Dummheit oder Demagogie?

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Der Chefunterhändler der SPD für eine rot-rot-grüne Koalition in Berlin, Steffen Krach, verteidigt die Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit der SED-Linken, indem er behauptet, der Unterschied zur AfD wäre, dass die Linke eine demokratische Partei sei.

Die Frage ist, ob Krach dumm und uninformiert oder ein Demagoge ist. Zwar haben die Altparteien und die staatsnahen Medien in den letzten Jahren viel getan, um die Öffentlichkeit über den wahren Charakter der SED-Linken zu täuschen, als seriöser Politiker sollte man aber nicht auf die Propaganda reinfallen, vor allem nicht in einer Situation, in der die 26%-Partei wieder nach der Führungsrolle greift, obwohl ihre antisemitischen Teile und die Verstrickungen mit kriminellen Clans endlich bekannt geworden sind.

Warum SED-Linke? Die SED ist nie aufgelöst worden. Das hat Gregor Gysi auf dem Parteitag der SED im Dezember 1989 verhindert. Sein schlagendes Argument war, dass die Partei ihres Vermögens verlustig ginge. Eine der ersten Amtshandlungen als frisch gewählter SED-Vorsitzender war, eine Gruppe zur Rettung des Parteivermögens zusammenzustellen. Die arbeitete sehr effektiv. „Dummheit oder Demagogie?“ weiterlesen

Eine tragische Oper

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, Kultur

Von Hans Hofmann-Reinecke

Vor fünf Jahren verstarb auf bislang ungeklärte Weise der geniale Pianist und Wagner Experte Stefan Mickisch. Seine Einführungen in die Opern der Bayreuther Festspiele wurden von Tausenden besucht und bejubelt. Unter ihnen waren einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik und der Kulturelite. Es ist erstaunlich, wie schnell dieses Genie und sein früher Tod in Vergessenheit gerieten.

Einem Sechsjährigen erklären

„Wer etwas verstanden hat, der kann es auch einem Sechsjährigen erklären“. Wie so viele kluge Worte werden auch diese Albert Einstein zugeschrieben. Sie gelten aber nicht nur für die Physik. Auch Musik kann einiges an Intelligenz und Hingabe erfordern, um ihre Botschaft zu erfassen. Bei Abba ist das vielleicht einfach, bei Richard Wagner wird es schon schwieriger.

Allein über die ersten vier Noten seiner Oper „Tristan und Isolde“ wurden hunderte wissenschaftlicher Schriften verfasst. Doch da gab es nun ein musikalisches Genie, der konnte diese berüchtigten Noten, den „Tristan-Akkord“, in fünf Minuten erklären, und auch den Rest der Oper. In diesem Video führt er den renommierten britischen Schauspieler Sir Stephen Fry in die Geheimnisse der besagten Tonfolge ein. Das Ganze geschieht noch dazu in Wagners Bayreuther Villa Wahnfried, auf des Meisters Piano, das Steinway ihm zur Eröffnung der Festspiele 1876 gebaut hatte. „Eine tragische Oper“ weiterlesen

Ein absurdes Schauspiel

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Am Dienstag, dem 6. Oktober wurde in Magdeburg ein Landtagspräsident des AfD gewählt, mit 4 mehr Stimmen, als AfD und BSW zusammen aufbringen. Sofort verfiel die woke Linke in Schnappatmung. Was hatten „unsere“ Demokraten erwartet? Dass ein Wunder geschieht, wenn man nur weiter die Augen fest vor der Realität verschließt, das Votum der Wähler nicht anerkennt und nur Brandmauer, Brandmauer schreien muss, damit alles wie gewohnt weiter geht?

Dabei hat es die SPD auf die absurde Spitze getrieben. Die bei der letzten Bundestagswahl stark geschrumpfte Bundestagsfraktion entschloss sich im Anschluss an ihre Sitzung an diesem Dienstag zu einem „spontanen“ Protestmarsch vom Reichstag durch das Brandenburger Tor bis zum August-Bebel-Platz. Manche Abgeordnete trugen das Grundgesetz unter dem Arm.

