Covid 19: Die Macht der Bilder in einer neurotisierten Gesellschaft

Veröffentlicht am

Nach einem Jahr scheint Corona die Welt fest im Griff zu haben. Die ganze Welt? Nein, immer mehr Ärzte, Wissenschaftler und Betroffene melden Widerspruch an. Sie dringen mit ihrer Botschaft kaum durch, weil die Corona-Propaganda anscheinend allmächtig ist. Wie es dazu kommen konnte, untersucht Dietmar Czycholl im Buch „Corona-Angst – Was mit unserer Psyche geschieht“, das er gemeinsam mit Hans-Joachim Maaz und Aaron B. Czycholl vorgelegt hat.

Seit Monaten werden wir von morgens bis abends von einem Bild begleitet, das ein Abbild des Coronavirus sein soll. „Die Darstellungen des Virus haben sich schneller verbreitet, als das Virus selbst: Seine Bilder prangen hinter Nachrichtensprechern, sie leiten zahllose Sondersendungen ein, sie erscheinen hinter Talkshow-Gästen, auf den Titelseiten von Zeitungen und Zeitschriften, auf Aushängen, in Schaufenstern, auf Plakatwänden. In kurzer Zeit ist ein Bild in das kollektive Bewusstsein der Menschen gebracht, ja durch endlose Wiederholungen gepresst worden: eine Ikone der Bedrohung“. Der unsichtbare Feind wird sichtbar gemacht, und die Angst vor diesem Feind wird immer wieder aktualisiert, damit er sich nicht abschwächt oder gar verschwindet.

Zugleich wird damit Macht demonstriert. Man kennt den Feind in diesem Krieg. Wollen sich Staat, Medien und einzelne Wissenschaftler damit als jene Schamanen empfehlen, unter deren Schutz sich die verängstigte Bevölkerung flüchten soll, fragt Czycholl. Wird mit einer Urangst zugleich die universelle Abwehrstrategie beschworen, das Böse durch Masken, Rituale und Symbole zu verbannen? Das Abbild des aktuellen Virus hat, wie Czycholl zeigt, Entsprechungen in mittelalterlichen Darstellungen, etwa im Weltgerichtstryptichon von Hieronymus Bosch (um 1505) und im Ulisse Aldrovandi (1642). Auch der Ort, woher das Virus stammt, ist in der Geschichte nicht unbekannt. „Wuhan, so heißt es in alten Quellen, war bereits im 14. Jahrhundert der Ort, von dem aus sich eine verheerende Pestepidemie verbreitet hat…Es ist nicht zu übersehen, dass in dieser allgemein verbreiteten Entstehungsgeschichte (das Virus stamme von einem Tiermarkt in Wuhan) eine Erzählung vorliegt, die sowohl etwas von einem explanatorischen…Mythos, als auch etwas von einer Sage und einem Märchen in sich vereinigt“.

Czycholl sieht drei Anknüpfungspunkte an Vorstellungen, die bei Menschen mit westlicher Sozialisation über Jahrhunderte tief verwurzelt sind: „Erstens stellt sich eine Instanz vor, nämlich die Wissenschaft, die sich – wie in früheren Zeiten die herrschenden Religionen und ihre Vertreter – die Kompetenz beansprucht, alle Fragen der Menschen beantworten zu können, auch wenn es in Wahrheit keine Antwort darauf gibt.  Zweitens wird der Vorstellungskomplex der geheimnisvollen Fremde angesprochen und damit nicht so ganz menschlichen Kultur…Drittens repräsentiert die verdächtige Fledermaus den Vorstellungskomplex der Nachtseite des Daseins, die dunkle-unbekannte, nicht kontrollierbare Existenz jenseits der Vernunft und des klaren Tageslichts…Schon in der Antike galt die Fledermaus als dämonisches Wesen, das dem Totenreich nahestand.

