Bei den jüngsten Marx-Festspielen, die von einem verzückten Publikum anlässlich des 200. Geburtstags des Vordenkers aller kommunistischen Diktatoren, die es insgesamt auf 100 Million Tote gebracht haben, wurde immer wieder argumentiert, der Mann sei reiner Theoretiker gewesen und hätte mit den blutigen Konsequenzen seiner Ideologie nichts zu tun. Ein Argument, das man bei Vordenkern der Nationalsozialisten völlig zu Recht keineswegs gelten lassen würde.
In Steglitz-Zehlendorf ist man schon eine Schritt weiter. Hier wird in einer vom Bezirksamt herausgegebenen Broschüre die für ihre harten Urteile berüchtigte „Rote Hilde“ als „starke Frau“ geehrt. Nun ja, um Todesurteile zu fällen, muss man vermutlich starke Nerven haben. Oder auch nicht, wenn man nur stark im Glauben an die Richtigkeit des Marxismus-Leninismus ist, in dessen Namen der „Arbeiter- und Bauernstaat“ errichtet wurde. Vielen westdeutschen Linken galt die DDR immer als der bessere deutsche Staat, weil sie ihn nicht selbst aushalten mussten, sondern, falls sie einmal ihren Fuß ins sozialistische Paradies setzten, es spätestens um 24:00 Uhr erleichtert wieder verlassen konnten. „Steglitz-Zehlendorf würdigt eine Blutrichterin“ weiterlesen


