Der Guten-Morgen-Irrsinn oder Frau Rennefanz erklärt die Lage

Veröffentlicht am

von Gastautor Dr. Wolfgang Hintze

Heute früh hatten wir beim Frühstück das Vergnügen, ein besonders erhellendes Interview im Radio zu hören. Es ging, wie kann es anders sein, um “Flüchtlinge”.

Redakteur:

“Europäische Solidarität predigen, aber Abschottung praktizieren: Wird das Drama um die „Lifeline“ zu Merkels Bankrotterklärung? Hier ein Kommentar von Sabine Rennefanz, Redakteurin bei der Berliner Zeitung.”

Rennefanz:

“Ja, Bankrotterklärung ist natürlich jetzt ein großes Wort, und an dem Drama der Lifeline ist natürlich Frau Merkel nicht alleine Schuld.”

Nanu, ausgerechnet die Schlepperkönigin und Grenzaufreißerin Merkel habe eine Teilschuld am Drama auf der Lifeline? Logik ist bekanntlich ein schwieriges Gebiet.

Hören wir weiter:

“Aber wenn man sich mal anguckt: Merkel und die CDU haben sich ja seit Wochen einen ziemlich abstrakten Streit um die Asylpolitik geliefert und dann ist das, was auf der Lifeline passiert und die Menschen – das hat noch einmal die Dimension klar gemacht, was das eigentlich bedeutet, dieses Abschotten. Und wie chaotisch und ungerecht diese europäische Flüchtlingspolitik eigentlich bisher schon ist.”

“Abschotten”, “ungerechte europäische Flüchtlingspolitik” wie bitte?? Der Journalistin Rennefanz bewegt sich in ihrer faktenfreien Blase. Außerhalb der Blase weiß man (und insbesondere die Spatzen auf dem Dach): Europa hat mehrere Millionen “Flüchtlinge” aufgenommen, Deutschland dabei mehr als alle EU-Staaten zusammengenommen.

Aber es kommt noch besser (bitte ganz langsam lesen):

“Also wir haben ein Asylsystem, das Menschen gefährdet, weil sie Schlepper bezahlen müssen und die Flucht auf sich nehmen müssen, um überhaupt einen Fuß auf deutsches bzw. europäisches Territorium setzen zu können, damit sie erstmal überhaupt in der Lage sind, ihren Asylantrag zu stellen; das ist die Lage.”

Ein Satz für die “Hall of fame” des neudeutschen Journalismus’! Die Jungredakteurin geht demnach fest davon aus, dass jeder Mensch auf der Welt das Recht hat, auf deutschem bzw. europäischem Boden einen Asylantrag stellen zu können, und dass dieser Mensch hierzu gefahrenfrei und kostenlos von seinem Ursprungsort nach Europa zu bringen ist. Und zwar – so sei ergänzt, weil es geübte Praxis ist – darf er hierbei seine Identität und den Fluchtgrund frei erfinden (Verfassungsschutz-Chef Maaßen hat gerade mitgeteilt, dass 80% der Asylsuchenden keine Papiere vorweisen können).

Dank an Frau Rennefanz, für diesen glasklaren Einblick in linksgrün verdrehte Hirnwindungen. Ein normaler Mensch würde das nicht glauben, aber wir können es ja nun nachhören.

Dank auch an den Zwangsgebühren-Sender RadioEins für die offenherzige Verbreitung dieses Interviews. Wir lernen wieder einmal: Das Unglaubliche, es existiert.



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