Verlust der reinen Vernunft

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Von Hans Hofmann-Reinecke

Vernunft ist die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und auf Grundlage dieser Erkenntnisse zu handeln. Gemessen daran war keine einzige strategische politische Entscheidung der vergangenen 15 Jahre vernünftig. Nun holt die Wirklichkeit unsere Regierenden ein, und sie versuchen mit allen Mitteln, sich gegen den Willen der Bevölkerung an der Macht zu halten. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Die Hand auf der Herdplatte

Wir unterstellen den Regierenden zunächst, dass sie bemüht sind, ihre ganze Kraft dem Wohle des Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden. Man weiß zwar von Mobutu, Mugabe und Konsorten, dass Politiker durch Korruption und auf Kosten der ihnen anvertrauten Völker zu Milliardären wurden, aber das ist Afrika. In Europa, oder gar in der EU, wären solche Verfehlungen durch unsere Würdenträger doch undenkbar. „Verlust der reinen Vernunft“ weiterlesen

Polnische Wirtschaft: Polen boomt, Deutschland stagniert

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Von Lothar W. Pawliczak

Bitte beziehen Sie die ersten beiden Worte vor dem Doppelpunkt auf die beiden Worte unmittelbar nach dem Doppelpunkt. Auf die letzten beiden Worte in der Überschrift muß man inzwischen wohl die Negativbedeutung von „polnische Wirtschaft“ beziehen, die auf das 18. Jahrhundert zurückgeht und die dazu diente, die Teilung Polens und die Okkupation eines Teile durch Preußen zu rechtfertigen. Am 15. September 2026 gab es im schönen Studio 14 des rbb eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema mit dieser Überschrift und selbstverständlich wurde die Konnotation „polnische Wirtschaft“ auch korrekt eingeordnet. Voraussichtlich wird die Podiumsdiskussion am 27. September vom rbb gesendet werden.

Die Wahrnehmung Polens in Deutschland hängt vielleicht davon ab, in welcher Entfernung zur Polnischen Grenze man lebt. Der Brandenburgische Minister René Wilke hat auch darauf hingewiesen. Mit 50 Kilometern oder weniger lohnt es sich, nach Polen zum Tanken zu fahren, auch noch, wo jetzt einige Restriktionen zu Reduzierung des Spritpreises in Polen ausgelaufen sind. Und selbst von Berlin ist eine Fahrt über die Grenze finanziell attraktiv, wenn man dann auch in Polen einkauft, zum Friseur geht oder ins Restaurant. „Polnische Wirtschaft: Polen boomt, Deutschland stagniert“ weiterlesen

An der Macht bleiben, ohne gewählt zu werden

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Von Hans Hofmann-Reinecke

Über anderthalb Dekaden haben unsere Regierenden das Land ohne äußere Bedrohung kontinuierlich heruntergewirtschaftet. Die Bevölkerung hat lange gebraucht, um diesen Verfall zu erkennen. Doch nun schlägt die Erkenntnis durch und wird an den Urnen sichtbar. Jetzt stehen die Regierenden vor der einzigen Aufgabe, die sie je ernst genommen haben: Wie können wir an der Macht bleiben, ohne vom Volk gewählt zu werden?

Vorsatz oder Inkompetenz?

Im Ranking der Länder Europas hinsichtlich Lebensqualität ist Deutschland zwischen 2012 und 2025 von Platz 2 auf Platz 14 abgerutscht. Dieser dramatische Verfall vollzog sich teils in markanten Etappen, teils in schleichender Erosion. Verantwortlich dafür sind nicht externe Ereignisse, sondern unsere Regierenden, die geschworen hatten, ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden.

Diesem Auftrag sind sie in keiner Weise nachgekommen – sei es aus Vorsatz, sei es aus Inkompetenz. Aber auch die Bevölkerung selbst trägt Verantwortung. Viele der eklatanten Fehlentscheidungen waren mit gesundem Menschenverstand klar zu erkennen und hätten nicht widerstandslos hingenommen werden dürfen. Aber es fehlte an Vertrauen in die eigene Urteilskraft. „An der Macht bleiben, ohne gewählt zu werden“ weiterlesen

Merz und die privaten Krankenversicherungen

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Das Statement des Kanzlers der zweiten Wahl Merz am Tag nach den Landtagswahlen in Berlin und MeckPom über die angebliche Gerechtigkeitslücke zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen war eine propagandistische Meisterleistung. Sofort wurde von den staatsnahen Medien kaum noch sein Totalversagen als Kanzler thematisiert, sondern darüber spekuliert, ob Merz nun die Privaten abschaffen will.

