Start und Stopp im Wettrüsten

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Russland und die USA hatten sich nach Ende des kalten Kriegs darauf geeinigt, ihren Vorrat an strategischen nuklearen Waffen zu reduzieren. Diese Vereinbarung, genannt START, endet mit dem 5. Februar 2026.  Welche Folgen wird das haben?

 

Eine Unterscheidung

START ist ein bilateraler Vertrag zwischen zwei Ländern, den USA und Russland. Dieses Abkommen wird manchmal mit dem NPT verwechselt, dem „Non Proliveration Treaty“ oder Atomwaffensperrvertrag. Letzteren schließen Nationen mit der Internationalen Atombehörde IAEA ab, und verpflichten sich damit, auf den Bau jeglicher Atomwaffen zu verzichten. 191 Staaten haben das NPT unterzeichnet, unter ihnen auch der Iran.

Das hat das Land allerdings nicht davon abgehalten, große Mengen von hoch-angereichertem Uran zum Bau von Bomben herzustellen. Der IAEA war das bekannt, sie hat jedoch keine Exekutivgewalt, um dagegen vorzugehen. Das übernahmen dann die USA mit der „Operation Midnight Hammer“ im Juni 2025. Sie bombardierten die nuklearen Anlagen in Fordow, Natanz and Isfahan.

 

Dr. Seltsam und die Liebe zur Bombe

„START“ ist eine ganz andere Sache. Das „Strategic Arms Reduction Treaty“ ist eine bilaterale Vereinbarung zwischen den USA und Russland zum Abbau, bzw. der Limitierung der Vorräte an strategischen Waffen. Diese Vereinbarung endet am 5.2.2026. Aber was sind „Strategische Waffen“?

Es sind Bomben, die ein Land davor schützen sollen, attackiert zu werden. Allein ihr Besitz signalisiert einem potenziellen Angreifer: „Wenn du versuchst uns anzugreifen, dann vernichten wir dich in fünf Minuten.“ Für USA und Russland bedeutet das, sie würden sich gegenseitig vernichten, falls einer zu schießen anfängt. Diese Situation wird als „Mutually Assured Destruction“, abgekürzt MAD bezeichnet – was gewisse Wortspiele nahe legt. Die Aussicht auf gegenseitig garantierte Zerstörung hält kluge politische Entscheider natürlich davon ab, die erste Bombe zu werfen. Aber was, wenn durch technischen Defekt eine Rakete startet oder ein wahnsinniger Militär durchdreht, und die erste Bombe abwirft?

Genau das hat der Regisseur Stanley Kubrick in „Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ vorhergesehen. Ein durchgeknallter General der Airforce schickt sein Geschwader von Atombombern zum Angriff auf Russland. Ein Bomber trifft dann ausgerechnet die „Weltvernichtungsmaschine“. Der Film ist von 1964, ein Hauptdarsteller ist die Boeing B52, die noch heute, 62 Jahre danach, zum strategischen Arsenal der US-Luftwaffe gehört.

 

Strategisch und taktisch

Die gute Nachricht ist also, dass „strategische“ Atomwaffen wohl nie zum Einsatz kommen werden, ihr Besitz allein dient der Abschreckung. Es gibt aber auch „taktische“ Atombomben für das Schlachtfeld. Die zerstören dann „nur“ Infrastruktur wie Flugplätze, Häfen oder Fabriken – oder eben Städte wie Hiroschima und Nagasaki.

Taktische Bomben basieren meist auf Spaltung der Atomkerne von Uran oder Plutonium, so wie die Kernreaktoren, die einst in Deutschland und heute noch im Rest der Welt Strom erzeugen. Die zerstörerische Energie der strategischen Bomben kommt aus der Fusion von Atomkernen des Wasserstoffs, daher auch der Name Wasserstoffbombe. Diese Energiequelle friedlich zur Stromerzeugung zu nutzen, daran beißen sich Physiker und Ingenieure seit Jahrzehnten die Zähne aus. Bisher ohne Erfolg.

Die zerstörerische Kraft der Bomben wird durch die Menge des konventionellen Sprengstoffs TNT angegeben, die den gleichen Effekt hätte. Bei taktischen Atombomben sind das in der Größenordnung von zehntausend Tonnen, bei strategischen Millionen, da reden wir von Megatonnen. Die Bombe selbst wiegt aber nur eine Tonne.

