Mit einem Hilfsprogramm will Budapest vor Ort in Afrika die Fluchtursachen bekämpfen

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VON BODO BOST AUF PAZ

Ungarn bekämpft schon länger erfolgreich Auswanderungsursachen. Während für viele Länder, darunter auch Deutschland, der Kampf gegen Fluchtursachen aber ein rhetorisches Pflichtprogramm ist, ist es in Ungarn dagegen das Hauptziel der Migrationspolitik.

Auswanderungsursachenbekämpfungsprogramme, die andere Länder nur als Alibi für eine missglückte passive Immigrationspolitik ansehen, sind in Ungarn längst das zentrale Steuerungsmittel einer aktiven Politik geworden. Die Regierung in Budapest hat Programme entwickelt, welche die Bevölkerungen dabei unterstützen, in ihren eigenen Ländern zu bleiben, damit sie nicht nach Europa fliehen müssen.

Die Regierung nennt das Projekt „Ungarn hilft“. Es liefert Hilfe direkt an Orten, die von Konflikten betroffen sind, die Hauptursach der meisten politischen Emigrationen ist. Die Hilfe geht nicht über korrupte Regierungen, sondern meistens an Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen, die eher gewährleisten, dass die Hilfen auch ankommen.

Diese Hilfe ist dazu weitaus billiger und politisch sowie gesellschaftlich vorteilhafter als die Aufnahme von muslimischen Zuwanderern, die nur von den Sozialsystemen im Westen angelockt werden, die aber andererseits keinerlei Integrationsinteresse an ihren Aufnahmeländern haben und deshalb dort das gesellschaftliche Gefüge bedrohen. Zudem profitieren von der ungarischen Hilfe die Mitglieder der Religionsgruppe, die weltweit am meisten verfolgt wird, nämlich die Christen, am meisten.
Unter den in Deutschland ankommenden Asylsuchern bilden Christen gerade noch zehn Prozent. Auch soll die ungarische Hilfe vor allem auch den Menschen zugutekommen, die sich eine teure Flucht mithilfe von Schleppern nicht leisten können.

Nach Deutschland kommen vor allem die Menschen, deren Flucht von Schleusern Zehntausende von Euro verschlungen hat und die sich deshalb zum einem Teil an Kriminelle verdingen müssen, um diese Schulden zurückzubezahlen.

Laut ungarischer Regierung hat „Ungarn hilft“ in nur zwei Jahren 35000 Menschen geholfen, in ihrem Land zu bleiben und sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Dazu gehören vor allem verfolgte Christen, die von westlichen Regierungen und Medien oft ignoriert werden.

In Nigeria, wo Tausende verfolgter Christen ermordet wurden, hat Ungarn der katholischen Diözese Maiduguri eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld wird zur Unterstützung der Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur der Diözese verwendet, die durch wiederholte Angriffe der islamischen Terroristengruppe Boko Haram heimgesucht wurde.

Unterstützt werden auch landwirtschaftliche Projekte, die darauf abzielen, die Selbstversorgung der Haushalte zu verbessern, Nahrungsmittelknappheit zu beseitigen und Krankheiten zu behandeln.
Äthiopien ist eine andere afrikanische Nation, die ungarische Hilfe erhält. Im Geiste der Ökumene erhalten nicht nur die katholische Kirche Gelder, sondern auch die äthiopische evangelische Kirche. Das Mai-Aini-Flüchtlingslager wurde mit 1,5 Millionen Euro ausgestattet, um Unterkünfte und Grundversorgung, einschließlich sauberes Wasser, Bildung und Unterstützung für etwa 15000 eritreische Flüchtlinge, anzubieten und diese so von einer weiteren gefährlichen Flucht über Libyen abzuhalten. Die äthiopisch-orthodoxe Kirche in Addis-Abeba hat ebenfalls eine Unterstützung in einer Höhe von einer halben Million Euro erhalten.
Immer dann, wenn Christen an der Frontlinie zwischen Christentum und Islam in Afrika, sei es in Burkina Faso, Zentralafrika, Nigeria oder Kamerun von islamischem Terror direkt betroffen sind, in letzter Zeit in zunehmendem Maße, leisten die Ungarn auch konkrete praktische Terrorhilfe an die Opferfamilien.

Ungarn hat zwar keine christdemokratische Partei an der Regierung wie in Deutschland, aber dafür hat es mit Tristan Azbej einen eigenen Staatsminister, der für die Organisation und Verteilung der Hilfen von „Ungarn hilft“ zuständig ist. Sein Titel ist offiziell „Staatssekretär für die Hilfe für verfolgte Christen“.

In einem Artikel für die „About Hungary-Website schrieb Azbej unlängst: „Während des Höhepunkts der Migrationskrise im Jahr 2015 wurde die Orbán-Regierung von internationalen Akteuren allgemein dafür kritisiert, dass sie eine feste Haltung einnahm gegen undokumentierte Ausländer. Unter diesen Stimmen sagten einige, dass Ungarn herzlos handele. Unser Ansatz ist einfach: Um eine Alternative zur Ausbeutung von Menschenhändlern und zur Manipulation migrationsfördernder Nichtregierungsorganisationen zu bieten, setzen wir alles daran, dass die Bedürftigen in ihren Heimatländern bleiben können. Mit den Worten von Premierminister Orbán: ,Es sollten keine Probleme hierher gebracht werden, sondern Hilfe muss dorthin geleistet werden, wo sie benötigt wird.‘ Und genau darum bemühen wir uns.“

Die westlichen Medien und liberalen Politiker haben den ungarischen Premierminister als rechtsextremen Ideologen denunziert, aber sein Programm zur Bekämpfung von Fluchtursachen scheint zu funktionieren und bei den Menschen anzukommen, die sich keine Flucht leisten können. Die meisten Menschen in Ungarn halten dies für eine vernünftigere Herangehensweise, um mit der Migrationswelle fertig zu werden, die Europa seit der Öffnung der deutschen Grenzen 2015 überschwemmt.



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