Die SPD nahm den Ball unverzüglich auf und sicherte Merz Unterstützung zu. Kurz vor den Wahlen hatte es ähnliche Vorschläge aus dem Haus von Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bas gegeben, die weitgehend unbeachtet geblieben sind. Für Bas war der Vorstoß von Merz ein Signal, dass sie keinerlei Konsequenzen für ihr Aufkündigen der bereits im Koalitionsausschuss beschlossenen Reformen befürchten muss. „Merz und die privaten Krankenversicherungen“ weiterlesen

Unsere Demokraten wollen die Botschaft nicht hören

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Eigentlich sollte die Ansage unmissverständlich sein: Die Mehrheit der Bevölkerung will einen Politikwechsel, weg von den ideologischen Dogmen, die spätestens seit der ersten Regierung Merkel politisches Handeln dominiert haben.

Aber die politische Elite weigert sich, der Botschaft Glauben zu schenken. Die Verrenkungen, die gemacht werden, um den Wählerwillen nicht anerkennen zu müssen, werden immer grotesker, je größer der Druck für Veränderungen wird.

Noch gibt es keine Regierung in Sachsen-Anhalt, da wird schon darüber debattiert, wie man die durch Bundesdruck und Geldentzug lahmlegen könnte. Dazu gehört auch der Wille, AfD-Projekte auch dann abzulehnen, wenn sie den eigenen Vorstellungen entsprechen. „Unsere Demokraten wollen die Botschaft nicht hören“ weiterlesen

Ist Wokismus weiblich? (Teil 3.)

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Von Christoph Ernst

DEI ist eine klassische Neid- und Racheideologie nach strenger Nullsummenlogik. Soll es Frauen gut gehen, muss es Männern dafür schlecht gehen. Die Idee, dass es sowohl als auch gut gehen oder sie gemeinsam sogar mehr Lebensqualität entwickeln könnten, ist nicht vorgesehen.

Konzeptuell mag rückwirkende Wiedergutmachung fein klingen. Faktisch wirft sie zig Probleme auf. Selbst wenn man wie Annalena Baerbock feministisch erhabene Büßerposen liebt und den Nachfahren afrikanischer Sklavenhändlerdynastien niemals gestohlene Bronzebüsten aus deutschen Museen schenkt, führt das Täter-Opfer-Schema auf Basis von Hautfarbe und Geschlecht in die Irre. Denn das eigentliche Rätsel bleibt: Wie gleicht man vorgestriges Übel aus? Zu was verpflichtet oder berechtigt das Ungemach, das die Altvorderen eingesteckt oder ausgeteilt haben?

Eine Reihe meiner Vorfahren waren Leibeigene mecklenburgischer Grafen. Bis weit ins 19. Jahrhundert war ihr Los unerfreulich. Das ist verbrieft, und daran zu erinnern gewiss nicht falsch, wenn man solche Zustände künftig vermeiden will. Trotzdem lebt heute niemand mehr, dem die Peitsche eines Krautjunkers den Schlaf raubt. Auch sämtliche Urenkel sind tot. An wen also sollte ich mein Restitutionsbegehren richten, und wieso sollte ich überhaupt den Drang dazu verspüren, statt mich daran zu freuen, dass ich heute weit freier lebe als meine Altvorderen? Für mich bezeugt der retroaktive Kampf gegen einstmals ‚Privilegierte‘? nichts als verbitterte Sklavenmentalität. „Ist Wokismus weiblich? (Teil 3.)“ weiterlesen

Ist Wokismus weiblich? (Teil 2.)

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Von Christoph Ernst

Lange bevor Wort ‚woke‘ auftauchte, geisterte das Mantra von DEI bereits durch Universitäten. Kulturrelativismus, Postkolonialismus und Identitätspolitik erstickten alle positiven Bindungen an die eigene Herkunft.