Das reichte aus, um die Macht der Bilder (aus Italien) zu etablieren. Sie zeigten anscheinend die Todesgefahr, das massenhafte Sterben, das heimliche nächtliche Abtransporte der zahllosen Toten nötig machte und die ohnmächtige Angst vor dem Kontrollverlust. Diese Bilder wirken noch heute, obwohl ihr dubioses Zustandekommen und zweifelhafte Aussagekraft längst bewiesen ist. Diese Bilder haben einen Kultstatus erreicht und erzeugen Angst, die Angst vor dem Unheimlichen.

Die zweite Angstmache wurde durch Zahlen erzeugt. Am Beginn der Krise war von einer Million Toten allein in Deutschland die Rede. Es zeigt sich, dass die Realität, dass es in Deutschland 2020 keine Übersterblichkeit gab, kaum dagegen ankommt. Auch die Tatsache, dass die jährlichen Grippetoten fast verschwunden sind und das die Toten „an und mit Corona“ gezählt werden, in unbekannter Zahl also an ihren Vorerkrankungen, aber mit dem Virus, oder Virustrümmern gestorben sind, wird nicht hinterfragt.

Auch als im April 2020 ein Strategiepapier des Bundesministeriums des Inneren bekannt wurde, das Überlegungen anstellte, wie man die gewünschte „Schockwirkung“ in der Bevölkerung herstellen könnte, das sich wie ein Drehbuch zur aktuellen Corona-Politik liest, bewirkte das in der Öffentlichkeit wenig. Die Politik- und Medien Propaganda ging einfach weiter.

„In diesen Empfehlungen…wird sehr ausdrücklich zur Förderung der Regression (Rückentwicklung) der Menschen aufgerufen…So wird dann unter 1 zugunsten jener Schockwirkung empfohlen, Urängste zu aktivieren, zunächst die, vor dem Ersticken…Die Empfehlung der Experten zielt demnach darauf, durch die Aktivierung der Urangst vor dem Ersticken gerade keine situationsangemessene „Realangst“ vor einer beschreibbaren Gefahr zu erzeugen. Vielmehr soll…erreicht werden, dass sich die Menschen in den vollkommen ausgelieferten, machtlosen und existenziell aufs höchst verunsicherten Zustand zurückversetzen.“

„Der zweite zur Beeinflussung empfohlene Vorstellungsbereich zielt… auf eine Einschüchterung von Kindern durch die Vorstellung furchtbarer Schuld und die Suggestion entsprechender Schuldgefühle. Ministerpräsident Söder verhielt sich wie nach Drehbuch, als er in einer Diskussion mit Schülern mahnte, sie könnten ihre Großeltern anstecken (und womöglich töten). Bisher wird nur in wenigen Lokalmedien über die verheerenden Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf Kinder berichtet: Schlaflosigkeit, Bettnässen, Angstträume. Bild hat auch einmal kurz über Schlaflosigkeit bei Kindern in Zusammenhang mit Corona berichtet, aber nur auf internationale Studien Bezug genommen.

In der medialen Aufbereitung des Themas Corona war und ist eine Verwirklichung der Empfehlungen des Innenministeriums zu erkennen.

Zur Infantilisierung der Gesellschaft trägt auch die permanente öffentliche Aufforderung, sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren bei. Die Behörden geraten damit in die Rolle von Eltern, die über ihre Kinder bestimmen, sie maßregeln, strafen. „Aus Menschen, die es gewöhnt waren, sich autonom und selbstbestimmt in ihrer Welt zu bewegen, werden verunsicherte Wesen, die einen Bogen umeinander machen und die sich fürchten, wenn sie einander nahekommen“.

