Der Mord in Frankfurt und
das Schweigen der Politiker

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Von Gastautor Josef Hueber

CLAUS KLEBER ERFOLGLOS MIT DEM MIKRO AUF DER SUCHE NACH MERKEL?
Das heute journal berichtet verhältnismäßig umfangreich über den grauenhaften Mord an dem Kind am Frankfurter Hauptbahnhof. Wo bleibt ein kurzes Statement der Kanzlerin? Hat das Ereignis keine nationale Bedeutung?

Stattdessen: Ein Kriminologe verwässert, Claus Kleber – wie immer – dringt nicht darauf, den Kern der Sache zu benennen, wenn der für die Regierungspolitik nicht gut aussieht. Die Strategie der Regierungspolitik in Fragen der Zuwanderung darf nicht in Frage gestellt werden.

KEIN POLITIKER IST FÜR EINE STELLUNGNAHME AUFZUTREIBEN
Kein Wort von Merkel zu dem Verbrechen in die Kamera. Kein Wort von Vertretern der Altparteien. (Vermutung: Keine Anfrage an einen AfD-Politiker, sich zu äußern). Hofreiter, der immer irgendwas zu allen Themen weiß und als erster am Mikro ist – kein Wort von ihm. Seehofer, der Vater der “Mutter aller Probleme”, unterbricht seinen Urlaub und fährt, so hört man, nach Berlin, um sich mit den „Chefs der Sicherheitsbehörden“ zu treffen. Claus Kleber hat es wohl nicht geschafft, die First Lady vors Mikro zu kriegen.

DER EXPERTE UND SEINE SCHLICHTE ERKENNTNIS
Auftritt stattdessen ein „Kriminalpsychologe”, Professor Rudolf Egg, dessen Kernaussage, politisch korrekt, wie bei Kleber zu erwarten, eine Banalität ist. Aus der Tiefe seiner Erfahrung gräbt er die Erkenntnis, dass das Verbrechen im Zusammenhang mit der „Biografie des Täters” zu sehen ist. (Deutlich erkennbar im Subtext ist die durchscheinende Täter-Opfer Vermengung).

Dass die Biographie des Täters etwas mit seinem Kulturkreis zu tun haben könnte – diesen Gedanken bejaht unser Experte zwar implizit, er vermeidet aber das Wort „Kultur“. Er mahnt, kleberfreundlich, wie er nun einmal ist, zur Vorsicht bei der grundsätzlichen Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Ethnie und Tat.

ZUM SCHLUSS EIN HIEB GEGEN POPULISMUS
Höhepunkt des Nichtssagenden bildet die schein-investigative Frage Klebers, was der Kriminologe denn von der „im Netz“ ( → Populismus, Anm. v. Verf.) geäußerten Meinung halte, dass dies nicht passiert wäre, wenn man diese Menschen nicht ins Land ließe. Schlussfolgert der Kriminologe, dies sei ein „schlichter Satz“, weil das nicht hieße, dass man „dann keine Kriminalität mehr hätte“. Und weiter: „Aus solch einem schlichten Satz folgt ja zunächst auch nichts Besonderes.“ Fürwahr eine noch schlichtere Wahrheit!

WER HAT WAS WORAUS GELERNT?
Nach den Ereignissen in der Silvesternacht 2016 in Köln fragte die FAZ: „Welche Schlüsse zieht die Erkenntnis nach sich, dass diese Männer, die von der Polizei als alkoholisiert, enthemmt und gewaltbereit beschrieben wurden, Augenzeugenberichten zufolge aus Nordafrika oder dem arabischen Raum stammten?“

Darf man gespannt sein, ob in Erinnerung an die damalige Empfehlung der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, auf öffentlichen Plätzen zur Sicherheit eine „Armlänge“ Abstand von Fremden zu halten, diesmal von „mehreren Armlängen“ gesprochen wird?



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