Rezension zu „Deutschland außer Rand und Band“ von Petra Paulsen

Von Gastautor Wolfgang Schimank

Petra Paulsen, Lehrerin an einer Hamburger Schule, also ein Mensch aus der Mitte der Gesellschaft, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen in ihrem Buch „Deutschland außer Rand und Band“ mit einfachen Worten zu erklären, was hier „faul im Staate Dänemark“ ist.

Einigen aus der Leserschaft dürfte diese mutige Frau schon durch den offenen Brief an Angela Merkel, der in der „Epoch Times“ veröffentlicht wurde, oder aus der ZDF-Sendung „Wie geht’s Deutschland?“ bekannt sein. Wie sie in ihrem Buch schrieb, war der Anlass für diese Idee folgende Begebenheit: Ein Jahr nach der Grenzöffnung für die Flüchtlinge durch Angela Merkel habe sie ein Schüler besorgt gefragt, ob es bald Bürgerkrieg in Deutschland geben werde. Als Mutter dreier Kinder habe sie seitdem die Sorge um die Zukunft Deutschlands nicht mehr losgelassen. Insbesondere die Protagonisten der 1968er Studentenunruhen (die pikanterweise nun größtenteils selbst Teil der Elite geworden seien) hätten ihren Eltern und Großeltern die Frage gestellt, was sie in den 1930er-Jahren getan hätten, um die drohende Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zu verhindern. Angesichts der zunehmenden Einengung der Bürgerfreiheiten und eines drohenden dritten Weltkrieges wollte sich die Autorin nach eigenen Angaben nicht vorwerfen lassen, nichts dagegen getan zu haben. Da sie im Staatsdienst steht, ist diese Entscheidung umso mehr als mutig zu bewerten.
Ihr Buch umfasst 254 Seiten. Petra Paulsen verweist in ihrem Buch auf die beachtliche Zahl von 760 Literaturquellen, die fast ausschließlich aus dem Internet stammen, weshalb in regelmäßigen Abständen die angegebenen Literaturquellen überprüft werden müssten. Petra Paulsen hat ihr Buch so konzipiert, dass die einzelnen Kapitel maximal sechs Seiten lang sind, um prägnant das Wesentliche der komplexen Thematik anzusprechen. Zuweilen scheint in ihren Texten etwas Ironie durch, was nach meinem Empfinden auflockernd wirkt. Ihr Buch ist also auch für Politikeinsteiger geeignet.
Petra Paulsen behandelt Themen, die den Bürger unmittelbar betreffen und die er durch die Medien wahrnimmt. Sie berichtet vom „Integrationsmusterland“ Schweden, wie die CDU sozialdemokratisiert wird, über den Aderlass Deutschlands an hochqualifizierten Fachkräften und Millionären, über die Annäherung der BRD an die Verhältnisse in der DDR, über die Profiteure Caritas und Diakonie bei der Flüchtlingskrise, darüber, wie Politiker und Mainstream-Medien einerseits die Flüchtlingskrise beschönigen und andererseits die Kritiker bekämpfen. Sie schreibt über die katastrophalen Verhältnisse an Deutschlands Schulen, davon, wie Polizei und Armee kaputtgespart wurden, über den äußerst gefährlichen Konfrontationskurs der NATO und über die Doppelmoral unserer Bundespolitiker, insbesondere der Kanzlerin Angela Merkel.
Im Bereich des Bildungswesens konnte die Autorin aufgrund ihrer langjährigen Arbeit als Lehrerin und ihrer Erlebnisse sehr authentisch die Missstände im deutschen Bildungswesen schildern. Sie berichtet von baufälligen Turnhallen, von Gebäuden, in denen der Regen durch das Dach sickert, von fehlenden oder defekten Lehrmaterialien und von vielen Unterrichtsausfällen. Der zunehmende Anteil von Schulkindern mit „Migrationshintergrund“ bringe die Lehrer zunehmend an ihre Grenzen, führe zu einer Absenkung des Wissensstandes und erschwere eine Integration immer mehr. Petra Paulsen befürchtet, dass Deutschland, das einst das Land der Dichter, Denker und Wissenschaftler war, drauf und dran ist, seine Zukunft zu verspielen.
Sie kritisiert, dass islamkritische Personen wie Bassam Tibi, Hamed Abdel-Samad, Imad Karim, Ahmed Mansour, Zana Ramadani, Necla Kelek, Seyran Ateş und „Sabatina James“, eine zum Christentum konvertierte und daher extrem gefährdete Ex-Muslima, von deutschen Leitmedien ausgegrenzt würden. Viele von ihnen müssten in Deutschland vor ihren eigenen Glaubensbrüdern unter Polizeischutz gestellt werden. Petra Paulsen weist in ihrem Buch auf einen Journalisten hin, der der arabischen Sprache mächtig sei. Dieser sei acht Monate lang quer durch Deutschland gereist und habe die Freitagsgebete in den Moscheen verfolgt. Er sei dabei zu erschreckenden Erkenntnissen gekommen.
