Als wolle man mit allen Mitteln vom linksextremistischen Terroranschlag auf das Berliner Stromnetz ablenken, werden wir seit letzter Woche mit Winter-Horrormeldungen überschüttet. Erst sollte Tief „Elli“ zu lebensbedrohlichen Ausnahmezuständen im Norden des Landes führen und anschließend dasselbe in Mitteldeutschland anrichten. Aber außer permanenten Katastrophenmeldungen ist nicht viel passiert. Deutschland erlebt bislang einen ganz normalen Winter. Was nicht normal ist, ist die offensichtliche Unfähigkeit der politischen und staatlichen Strukturen, damit umzugehen. In Hamburg musste der extra in die Hansestadt entsandte Reporter der „Tagesschau“ vom letzten Donnerstag vor laufender Kamera eingestehen, dass hier nichts passiert war.
Den größten Schaden hat die Deutsche Bahn angerichtet, indem sie den Zugverkehr im Norden eingestellt hat. Die Schneewehen, mit denen sie zu kämpfen hatte, waren nach ihren eigenen Angaben 20 cm hoch. Die neue Bahnchefin, die das Unternehmen wieder auf Vordermann bringen soll und es stattdessen lieber lahmlegt, hat auf einer Pressekonferenz ihr Vorgehen verteidigt mit den Worten, die Sicherheit von Passagieren und Mitarbeitern (sie genderte natürlich) habe für sie oberste Priorität. Es sei kein Zug stecken geblieben, war die Erfolgsmeldung. Die Absurdität dieser Aussage fiel keinem Journalisten auf, denn natürlich kann kein Zug, der nicht abfährt, stecken bleiben. Niemand wird die Schäden zählen, die durch die Bahnstillegung angerichtet wurden. Es scheint aber so weitergehen zu sollen. Zwar werden die Fahrten wieder aufgenommen, aber reduziert und langsamer. Was das mit dem Fahrplan, also Pünktlichkeit und Erreichbarkeit der Anschlüsse bedeutet, scheint kein Thema zu sein – nicht für die Politik und nicht für die Medien. „Deutschland lahmgelegt – wegen ganz normalem Winter“ weiterlesen