All das ist kompletter Wahnsinn, aber hin und Wieder gibt es auch einen Funken der Vernunft.

 

Ivan und Joe 1.0, Januar 1991 (Satire)

In Anlehnung an Kubricks Film, hier ein fiktives Gespräch zwischen dem amerikanischen und russischen Präsidenten.

„Hör mal Ivan, wir können doch auf Augenhöhe mit einender reden. Ist das nicht alles ein Wahnsinn? Wir haben beide die Regale voll mit diesen Wasserstoffbomben. Genug, um uns gegenseitig und den Rest der Welt für immer platt zu machen.  Warum hören wir nicht damit auf, immer neue und mehr von den Dingern zu produzieren. Bringt doch nichts, außer dass wir Dollars und Rubel zum Fenster rausschmeißen. Und dass irgendwann doch mal was schief geht. Wie in diesem Film.“

„Ich geb dir Recht Joe, aber nicht nur die Bomben, auch diese ganzen Raketen und Flieger und Uboote und all dieser Kram kosten ein Vermögen. Ich schlag vor, wir machen eine Liste, wie viel wir von alldem höchstens auf Lager halten wollen. Ja, und irgendwie sollten wir uns dabei gegenseitig über die Schulter schauen können. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

„Du bist ein heller Kopf, Ivan. Wir sollten unsere strategischen Waffen reduzieren, wir sollten ein Strategic Arms Reduction Treaty machen – ein START. Aber auf jeden Fall müssen wir aber  genug von dem Zeug behalten, um uns gegenseitig vernichten zu können.“

„Das ist Ehrensache Joe“.

 

Zahlen und Systeme

Das erste START wurde 1991 vereinbart und legte folgen Obergrenzen fest:

Auf Interkontinentalraketen (ICBM) montiert:        1600

Von U-Booten abzufeuern:                                               1100

Auf Langstreckenbombern montiert:                          1000

Im Jahr 2010 wurde ein „New START“ unterschrieben, mit aktualisierten Zahlen. Ab jetzt war die Zahl der Sprengköpfe je Waffengattung auf 700 limitiert. Die Sprengkraft jeder Bombe liegt vermutlich im Bereich 100-500 Kilotonnen TNT, wird aber im Rahmen von START nicht kontrolliert – und könnte auch nicht kontrolliert werden, ohne jede Bombe zu zerlegen. Ihre Anzahl wird aber vor Ort von Inspektoren des jeweils anderen Landes geprüft, ebenso wie die der Flugzeuge, der ballistischen Raketen und der Uboote.

New START war bis 5. Februar dieses Jahres in Kraft, wurde aber nicht verlängert.

 

Ivan und Joe 2.0, Januar 2023 (Satire)

„Du Joe, du hast sicherlich davon gehört, dass der Feind im Dezember 2022 ein paar von unseren Bombern angegriffenen hat. Die hatten wir da oben in Sibirien im Freien geparkt, damit eure Satelliten sie sehen konnten – wegen START und so. Das waren Tupolev 95, euer Codename dafür ist „Bear“, alte Dinger, das hat uns nicht weiter weh getan. Aber auch Tu 160 „Blackjack“ haben die mit ihren Drohnen kaputt gemacht.  Das war nicht gut. Wir fragen uns, woher die Ukrainer die Koordinaten hatten. Hast Du eine Idee?“

„Das tut mir aber Leid lieber Ivan. Nein ich habe nichts davon gehört. Aber ich weiß, dass unsere Jungs im Pentagon einen Riesenrespekt vor diesem Blackjack haben. Das Ding fliegt 14.000 km weit und das mit Mach 2. So etwas haben wir nicht. Die Koordinaten? Bestimmt nicht von uns. Wir sind doch Freunde Ivan.“

„In der Politik gibt es keine Freunde, nur Interessen. Und wir haben jetzt kein Interesse mehr an diesem START und seinen Inspektionen. Da sswidanja towarischtsch.“

Im Februar 2023 hat Russland weitere Inspektionen untersagt. Damit ist START de facto schon vor drei Jahren gescheitert, nicht erst mit dem Auslaufen des Vertrags am 5. Februar 2o26.

