische Präsident Emmanuel Macron als erster benutzte. Kurz darauf verglich der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger das Jahr 2020 mit der Ardennen-Offensive der deutschen Streitkräfte 1944, die noch einmal eine Delle in die Frontlinie der Alliierten schlug. Als deutschstämmiger Jude wusste Kissinger, was jüdischen Exilanten wie ihm drohte, sollten sie den deutschen Einheiten in die Hände fallen. In diesem Zusammenhang verglich er die damalige “undefinierte Gefahr…die keiner Person so wirklich gilt, die wahllos und zerstörerisch zuschlägt“. mit der von Covid-19 in unseren Tagen. Wer so überhöht argumentiert, hält alle, auch die absurdesten Mittel, die Gefahr zu bannen, für geboten.

Kissinger stehen die Kriegsfolgen vor Augen, wenn er sagt: “Wenn die Covid-19-Pandemie vorüber ist, werden die Institutionen vieler Länder in der Wahrnehmung der Menschen versagt haben. Es ist irrelevant, ob dieses Urteil objektiv gerecht ist. Die Wahrheit ist: Die Welt wird nach der Pandemie, oder sollte man präziser sagen, nach den politischen Anti-Corona-Maßnahmen, nicht mehr dieselbe sein.“

Aktuell verkündet Gesundheitsminister Spahn einen Rückgang der Intensiv-Behandlungen von Covid-19-Patienten. Er sehe „erste Erfolge“ durch die Eindämmungsstrategie von Bund und Ländern, das sei gut. Trotzdem wird über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen nachgedacht, bis hin zu einer bundesweiten Ausgangssperre, Home-Office-Pflicht und einer FFP2-Maskenpflicht im Bahnverkehr. Nicht nachzudenken scheint man über den besonderen Schutz für die Risiko-Gruppen im den Alten -und Pflegeheimen, die das Gros der Corona-Erkrankungen und Todesfälle stellen. Eines Tages wird sich die Regierung unbequemen Fragen stellen müssen.



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