Folgenden Text von Ulrich Thurmann veröffentliche ich hier auf seine Bitte hin unverändert:
Autor: Vera Lengsfeld
Tauwetter
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinWas gestern fest wie Eis im kalten Reiche schien,
Zerschmilzt im lauen Hauch der neu erwachten Tage;
Der Frost, des Winters Stolz, erhebt nun faule Klage,
Da Winde, warm und sanft, ihm die Beständ’ entzieh’n.
Das Starre, lang gepresst, beginnt sich aufzuschieben.
Ein jeder Tropfen zeigt, zu weichem Tau zerrieben,
Was hart und fest gewesen. Die Macht kann bald zerstieben,
Und Zwang entschwindet rasch, wie Rauch vom Wind vertrieben.
O Mensch, erkenn dich selbst im schmelzenden Kristall:
Dein Ruhm, dein Leib, dein Mut, sind Schnee im Sonnenstrahl.
Was heute hoch sich hebt, wird morgen sich verlieren.
Doch lerne, eh die Zeit dein bangend Herz verzehrt,
Dass nur, wer sich mit Mut im rechten Augenblick hin kehrt,
das Schmelzen zu befördern, nicht völlig muss erfrieren.
mit freundlichem Gruß
BB
Arbeitszeit
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinVon Peter Schewe
Die Deutschen arbeiten zu wenig und machen zu viel krank, so die Debatten der letzten Tage. Wobei zwischen krank ‚machen‘ und krank ‚sein‘ ja ein feiner und nicht nur sprachlicher Unterschied besteht. Es geht auch um die gesetzlich vorgeschriebene bzw. tariflich vereinbarte Arbeitszeit und die hohe Quote der Teilbeschäftigung.
Natürlich folgte sogleich der Ruf nach Abschaffung von Feier- und Reduzierung des Urlaubsanspruches, der telefonischen Krankschreibung sowie des Rechtsanspruchs auf Teilbeschäftigung. Auch die Rückkehr zur 40-Stundenwoche wird diskutiert. All das würde der Wirtschaft helfen. Aber ist die Arbeitszeit wirklich das Problem?
Entscheidend ist doch viel mehr, was in diesen Stunden geleistet wird, welcher Effekt dabei herauskommt.
Bei einem Fließbandarbeiter hängt die aufgewendete Zeit mit dem Ergebnis seiner Arbeit noch zusammen, aber wie sieht es bei einem Angestellten im öffentlichen Dienst oder in einem Institut aus, wie wird dort die Effizienz einer Leistung gemessen? Wie im gesamten Verwaltungsapparat des Bundes, der Länder, der Kommunen oder etwa im Beschaffungsamt der Bundeswehr mit seinen 15.000 Beschäftigten oder den 100.000 Beschäftigten in den Jobcentern, früher Arbeitsämter genannt. „Arbeitszeit“ weiterlesen
Angela Merkel auf dem 3. Platz
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinRossini und der Agitprop
Veröffentlicht am Kategorien Allgemein, KulturAm 30. Januar 2026 fand die zweite Opernpremiere dieser Saison im Theater Nordhausen statt: Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini, eine der meistgespielten Opern der Welt.
Regie führte ein Gast: Mechthild Harnischmacher, die schon zwei Stücke für das Junge Theater Nordhausen inszeniert hat. Der Barbier ist ihr Operndebüt. Die Inszenierung wurde stark beworben und u. a. von der Thüringer Allgemeinen ausführlich vorbesprochen, sodass die Aufführung mit einiger Spannung erwartet wurde.
Zu sehen war dann eine in Teilen bezaubernde, märchenhafte Inszenierung, leider garniert mit Überschriften aus der Mottenkiste der Agitation und Propaganda. Zum Glück konnte sich das Publikum dem Geschehen auf der Bühne hingeben, es genießen und die eingeblendeten Losungen ignorieren. Besser wäre es gewesen, wenn man auf die Belehrung der Zuschauer verzichtet hätte.