Petra Paulsen nimmt auch die Doppelmoral der deutschen Bundespolitiker aufs Korn. Ein Beispiel ist die Sicherung der deutschen Staatsgrenze. So behaupten diese allen Ernstes, Deutschland könne seine Grenzen nicht schützen. Die Autorin macht die Leser ihres Buches darauf aufmerksam, dass Deutschland Saudi-Arabien für die Sicherung seiner mehr als 9 000 km langen Grenze hochmoderne Grenzsicherungsanlagen geliefert habe und saudische Sicherheitskräfte von Ausbildern der Bundespolizei gedrillt worden seien. Sie fragt sich, warum das für Deutschland nicht möglich sein soll.
Angela Merkel ließ die Öffentlichkeit mehrfach wissen, dass sich die Situation von September 2015 nicht wiederholen werde. Das heißt noch lange nicht, dass die Kanzlerin ihre Flüchtlingspolitik geändert hätte. Um verstörende Bilder zu vermeiden, lässt sie die Flüchtlinge jetzt per Bus oder Flugzeug nach Deutschland bringen. Was die wenigsten von uns wissen: Täglich greift die Bundespolizei im Grenzbereich 100 bis 800 „Flüchtlinge“ auf, weist jedoch nach wie vor keinen einzigen von ihnen zurück. § 18 Absatz 2 des Asylgesetzes ist bis zum heutigen Tage außer Kraft gesetzt!
Handelt Angela Merkel nach einer Agenda? Hier verweist Petra Paulsen auf Aussagen von Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, einer Person, die in ihrem Leben verschiedene Staatsbürgerschaften hatte und der Bewegung der Paneuropäer zugerechnet werden muss. Angesichts der Tatsachen, dass in der aktuellen Politik vom Familiennachzug die Rede ist, obwohl in Aleppo und in Homs händeringend Leute gesucht werden, die diese Städte wieder aufbauen und hierzulande zig Milliarden Euro für die Flüchtlinge ausgegeben werden, obgleich in diesen Ländern und in den Anrainerstaaten mit dem gleichen Geld eine 10- bis 30-fache Wirkung erzielt werden könnte, zeigt Petra Paulsen der Leserschaft, dass Merkels Flüchtlingspolitik nichts mit Christlichkeit zu tun hat. Hier geht es vielmehr um die Zerstörung des Nationalstaates/der Identität und um die Einrichtung der Vereinigten Staaten von Europa und letztendlich einer Weltregierung.
Nun zu den geostrategischen Zielen der USA. Wer nicht mit Haut und Haar der Deutungshoheit der vorwiegend transatlantisch orientierten deutschen Leitmedien und Politikern ausgeliefert sein will, muss sich mit den Aussagen US-amerikanischer Politiker und ihrer Berater auseinandersetzen. Oftmals machen sie aus ihren Herzen keine Mördergrube und verfassen Arbeitspapiere und Bücher, die öffentlich zugänglich sind.
Petra Paulsen widmete sich in drei Kapiteln den US-amerikanischen Geostrategien und ihren geistigen Schöpfern George Friedman, Zbigniew Brzezinski und Thomas P. M. Barnett. Wer die Bücher dieser Protagonisten gelesen hat, der weiß, dass die bunte Revolution in Kiew kein Zufall gewesen war und dass nicht Gott das Problem der Flüchtlingskrise Angela Merkel auf den Tisch gelegt habe, wie sie einst behauptete. Auch der medial geschürte Hass auf die Russen ist laut der Autorin Teil der Strategie des Pentagons. Im Kapitel unter der Überschrift „Der wilde Westen“ entzauberte sie die NATO als wortbrechend und kriegsbefördernd und den Friedensnobelpreisträger Barack Obama als den Präsidenten der USA, der in seiner Amtszeit am längsten Krieg geführt hat.
Ich habe nur einige der in Frau Paulsens Buch behandelten Themen näher beleuchtet. Punkte wie „Enteignung der Bürger über den Euro“ und „Brüssels Machterschleichung ohne Finalität über den Vertrag von Lissabon“ werden hingegen nicht angesprochen – sie wären dem Anspruch des Buches insofern nicht gerecht geworden, als sie wohl den meisten Lesern zu abstrakt erscheinen würden. Die Verfasserin hat sich auf die Problematiken konzentriert, die für den Bürger augenfällig sind. Die enorme Buchnachfrage scheint ihrem Konzept Recht zu geben. Das Werk hat inzwischen sogar einen Platz in der SPIEGEL-Bestsellerliste erobert.
Sie schließt ihr Buch mit einem Appell an alle Bürger Deutschlands, aufeinander zuzugehen und auch den Andersdenkenden zuzuhören. Nur so könnten die Probleme in Deutschland gelöst werden.
Im Anhang befindet sich der offene Brief der Autorin vom 23.05.2017 an Angela Merkel, der auch in der „Epoch Times“ erschienen ist.
Petra Paulsen schrieb mir, mit ihrem Buch die einfachen Menschen erreichen zu wollen. Ich denke, sie hat diesen Anspruch erfüllt. Vielleicht habe ich jetzt schon das Interesse der Leserschaft geweckt. Es hängt nun von Ihnen ab, ob der Buchhandel nicht an Petra Paulsens Buch vorbeikommt.

Petra Paulsen, „Deutschland außer Rand und Band“, Macht-steuert-Wissen Verlag, Mühlenbecker Land, 2018