„Die Tatsache, dass in Deutschland die Verordnungen und vorgeblichen Schutzgebote durch Buß- und Strafandrohung durchgesetzt werden, bestätigt den regressiven Charakter der ganzen Maßnahmen. Nicht auf Konsens, Verantwortung und Selbstbestimmtheit wird gesetzt, sondern auf die Logik einer archaischen Pädagogik, die Eigen-Sinn und Autonomie-Streben sanktioniert und letztlich gar kriminalisiert“. Zudem trägt das Tragen von Masken zur Entindividualisierung bei und fördert den Kollektivismus. Es wird in der Propaganda immer wieder der Massengeist beschworen – Gemeinsam auf Abstand – und durch die Inszenierung von Solidaritätsekstasen, wie Klatschen für die Helden in den Intensivstationen oder durch Balkon-Konzerte. Gleichzeitig werden die Mitglieder zu Isolation verdammt.

„Psychologisch gesehen zielt das auf affektive Bindungen unter den Untertanen“, womit „eine gemeinsame emotionale Bindung an jene entstehen soll, die führen und herrschen“. Denn diese sollen als die (elterlichen) Retter erkannt und verehrt werden. Bundespräsident Steinmeier, der vor kurzem mehr Respekt für die Politiker einforderte, hat bereits völlig aus den Augen verloren, dass man sich Respekt verdienen muss.

Der Regress der Individuen hat einen gesellschaftlichen Regress zur Folge. Das in der DDR so verachtete Aufseher- und Denunziantentum feiert im besten Deutschland, das wir je hatten, fröhliche Urständ, ja wird sogar staatlicherseits verlangt. Die Formal hierfür ist: „Aufeinander achten“ Die wirtschaftliche Regression betrifft vor allem den Mittelstand, der in einer Weise durch die Maßnahmen beeinträchtigt wird, dass massenhafte Insolvenzen die Folge sein werden und die ihnen folgende Umverteilung der Eigentumsverhältnisse zugunsten der Großkonzerne, die nach Willen der Befürworter der „Großen Transformation“, die im Windschatten der Corona-Krise durchgedrückt werden soll, die Gewinner sein sollen.

Von Regression ist vor allem auch der Journalismus betroffen, der sich in den demokratischen Staaten des Westen zu einer selbstbewussten gesellschaftlichen Instanz entwickelt zu haben schien, indem er die Rolle einer vierten Staatsmacht mit erheblicher Korrekturfunktion auszufüllen strebte. Nun regrediert er zum willigen Befehlsempfänger und -verkünder der Regierung.

Die Staatsmacht regrediert von einer recht gut funktionierenden parlamentarischen Demokratie, die auf einem Grundgesetz basiert und die in den letzten 250 Jahren von den Bürgern errungenen Freiheitsrechte garantiert zu einem Verordnungsstaat im Ausnahmezustand, der Grundrechte in dramatischer Weise außer Kraft setzt.

Wir haben es mir einer Störung des gesamtgesellschaftlichen Systems zu tun, die in Abstufungen mehr oder weniger alle von der Corona-Politik betroffenen Länder befallen hat. Das macht die Schwierigkeit aus und weist auf die besondere totalitäre Gefährdung der „Eine-Welt-Ideologie“ hin.

Wie kann diese Störung behoben und geheilt werden? Durch Bewusstwerdung.  „Und wer sollte sich…denn der Störung und ihrer Hintergründe bewusst werden, wenn nicht jeder und jede Einzelne? Die neurotische Störung des ganzen Systems könnte demnach durch Bewusstwerdung der System konstituierenden Individuen geheilt werden.

Das Buch von Maaz und den Czycholls ist ein unverzichtbarer Beitrag dafür.

 

Maaz, Czycholl: Corona-Angst

 

 



Unabhängiger Journalismus ist zeitaufwendig

Dieser Blog ist ein Ein-Frau-Unternehmen. Wenn Sie meine Arbeit unterstützen wollen, haben Sie die Möglichkeit, mich mit einem Geldbetrag Ihrer Wahl zu unterstützen, so dass ich eine Recherchehilfe beschäftigen kann.
Bitte nutzen Sie dazu folgende Kontoverbindung:
Vera Lengsfeld
IBAN: DE55 3101 0833 3114 0722 20
Bic: SCFBDE33XXX

oder per PayPal:
Vera Lengsfeld unterstützen