Für fortschrittliche Zeitgenossen ist Selbstgeißelung de rigueur. Es gilt, die letzten Echos von Aufklärung und Liberalismus auszutreiben. Im Auge des Zorns stehen Israel, die USA und alle osteuropäischen Länder, die noch einen Hauch Selbstbewusstsein gegenüber Brüssel an den Tag legen, weil sie sich zu gut ans das Sowjetimperium erinnern. In Westeuropa ist man weiter. Bei uns tobt die Endschlacht gegen Kapitalismus, Rassismus und Imperialismus in Unis, Medien und Museen. Die klimakatastrophal erhitzte Empörung über kindermordende Zionisten marschiert Hand in Hand mit ‚Queers for Palestine‘ und dem Bekenntnis zur Hamas.

Wen das als Hirnerweichung besticht, liegt nicht falsch. Aber das Abgleiten in sinnfreie Polit-Pornografie hat System. In seiner Kunst des Krieges sagt Sunzi, die klügsten Strategen besiegten ihre Gegner ohne Kampf. Sie verwirrten ihren Geist und untergrüben ihre Moral. Früher oder später zerfleische der Feind sich selbst. Im Idealfall könne man am Ende sogar als sein Retter auftreten. „Ist Wokismus weiblich? (Teil 2.)“ weiterlesen

Ist Wokismus weiblich? (Teil 1.)

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Von Christoph Ernst

Kürzlich schrieb Jan H. Rosenkranz in der ‚Welt‘ über ‚die erstaunlich konservative Generation Z‘. Doch die drifte vielen in Ländern politisch auseinander. Frauen tendierten nach links, Männer nach rechts. Rosenkranz erklärt das soziologisch: Laut der Internationalen Arbeitsorganisation arbeiten junge Männer in handwerklichen und technisch-industriellen Berufen. ‚Rechtspopulistische‘ Parteien adressieren ihre Sorgen, versprächen Schutz vor Globalisierungsdruck und sozialem Abstieg. Frauen seien häufiger in der Verwaltung und im öffentlichen Dienst tätig. Sie befürworten staatliche Eingriffe und Umverteilung. Gleichstellungsfragen linksgerichteter Parteien sprächen sie deutlich mehr an.

Stimmt zwar alles, aber es greift zu kurz. Meines Erachtens geht die aktuelle Spaltung im ewigen Geschlechterkrieg eher auf verzerrte Selbstbilder und kontrafaktische Genderpropaganda zurück. Viele Frauen sehen Männer nicht mehr als Partner. Sie glauben, was man ihnen über den ‚Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats‘ erzählt hat. Denn irgendwann begannen Feministinnen Friedrich Engels mit Hedwig Dohm zu verwechseln. Sie verliebten sich in Simone de Beauvoir und die Idee, das bessere, stärkere Geschlecht zu sein, von Natur aus berufen, die Spezies vor sich selbst zu retten. Hauptfeinde dieses noblen Projekts waren Männer, Patriarchat, Kapitalismus und der Fluch der Mutterschaft. „Ist Wokismus weiblich? (Teil 1.)“ weiterlesen

DDR-Hits aus Operette und Musical

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, Kultur

Wussten Sie, dass das erfolgreichste Musical deutscher Autoren in der DDR entstand? Gerd Natschinskis „Mein Freund Bunbury”, frei nach Oscar Wildes Komödie „The Importance of Being Earnest”, hatte am 2. Oktober 1964 im Berliner „Metropol” Premiere, erlebte 5000 Aufführungen in 155 Inszenierungen und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Der Arbeiter-und-Bauern-Staat hatte ein Faible für schmissige Melodien.

Anders als in Westdeutschland wurden in der DDR bis zu ihrem Untergang Musicals und Operetten produziert. Die Vorstellungen waren in der Regel ausverkauft, nicht nur, weil es zum Arbeitsprogramm jeder Brigade gehörte, mindestens ein Theaterstück im Jahr gemeinsam zu besuchen, sondern weil die leichte Muse eine bunte Abwechslung vom tristen Alltag versprach.

Hier waren nicht nur die Gedanken frei, sondern die Phantasie beflügelt. Man konnte mit den Seemännern gefahrlos auf Reisen gehen, in San Francisco mit den Arbeitern gegen die Kapitalisten meutern oder sich auf der Leipziger Messe der versperrten weiten Welt ganz nahe fühlen. „DDR-Hits aus Operette und Musical“ weiterlesen

Der gestohlene Mohairpullover

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, Kultur

Angeblich soll die Kunst des Lesens bald verschwinden und mit ihr eine Kulturtechnik, die seit der Erfindung des Buchdrucks viele Generationen geprägt hat.