Harnischmacher hatte festgestellt, dass die männlichen Rollen im Werk überrepräsentiert sind, und wollte dem etwas entgegensetzen. Also modelte sie die zwei Frauenrollen um. Aus Rosina, die im Original eine 17-jährige, unerfahrene Waise ist, die sich in den erstbesten Mann verliebt, wurde eine belesene Feministin. Ihre Zofe Berta wurde zu ihrer besten Freundin hochgejazzt, die sich mit ihrer Herrin über feministische Fachliteratur austauscht. Um das zu unterstreichen, wurde am rechten Rand des Bühnenbildes eine Bibliotheksecke eingerichtet, in die sich beide Frauen zurückzogen, wenn sie gerade auf der Bühne nichts zu tun hatten. „Rossini und der Agitprop“ weiterlesen
Die Bedeutung der Ausreisebewegung für den Untergang der DDR
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinDie Geschichte lehrt, wie man sie fälscht, ist mein Lieblings-Bonmot des Satirikers Stanisław Jerzy Lec, weil es genau meiner Erfahrung entspricht. Ich habe die DDR, ihre Opposition seit den 70er-Jahren und die Unabhängige Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsbewegung seit Anfang der 80er hautnah und aktiv miterlebt – den Mauerfall an der Bornholmer Straße, den Zentralen Runden Tisch, die Volkskammerzeit bis zur Vereinigung und danach den ersten gemeinsamen Bundestag. Ich habe erlebt und erlebe immer noch die vielen Lügen, die um das Ende der DDR, die Vereinigung und die geschichtliche Einordnung gesponnen werden. Ich kann nur hoffen, dass die Legenden nicht stärker sind als die historische Wahrheit. Deshalb sind Bücher wie das von Monika Lembke „Wir dulden noch viel zu viel“ so wichtig. Sie enthalten die wichtigen Körnchen Wahrheit, die eines Tages hoffentlich Allgemeingültigkeit gewinnen. „Die Bedeutung der Ausreisebewegung für den Untergang der DDR“ weiterlesen
Vorsicht Wizz Air!
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinWenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Leider nichts Erfreuliches, sofern er seine Reise mit Wizz Air antreten wollte.
Wizz Air ist eine ungarische Online-Fluglinie, die u. a. die Strecke Berlin–Budapest bedient. Ich buchte meine Tickets über fluege.de. Aber meinen gebuchten Flug am 3.10.2025 von Berlin nach Budapest mit der Buchungsnummer 16033199 konnte ich nicht antreten.
Als ich die Mitteilung bekam, dass ich einchecken könnte, versuchte ich das zu tun, bekam aber immer nur Fehlermeldungen. Auch bei meinem Sohn, den ich um Hilfe bat, kam eine Fehlermeldung. Dann bekam ich von Wizz Air eine E-Mail, mit der mir mitgeteilt wurde, ich solle am Flughafen einchecken. Ich versuchte am Morgen des 3.10. noch einmal einzuchecken – wieder Fehlermeldung. „Vorsicht Wizz Air!“ weiterlesen
Das mediengemachte Winterchaos
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinGestern Nachmittag und Abend des 12. Januar 2026 wurde über MDR Kultur und andere Medien eine Schreckensmeldung vom Deutschen Wetterdienst verbreitet: Glatteiswarnung für ganz Mitteldeutschland. Der Eindruck wurde erzeugt, wer seinen Fuß vor die Tür setze, gefährde Leib und möglicherweise Leben. Prompt setzten mehrere Kreise in Sachsen-Anhalt den Schulbusverkehr aus. Die auf den Busverkehr angewiesenen Kinder mussten zu Hause bleiben.
Zahlreiche Schulen setzten die Präsenzpflicht aus.
Heute Morgen wurde die Glatteiswarnung wieder aufgehoben. Die Kinder können trotzdem nicht zur Schule gehen. Der Schaden ist angerichtet. Wie in der Corona-Politik sind die Kinder wieder Opfer hysterischer politischer Entscheidungen.
