Scharia in Deutschland

Das Buch von Sabatina James „Scharia in Deutschland“ ist im Frühjahr 2015 erschienen und hat seitdem täglich an Aktualität gewonnen. Leider hat das nicht zu mehr Beachtung in unseren Qualitätsmedien geführt. Als ich es am 3. Oktober 2015 in Frankfurt bei der zentralen Einheitsfeier unserer Kanzlerin überreichte, lächelte sie gequält und sagte nach einem kurzen Blick auf den Titel: „Das wollen wir in Deutschland nicht.“ Vermutlich hat Merkel nie einen Blick in das Buch geworfen, denn dann hätte sie erfahren, dass seit Jahren die Scharia in Deutschland immer mehr Raum gewinnt und auch schon von deutschen Gerichten bei der Urteilsbegründung herangezogen wurde.

Sabatina James stammt aus Pakistan, wo sie 1982 geboren wurde. Im Alter von zehn Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Österreich. Als sie zur Heirat mit einem Cousin gezwungen werden sollte, floh sie und konvertierte zum Christentum. Ihre Familie verurteilte sie zum Tode. Deshalb lebt James heute unter Polizeischutz.

Als James ihr Buch schrieb, gab es etwa 4,3 Millionen Muslime in unserem Land, heute sind es mindestens eine Million mehr. Seit fünfzig Jahren, als die ersten türkischen Gastarbeiter in die BRD kamen, lebt der größte Teil dieser Muslime unter sich. Vor allem Frauen kommen kaum in Kontakt mit der Mehrheitsgesellschaft. Die Kinder wachsen in einem kulturellen Klima auf, das eher jenem gleicht, das ihre Eltern in Anatolien, Nordafrika oder Mittelasien verlassen haben. Diese Abschottung fand unter den Augen der fremdenfreundlichen, toleranten Multi- Kulti- Gesellschaft des Westens statt und zeugt davon, wie wenig sich die Multikulturalisten für die Zuwanderer interessiert haben.

Auf seiten der Muslime ist der Koran das Integrationshinderniss Nr. 1. James führt als Beweis die Sure 5:51 an : „Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden.“ Oder Sure 3:118: „Ihr Gläubigen! Nehmet euch nicht Leute zu Vertrauten, die außerhalb unserer Gemeinschaft stehen!“ „Wie soll sich ein Mensch sich in eine nichtislamische Gesellschaft integrieren“, fragt James, „wenn derlei Aussagen mit moralisch- religiöser Autorität sein Leben …völlig beherrschen?“

Immigrieren Chinesen, Italiener oder Vietnamesen nach Deutschland, passen sie sich der Mehrheitsgesellschaft an, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Sie sind eine wirkliche Bereicherung.

Bei den türkischen oder arabischstämmigen Einwanderern ist das ganz anders. Die Diskussion ihrer Probleme beschäftigt zahlreiche Gremien auf allen Ebenen, bis hin zur Islamkonferenz. Dabei wird, so James, die entscheidende Frage übersehen: Entscheidend für die Integration sind nicht die Deutschkenntnisse, der Arbeitsplatz oder die zahllosen staatlichen Programme, sondern ob die Vorstellungen der Immigranten „mit den demokratischen Grundsätzen vereinbar sind.“

Diese Kompatibilität mit der Demokratie ist bei vielen Muslimen nicht gegeben. James weist das an vielen Beispielen nach. Das Bundesinnenministerium fand 2012 heraus, dass jeder vierte Muslim Integration ablehnt. Fast 50% lehnen die deutsche Mehrheitskultur ab. Ganze 15% akzeptieren Gewalt gegen den Westen.

Das wirft für die Gesellschaft insgesamt die Frage auf, wie viele Demokratiegegner die Bevölkerung tolerieren muss und wie lange die Steigerung dieser Missstände tragbar ist.