Der Bestseller „Grün und Dumm“ des Autors, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich.

 

Kulturkampf oder Generationswechsel?

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Gastautor

Von Lothar W. Pawliczak

Linke, Grüne, Woke meinen, Rechte würden gegen sie einen Kulturkampf betreiben. Gleichzeitig bestreiten sie, daß es das, was da bekämpft wird, überhaupt gibt, obwohl sie doch in den USA Wokeness selbst erfunden haben und … – nein, nein, sie hätten niemals irgendwen, der irgendwo eine Rede halten wollte oder wer als Weißer ein Gedicht einer Afroamerikanerin übersetzen wollte gecancelt, niemals Faschingsfeiern verhindert, wo Kinder als Indianer kommen wollten, niemals das Umschreiben von Büchern gefordert. Und nie hat jemand jemandem vorgeworfen, auf einer Veranstaltung gewesen zu sein, auf der ein Vertreter böser Leute gewesen sei. Man kann die Leugnung dessen, was sie tun, wohl nur als zynische Selbstironie auffassen. Ihre Gegner halten ihnen entgegen: „Dieselben Parteien, die die Gesellschaft mit einer umfassenden Indoktrinierung vergiftet haben, wollen den Kulturkampf jetzt abblasen – weil sie spüren, dass sie ihn verlieren werden.“ (Ulf Poschardt)

Aber ist es wirklich Kulturkampf? Hier streiten Rechte und Linke. Konservative und Liberale einerseits gegen selbsternannte Progressive desselben Kulturkreises. Beiden Seiten stehen dieselben Mittel der Auseinandersetzung zur Verfügung. Einige Mittel, vor allem Mord, sind dabei nach christlichem Verständnis – anders im Islam – verboten. Auch Beleidigung, Drohung, Mobbing, Gewaltanwendung wird bei uns bestraft, allerdings gilt nicht mehr gleiches Recht für jeden.

Wer wissen will, was das Wort Kulturkampf eigentlich meint, lese bei Rudolf Virchow nach (Rede im Preußischen Abgeordnetenhaus am 17. Januar 1873) oder bei Samuel P. Huntington (The Clash of Civilizations, 1996). „Kulturkampf oder Generationswechsel?“ weiterlesen

Einhörner in Potsdam – eine Ausstellung zwischen Mythos, Kunst und Faszination

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Von Sven Lingreen

Die Einhorn-Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam ist noch bis zum 01. Februar 2026 zu sehen und gehört zu den außergewöhnlichsten Präsentationen der letzten Jahre. Sie nähert sich dem Einhorn nicht als bloßem Fabelwesen, sondern als kulturellem Leitmotiv, dessen Bedeutung sich über Jahrhunderte hinweg stetig wandelte.

Besonders überzeugend ist die klare thematische Gliederung der Räume. Von frühen mittelalterlichen Darstellungen, in denen das Einhorn als reales Geschöpf gedacht wird – etwa wenn es auf der Arche Noah erscheint –, bis hin zur christlich-allegorischen Deutung, in der es sein Haupt in den Schoß der Jungfrau legt, entfaltet sich ein vielschichtiges Bedeutungsnetz. Die berühmten Wandteppiche der „Dame mit dem Einhorn“ aus dem Musée de Cluny Paris können zwar nicht reisen, ihr ikonischer Einfluss aber ist in der Ausstellung irgendwie präsent. Paris hat aber das „echte Einhornhorn“ ausgeliehen – tatsächlich ein Narwalzahn –, der eindrucksvoll zeigt, wie eng Mythos, Naturkunde und Statusdenken im Kunsthandwerk miteinander verflochten waren.

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Die Sprache des Totalitarismus

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Die wahren Absichten von Regierenden lassen sich weniger an den Zielen erkennen, die sie verkünden, als an den Methoden, mit denen sie diese durchsetzen. So kommt es immer wieder vor, dass Regime völlig unterschiedlicher ideologischer Herkunft auf erstaunlich ähnliche Maßnahmen zurückgreifen – und sich dabei einer verblüffend ähnlichen Sprache bedienen.

Ächtung des Kritikers

Das Dritte Reich und die DDR folgten gegensätzlichen Ideologien. Die Sprache ihrer Machthaber jedoch wies auffällige Gemeinsamkeiten auf – Gemeinsamkeiten, die auf eine identische Grundintention schließen lassen: den Erhalt der Macht und der damit verbundenen Privilegien um jeden Preis.