Ich war in meiner ersten Lebenshälfte eine so genannte Leseratte, die las, bis sie vom Schlaf überwältigt wurde. Ich lese immer noch, aber sehr viel weniger. Seit längerem ist es nicht mehr passiert, dass ich ein Buch nicht vor dem Ende aus der Hand gelegt habe. So ging es mir mit „Der gestohlene Mohairpullover“, das Erstlingswerk von Rita Karolyi.

Die in New York geborene Autorin hat von Kindheit an ein Faible für skurrile Geschichten und Charaktere. Sie ist eine genaue Beobachterin von Situationen und Menschen. Als Erwachsene hat sie einen Teil ihres Lebens in der Modebranche verbracht. Das alles merkt man ihrem Buch an.

Zu Beginn der Geschichte sitzt die Heldin in ihrer Wohnung und studiert die neueste Modezeitschrift. Darin entdeckt sie drei oder vier Teile, die sie unbedingt haben will, obwohl ihr Schrank von zum Teil nicht mal ausgepackten Sachen überquillt. Sie ist eine Kleptomanin und muss ihrer Sucht sofort folgen. Sie macht eine Klauliste und kleidet sich als eine graue Maus, die man sofort wieder vergisst, nachdem man sie gesehen hat.

Sie setzt sich in ihr Auto und fährt zum nahe gelegenen Hamburg.
Dort beginnt ihre Klau-Routine. Sie beobachtet zuerst die Auslagen und die Verkäuferinnen, bevor sie beginnt, die Sicherungen und Preisschilder zu entfernen und die Stücke in ihrer Tasche verschwinden zu lassen.

Während ihres Beutezuges begegnet sie unterschiedlichsten Menschen. Ein Vierzigjähriger, intellektuell aussehender Typ und Bioladen-Kunde liest zu ihrem Entsetzen nicht ein Buch über Klima-Ethik, sondern über Prinzessin Diana. Eine einarmige Frau mit Hund, die blicklos weitergeht. Ein Mann, den sie als Kleptomanen erkennt und ihm das Revier überlässt. Die von ihr begehrten High-Waist-Jeans führt der Laden ohnehin nicht. Einer jungen Mutter steckt sie eine abgetrennte Sicherung in den Kinderwagen, um dann festzustellen, dass sich an der Kasse herausstellt, dass die Frau auch gestohlen hatte. Ein Rollstuhlfahrer belästigt sie unverschämt, eine Verkäuferin, von der sie sich ertappt fühlt, will lediglich wissen, ob sie ihre Nase machen lassen hat. Eine so vollkommene Nase hätte die Verkäuferin noch nie gesehen. diese und noch viel mehr Typen porträtiert Karolyi gekonnt.

Zwischen ihren Raubzügen muss sich die Kleptomanin immer wieder ausruhen, auf Bänken oder in der Kirche. Sie muss auch wiederholt an ihr Telefon gehen, um ihren Freund, der sich wegen eines Vorfalls in hellster Aufregung befindet, abzuwimmeln oder zu vertrösten. Sie muss erst ihr rasendes Herz beruhigen, bevor sie weitermachen kann. Spätestens an dieser Stelle fragt sich der Leser, ob Karolyi aus eigener Erfahrung schreibt.

Im Laufe des Tages wird ihr bewusst, dass Tomaso der einzige ihr nahestehende Mensch ist.

Während sich im Kofferraum ihres Autos und in ihrer Tasche Waren im Wert von hunderten Euro türmen, hat sie nur 10 Euro dabei. Die gibt sie einem Opernsänger, der die Passanten mit seinen Arien unterhält. Später klaut sie diesen Schein wieder aus seiner Büchse, um ihn einem bettelnden Rollstuhlfahrer in die schmutzige Hand zu drücken. Als sie Hunger verspürt, geht sie in ein Café, wo sie die Zeche prellt.

Trotz ihrer Klau-Erfolge wird sie immer unruhiger. Im letzten Laden, den sie heimsucht, lässt sie einen teuren Mohair-Pullover mitgehen.

Endlich findet sie Zeit, sich das Problem ihres Freundes Tomaso anzuhören. Seine Beichte erschüttert die Kleptomanin zutiefst. Am Ende kulminiert alles in einem heftigen Finale. Dieses Buch könnte dank seiner vielen überraschenden Szenen gut als TV-Film umgesetzt werden. Lesenswert.