Diese Fragen müssten öffentlich diskutiert werden. Aber diese Diskussion wird aus Gründen der Political Correctness verweigert und von der Bevölkerung die widerspruchslose Hinnahme der Missstände verlangt. So eine Haltung erzeugt kein gutes gesellschaftliches Klima. Das wird uns mittlerweile Tag für Tag vor Augen geführt. James: „Man erkennt ihn (den Multikulturalisten) daran, dass er gewalttätige islamistische Terroristen in Schutz nimmt, während er jene als dumpfe Rassisten und Rechte bezeichnet, die solche Gewalt öffentlich thematisieren“. Weiter: „Wer die Integration des Islam im Westen erreichen will, darf sich nicht auf sein Wunschdenken verlassen… Einführung von Islamunterricht und islamischen Feiertagen, Zensur der Meinungsfreiheit- mit solchen Zugeständnissen wird die Marschroute der Integration falsch gesetzt… So werden Multikulturalisten zu Integrationsverhinderern.“

Nur die konsequente Einforderung der Akzeptanz unserer Demokratie und der emanzipatorischen Errungenschaften führt zu einer Lösung des Problems.

Zur Realität in Deutschland gehört, dass es inzwischen muslimische Clans gibt, die in Berlin und anderswo ganze Stadtteile unter Kontrolle haben. In diesem kriminellen Milieu gilt es bei den Jugendlichen als Auszeichnung, zeitweilig in deutschen Gefängnissen zu sitzen, weil sie damit ihre Abneigung gegen die deutsche Gesellschaft beweisen. James widmet diesen Clans und der Hilflosigkeit von Polizei und Justiz ein ganzes Kapitel. „Wie bei der Mafia, findet sich in muslimischen Clans eine Pseudoreligiosität, die sich in Scharia- Gerichten institutionalisiert. In ihr wird deutlich, dass der Islam nach den Lehren Mohammeds vor allem ein totalitäres und theokratisches sozio- politisches System ist…. Nicht etwa das Grundgesetz oder der Rechtsstaat sind das Maß aller Dinge, sondern der Koran. So hat sich in Deutschland neben der Justiz eine eigenes religiöses Rechtssystem entwickelt.“ Dieser muslimischen Paralleljustiz stehen Polizei und Justiz weitgehend hilflos gegenüber.

Dennoch gab es schon mehrere Politiker, die sich für eine Anerkennung der Scharia ausgesprochen haben, sie dürfte nur nicht mit dem Anspruch angewandt werden, den Rechtsstaat und dessen Institutionen zu ersetzen. Solche Äußerungen zeugen von einer gefährlichen Naivität und Unkenntnis. Genau mit diesem Anspruch, rechtsstaatliche Institutionen zu ersetzen, wird die Scharia bereits praktiziert. In den Clans gelten Rechtsstaat und Demokratie nichts. Hier gilt nur der eigene Machtanspruch.

„Selbsternannte Friedensrichter müssen sich weder vor Richtern noch vorm Verfassungsschutz fürchten, denn der deutsche Staat und die deutschen Gerichte sehen nicht, dass es eine Paralleljustiz …überhaupt gibt. Sie kennen die muslimischen Milieus nicht, in denen Allahs Gebote mehr gelten als das Grundgesetz. Weil sie die Kultur der Migranten nicht kennen…können sie nur schwer beurteilen ob eine echte Bedrohung für den Geltungsanspruch unseres Rechtsstaates vorliegt“, zitiert James Seyran Ateş.

James bringt mehrere Beispiele dafür, dass auch bundesdeutsche Gerichte mit Verweis auf islamisches Recht Urteile fällen. So lehnte das Bundessozialgericht Kassel 2000 die Klage einer aus Marokko stammenden Witwe ab, die sich weigerte, ihre Rente mit der Zweitfrau ihres Mannes zu teilen. Das Gericht entschied zugunsten der Zweitfrau, mit dem Verweis auf islamisches Recht.

In Frankfurt wurde der Antrag einer misshandelten Frau auf Erlass des Trennungsjahres ab, mit Verweis auf das Züchtigungsrecht eines muslimischen Ehemannes. Das von Richtern , die dem Rechtsstaat verpflichtet sein sollten und nicht den Vorgaben einer Religion.