Anlass der Kundgebung war die Vermutung, dass 4 CDU Abgeordnete den AfD-Parlamentspräsidenten mitgewählt haben könnten. Den Grundgesetz-Trägern ist offensichtlich nicht bewußt, dass laut Art.38 Abs. 1 der Abgeordnete ein freies Mandat hat und nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Es hilft eben nicht, das GG mit sich herumzuschleppen, man sollte ab und zu auch hineinschauen. „Ein absurdes Schauspiel“ weiterlesen

Margos Töchter oder die Abgründe deutsch-deutscher Geschichte

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, Kultur

Aktuell ist die nie aufgelöste SED, die sich nach viermaligem Namenswechsel Linke nennt, dabei, in Berlin die Macht zu ergreifen. Selbst die Union, der ehemalige Garant für das Erfolgsmodell Bundesrepublik Deutschland, unter der Parteivorsitzenden Merkel zu einer weiteren Linkspartei mutiert, will sich neue Koalitionsmöglichkeiten mit der nie aufgelösten SED erschließen. Dafür muss die DDR weichgezeichnet und von ihrem Diktaturcharakter abgelenkt werden. Damit hat sich eine Voraussage des MfS-Führungsoffiziers Hans Stahl aus Cora Stephans Roman „Margos Töchter“ erfüllt. Er sagte schon zu DDR-Zeiten die Möglichkeit einer Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten voraus. Darauf müsse man sich vorbereiten. Eines Tages würde man im vereinigten Deutschland Ministerpräsidenten oder sogar den Kanzler stellen. Das stellt die bange Frage, wer wen übernommen hat und wie das passieren konnte, immer wieder neu.

In Cora Stephans Roman findet man Antworten darauf.

„Margos Töchter“ ist die Fortsetzung ihrer fulminanten Familiengeschichte „Ab heute heiße ich Margo“, die anhand zweier Frauenschicksale, der von Margo und Helene, zwei deutsche Diktaturen beschreibt. Nun sind es die Töchter von Margo, die eine in der DDR, die andere in der BRD, deren Entwicklung bis in die Zeit nach der Vereinigung nachgezeichnet wird. Stephan schreibt auch Kriminalromane, daher ist der Plot spannend wie ein Krimi, wenn auch manchmal etwas gewagt. Tatsächlich geht es in der Realität unter der Oberfläche genauso kriminell zu. „Margos Töchter oder die Abgründe deutsch-deutscher Geschichte“ weiterlesen

Grandiose Spielzeiteröffnung: Operngala und Werther

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, Kultur

Kann auch eine verhältnismäßig kleine Truppe über außergewöhnliche Stimmen verfügen? Sie kann, das bewies das Theater Nordhausen zum Spielzeitauftakt.

Die Operngala, die an drei Tagen aufgeführt wurde, war ein Triumph der Sopranistin Julia Ermakowa. Unterstützt vom Opernchor, stellte sie ihr außerordentliches Können unter Beweis. Ob Beethoven, Mozart oder Verdi – sie meisterte die schwierigsten Arien scheinbar mühelos. Zu Höchstform aber lief sie bei Vincenzo Bellini auf. Beim Chor der Druiden schien ein Augenblick die Zeit stillzustehen.

„Wo nimmt diese zierliche Person eine so große Stimme her?”, fragte eine Besucherin nach der Veranstaltung. Ermakowa ist seit 24/25 Ensemblemitglied und bleibt uns hoffentlich noch lange erhalten. „Grandiose Spielzeiteröffnung: Operngala und Werther“ weiterlesen

Ab heute heiße ich Margo

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, Kultur

Cora Stephan ist für mich neben Monika Maron die wichtigste Autorin in Deutschland. Ich halte es für hochsymbolisch, dass die eine aus der alten Bundesrepublik, die andere aus der DDR stammt. Beide eint das Bestreben, die deutsche Geschichte möglichst genau zu erzählen und dem Vergessen zu entreißen, was vom Mainstream als unbequeme Wahrheit unterdrückt wird. Davon gibt es viel mehr, als man glaubt.

„Ab heute heiße ich Margo“ ist der erste von drei Romanen, in denen sich Stephan der deutschen Geschichte widmet.

Die Handlung beginnt in Stendal, einer Stadt, die so schön war, dass sich ein französischer Schriftsteller nach ihr benannte.

Margarete entstammt der Familie eines niederen Finanzbeamten, der hofft, mit Hilfe der NSDAP endlich Karriere machen zu können. Seine Tochter will so schnell wie möglich selbständig werden und hat sich deshalb erfolgreich für eine Buchhalterlehre beim besten Fotografen der Stadt beworben. Dort trifft sie auf die geheimnisvolle Helene, die schon im Spanischen Bürgerkrieg war, dem sie nur mit Hilfe eines jungen Beamten des Auswärtigen Amtes entkam. „Ab heute heiße ich Margo“ weiterlesen

Polnische Wirtschaft: Polen boomt, Deutschland stagniert

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Von Lothar W. Pawliczak

Bitte beziehen Sie die ersten beiden Worte vor dem Doppelpunkt auf die beiden Worte unmittelbar nach dem Doppelpunkt. Auf die letzten beiden Worte in der Überschrift muß man inzwischen wohl die Negativbedeutung von „polnische Wirtschaft“ beziehen, die auf das 18. Jahrhundert zurückgeht und die dazu diente, die Teilung Polens und die Okkupation eines Teile durch Preußen zu rechtfertigen. Am 15. September 2026 gab es im schönen Studio 14 des rbb eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema mit dieser Überschrift und selbstverständlich wurde die Konnotation „polnische Wirtschaft“ auch korrekt eingeordnet. Voraussichtlich wird die Podiumsdiskussion am 27. September vom rbb gesendet werden.