Der Deutsche Wetterdienst ist nicht in der Lage, sichere Voraussagen für das Wetter von morgen zu machen, aber was die „Klimarettung“ betrifft, sind sich Politik und Meinungsmacher in unserem Land immer noch einig, dass sie genau wissen, wie die angebliche Klimaerwärmung gestoppt werden muss. „Das mediengemachte Winterchaos“ weiterlesen
Deutschland lahmgelegt – wegen ganz normalem Winter
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinAls wolle man mit allen Mitteln vom linksextremistischen Terroranschlag auf das Berliner Stromnetz ablenken, werden wir seit letzter Woche mit Winter-Horrormeldungen überschüttet. Erst sollte Tief „Elli“ zu lebensbedrohlichen Ausnahmezuständen im Norden des Landes führen und anschließend dasselbe in Mitteldeutschland anrichten. Aber außer permanenten Katastrophenmeldungen ist nicht viel passiert. Deutschland erlebt bislang einen ganz normalen Winter. Was nicht normal ist, ist die offensichtliche Unfähigkeit der politischen und staatlichen Strukturen, damit umzugehen. In Hamburg musste der extra in die Hansestadt entsandte Reporter der „Tagesschau“ vom letzten Donnerstag vor laufender Kamera eingestehen, dass hier nichts passiert war.
Den größten Schaden hat die Deutsche Bahn angerichtet, indem sie den Zugverkehr im Norden eingestellt hat. Die Schneewehen, mit denen sie zu kämpfen hatte, waren nach ihren eigenen Angaben 20 cm hoch. Die neue Bahnchefin, die das Unternehmen wieder auf Vordermann bringen soll und es stattdessen lieber lahmlegt, hat auf einer Pressekonferenz ihr Vorgehen verteidigt mit den Worten, die Sicherheit von Passagieren und Mitarbeitern (sie genderte natürlich) habe für sie oberste Priorität. Es sei kein Zug stecken geblieben, war die Erfolgsmeldung. Die Absurdität dieser Aussage fiel keinem Journalisten auf, denn natürlich kann kein Zug, der nicht abfährt, stecken bleiben. Niemand wird die Schäden zählen, die durch die Bahnstillegung angerichtet wurden. Es scheint aber so weitergehen zu sollen. Zwar werden die Fahrten wieder aufgenommen, aber reduziert und langsamer. Was das mit dem Fahrplan, also Pünktlichkeit und Erreichbarkeit der Anschlüsse bedeutet, scheint kein Thema zu sein – nicht für die Politik und nicht für die Medien. „Deutschland lahmgelegt – wegen ganz normalem Winter“ weiterlesen
Wir wollten weg
Veröffentlicht am Kategorien AllgemeinZur Zeit ist der Osten wieder Mode. Es wird gestritten, wer die Hoheit über die Interpretation hat, wie die DDR war. Dabei löst sich die Frage von selbst durch die Realität, in der wir leben.
Die Zustände, die in der DDR herrschten, holen uns mit wachsender Geschwindigkeit ein. Natürlich modifiziert, verfeinert, einer offenen Gesellschaft, die von Politik und Medien dekonstruiert wird, angepasst.
Wer das nicht glauben will, lese das Buch von Peter Niebergall „Wir wollten weg“. Heute wird, wie damals, heftig diskutiert, ob man weggehen solle aus diesem Land, oder nicht. Aber wohin? Der Westen ist ist vom Virus der Zersetzung der offenen Gesellschaft befallen und uns zum Teil auf diesem Weg voraus – wie Groß Britannien. Die DDR-Insassen (Joachim Gauck) hatten als Alternative den scheinbar goldenen Westen. Der taugt heute nicht mehr als Fluchtort, denn es hat sich bereits in der Welt herumgesprochen, welche Zustände hier mittlerweile herrschen.
Niebergall, Jahrgang 1950, Ingenieur, hat die DDR erlebt und erlitten. Was sein Buch so lesenswert macht, ist die Sachlichkeit, mit der er berichtet. Neben seinen persönlichen Erlebnissen schiebt er Kapitel ein, in denen er erklärt, wie das System funktioniert hat. „Wir wollten weg“ weiterlesen