Ein ganzes Kapitel widmet James der Frage, ob der Koran eine Lizenz zum Töten sei. Sie weist darauf hin, dass alle muslimischen Attentäter, ob in Europa, Amerika oder in muslimischen Ländern sich auf den Koran berufen. Sure 4:89 sagt: „…greift sie und tötet sie, wo ihr sie findet…“. Und Sure 9:5: „…tötet die Beigeseller ( Götzendiener), wo immer ihr sie findet…“. Diese Gewaltaufrufe, so James, sind Befehle an alle Gläubigen. Ihre Gültigkeit besteht für alle Zeiten. Sure 8:39 „Und kämpft gegen sie…bis nur noch Allah verehrt wird.“ Nach Meinung von Islamgelehrten befindet sich die islamische Welt heute noch im Krieg mit den „Ungläubigen“. „Die Gewalt gegen Ungläubige ist im Islam ein fundamentaler Bestandteil der Glaubenslehre bis in die heutige Zeit geblieben. Es ist also naiv anzunehmen, dass dieses gewaltorientierte Glaubensfundament ohne weiteres durch den Kontakt mit der aufgeklärten europäischen Kultur entfernt werden könnte, ohne dass das gesamte Glaubensgebäude zusammenbricht.“

Der IS zeigt der Welt, wie diese Gewaltkultur in der Praxis aussieht. Das Erschrecken darüber wird oft in dem Satz, die Islamisten hätten nichts mit dem Islam zu tun, aufgelöst. James hält das für einen fatalen Irrtum, von dem sich Deutschland schnellstens befreien sollte, denn sonst könne es sein Problem mit den Gotteskriegern nicht lösen. Ende 2014 waren von 500 Gotteskriegern, die nach Syrien gereist waren, 180 wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Die meisten von ihnen wandten sich wieder der extremistischen Szene zu. Alle waren in Moscheen radikalisiert worden. Moscheen, darauf weist James eindrücklich hin, sind keine Häuser, in denen nur der Glaube praktiziert wird. Von Moscheen geht der Kampf gegen die Ungläubigen aus. Das wird auch deutlich gesagt, wie z. B. von Erhan A. (22) : „ Demokratie und Islam , das ist wie Feuer und Wasser. Es ist nicht miteinander vereinbar.“ Das stand im Magazin der Süddeutschen, aber die Botschaft wurde nicht gehört.

Seit den ersten Videos von al- Q*aida haben die Terroristen auch den medialen Dschihad perfektioniert. Der IS war die erste Gruppe, die die Bedeutung sozialer Medien erkannt hat. Über Facebook erreichen die Terroristen immer mehr Jugendliche in Europa, auch Mädchen. Es gibt eine wachsende Zahl von oft minderjährigen Mädchen, die zu den Kämpfern des IS reisen, um sie zu heiraten. Vor Ort müssen sie dann feststellen, dass diese „Ehen“ oft nur eine Nacht halten. Sie haben vom romantischen Ritter geträumt und sind im Sex- Dschihad gelandet.

Immer häufiger stellen auch deutsche Terroristen Botschaften ins Netz, in denen sie zur Vernichtung der westlichen Gesellschaft aufrufen. Die Terroristen sind unter uns. Der Salafismus existiert bereits seit den siebziger Jahren in Deutschland und hat immer mehr Anhänger gewonnen. Im Jahr 2014 schätzte man 5500 Salafisten, eine Zahl, die heute wesentlich höher liegen könnte. Einer davon, Abou- Nagie, darf immer noch Kindern Islamunterricht geben. Eifrige Unterstützer deutscher Salafisten sind übrigens reiche Saudis, ohne dass dies Auswirkungen auf die deutsch- saudischen Beziehungen hätte. Kaum jemand störte sich daran, dass Ex- Bundespräsident Christian Wulff auf Wunsch der Bundeskanzlerin zur Trauerfeier des verstorbenen saudischen Monarchen Abdullah fuhr.

Wie der Westen sich seine Feinde selbst heranzüchtete, das ist ein eigenes Kapitel wert.