Die Wahrnehmung Polens in Deutschland hängt vielleicht davon ab, in welcher Entfernung zur Polnischen Grenze man lebt. Der Brandenburgische Minister René Wilke hat auch darauf hingewiesen. Mit 50 Kilometern oder weniger lohnt es sich, nach Polen zum Tanken zu fahren, auch noch, wo jetzt einige Restriktionen zu Reduzierung des Spritpreises in Polen ausgelaufen sind. Und selbst von Berlin ist eine Fahrt über die Grenze finanziell attraktiv, wenn man dann auch in Polen einkauft, zum Friseur geht oder ins Restaurant. „Polnische Wirtschaft: Polen boomt, Deutschland stagniert“ weiterlesen

Merz und die privaten Krankenversicherungen

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Das Statement des Kanzlers der zweiten Wahl Merz am Tag nach den Landtagswahlen in Berlin und MeckPom über die angebliche Gerechtigkeitslücke zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen war eine propagandistische Meisterleistung. Sofort wurde von den staatsnahen Medien kaum noch sein Totalversagen als Kanzler thematisiert, sondern darüber spekuliert, ob Merz nun die Privaten abschaffen will.

Die SPD nahm den Ball unverzüglich auf und sicherte Merz Unterstützung zu. Kurz vor den Wahlen hatte es ähnliche Vorschläge aus dem Haus von Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bas gegeben, die weitgehend unbeachtet geblieben sind. Für Bas war der Vorstoß von Merz ein Signal, dass sie keinerlei Konsequenzen für ihr Aufkündigen der bereits im Koalitionsausschuss beschlossenen Reformen befürchten muss. „Merz und die privaten Krankenversicherungen“ weiterlesen

Unsere Demokraten wollen die Botschaft nicht hören

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Eigentlich sollte die Ansage unmissverständlich sein: Die Mehrheit der Bevölkerung will einen Politikwechsel, weg von den ideologischen Dogmen, die spätestens seit der ersten Regierung Merkel politisches Handeln dominiert haben.

Aber die politische Elite weigert sich, der Botschaft Glauben zu schenken. Die Verrenkungen, die gemacht werden, um den Wählerwillen nicht anerkennen zu müssen, werden immer grotesker, je größer der Druck für Veränderungen wird.

Noch gibt es keine Regierung in Sachsen-Anhalt, da wird schon darüber debattiert, wie man die durch Bundesdruck und Geldentzug lahmlegen könnte. Dazu gehört auch der Wille, AfD-Projekte auch dann abzulehnen, wenn sie den eigenen Vorstellungen entsprechen. „Unsere Demokraten wollen die Botschaft nicht hören“ weiterlesen

DDR-Hits aus Operette und Musical

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, Kultur

Wussten Sie, dass das erfolgreichste Musical deutscher Autoren in der DDR entstand? Gerd Natschinskis „Mein Freund Bunbury”, frei nach Oscar Wildes Komödie „The Importance of Being Earnest”, hatte am 2. Oktober 1964 im Berliner „Metropol” Premiere, erlebte 5000 Aufführungen in 155 Inszenierungen und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Der Arbeiter-und-Bauern-Staat hatte ein Faible für schmissige Melodien.

Anders als in Westdeutschland wurden in der DDR bis zu ihrem Untergang Musicals und Operetten produziert. Die Vorstellungen waren in der Regel ausverkauft, nicht nur, weil es zum Arbeitsprogramm jeder Brigade gehörte, mindestens ein Theaterstück im Jahr gemeinsam zu besuchen, sondern weil die leichte Muse eine bunte Abwechslung vom tristen Alltag versprach.

Hier waren nicht nur die Gedanken frei, sondern die Phantasie beflügelt. Man konnte mit den Seemännern gefahrlos auf Reisen gehen, in San Francisco mit den Arbeitern gegen die Kapitalisten meutern oder sich auf der Leipziger Messe der versperrten weiten Welt ganz nahe fühlen. „DDR-Hits aus Operette und Musical“ weiterlesen