Gastautor
Von Lothar W. Pawliczak
Linke, Grüne, Woke meinen, Rechte würden gegen sie einen Kulturkampf betreiben. Gleichzeitig bestreiten sie, daß es das, was da bekämpft wird, überhaupt gibt, obwohl sie doch in den USA Wokeness selbst erfunden haben und … – nein, nein, sie hätten niemals irgendwen, der irgendwo eine Rede halten wollte oder wer als Weißer ein Gedicht einer Afroamerikanerin übersetzen wollte gecancelt, niemals Faschingsfeiern verhindert, wo Kinder als Indianer kommen wollten, niemals das Umschreiben von Büchern gefordert. Und nie hat jemand jemandem vorgeworfen, auf einer Veranstaltung gewesen zu sein, auf der ein Vertreter böser Leute gewesen sei. Man kann die Leugnung dessen, was sie tun, wohl nur als zynische Selbstironie auffassen. Ihre Gegner halten ihnen entgegen: „Dieselben Parteien, die die Gesellschaft mit einer umfassenden Indoktrinierung vergiftet haben, wollen den Kulturkampf jetzt abblasen – weil sie spüren, dass sie ihn verlieren werden.“ (Ulf Poschardt)
Aber ist es wirklich Kulturkampf? Hier streiten Rechte und Linke. Konservative und Liberale einerseits gegen selbsternannte Progressive desselben Kulturkreises. Beiden Seiten stehen dieselben Mittel der Auseinandersetzung zur Verfügung. Einige Mittel, vor allem Mord, sind dabei nach christlichem Verständnis – anders im Islam – verboten. Auch Beleidigung, Drohung, Mobbing, Gewaltanwendung wird bei uns bestraft, allerdings gilt nicht mehr gleiches Recht für jeden.
Wer wissen will, was das Wort Kulturkampf eigentlich meint, lese bei Rudolf Virchow nach (Rede im Preußischen Abgeordnetenhaus am 17. Januar 1873) oder bei Samuel P. Huntington (The Clash of Civilizations, 1996). „Kulturkampf oder Generationswechsel?“ weiterlesen