Ein zentrales Mittel war die systematische Ausschaltung jeglicher Kritik. Da Kritik berechtigt sein könnte, vermeidet man die sachliche Auseinandersetzung und greift stattdessen zur Stigmatisierung des Kritikers. Man erklärt ihn zur Person, mit der zu reden sich nicht lohnt – oder nicht mehr erlaubt ist.

Zur Rechtfertigung wird dem Kritiker stets der „gute Bürger“ gegenübergestellt. Im Nationalsozialismus war es die „Volksgemeinschaft“, deren Frieden angeblich von „Schädlingen“ und „Parasiten“ – Juden und Bolschewisten – bedroht wurde. In der DDR war es die sozialistische Gemeinschaft der Werktätigen, der man „Klassenfeinde“, „Imperialisten“ und „Agenten des Westens“ entgegenstellte. „Die Sprache des Totalitarismus“ weiterlesen

Jenny Erpenbeck

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Von Peter Schewe

Als ich hörte, dass die mir bis dahin völlig unbekannte Autorin Jenny Erpenbeck für ihren Roman ‚Kairos‘ mit dem ‚International Booker Prize‘, der nach dem Literaturnobelpreis zweithöchsten Auszeichnung für Literatur, geehrt wurde, bin ich umgehend in meine Buchhandlung gegangen und habe das Buch erworben.

Mühsam habe ich mich von Kapitel zu Kapitel durch diese völlig ungleiche Liebesgeschichte zwischen einer jungen Frau und ihrem älteren, verheirateten Liebhaber und deren erotische Eskapaden im Ostberlin der letzten DDR-Jahre gequält immer in der Hoffnung, dass etwas Umwerfendes passieren würde, etwas, was das zuvor Gelesene dieser ewig dahin plätschernden Liebesgeschichte erklären könnte. Nichts geschah, der Zusammenbruch der DDR schien für die Protagonisten und ihrer Beziehung keinen Einfluss zu haben und auch für die Autorin nur eine Randnotiz wert zu sein. „Jenny Erpenbeck“ weiterlesen

97% sind sich einig – und was sagt der Rest?

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Angeblich sind sich 97% der Wissenschaft einig, dass das Leben auf der Erde in seiner Existenz bedroht sei, falls die Menge des von Menschen in die Atmosphäre entlassene Kohlendioxid nicht drastisch reduziert wird. Wieso gibt es da noch 3% die daran zweifeln? Und wer sind die? Und wem sollte man glauben?

Ein bisschen Wissenschaft

Wir teilen uns den Lebensraum auf diesem Planeten mit unseren grünen Kumpanen, die, ähnlich wie wir, zu Essen und zu Trinken brauchen. Ihre Nahrung besteht aus Kohlendioxid, CO2, und ihr Getränk ist Wasser, H2O. Aus sechs Molekülen CO2 und sechs Molekülen H2O kochen sie sich ein Molekül Glukose. Wenn Sie das ausrechnen, dann sehen Sie, dass in den Zutaten insgesamt 2 x 6 Sauerstoffatome vom Kohlendioxid plus 1 x 6 vom Wasser enthalten sind, also insgesamt 18 Sauerstoffatome. Das ist des Guten zu viel. 12 davon werden bei der Zubereitung des Glukosemoleküls verworfen und in die Umgebung entlassen, und zwar in Form von 6 Sauerstoffmolekülen O2. Das ist eine gute Nachricht für uns Säugetiere.

Man spricht manchmal von großen Pflanzenansammlungen sie seien die „grüne Lunge“ der Erde. Erfreulicherweise sind diese Urwälder genau das Gegenteil: Unsere Lungen atmen nämlich Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Die Pflanzen atmen Sauerstoff aus und Kohlendioxid ein.  Ohne CO2 würden die Pflanzen ersticken, sie würden dann kein O2 mehr produzieren und dann würden auch wir ersticken. Die niedrigste Dosis an CO2 in der Luft, bei der Pflanzen noch überleben könnten, wird auf 150 ppm geschätzt, also auf 150 CO2 Moleküle je einer Million Luftmoleküle. Darunter würde jegliches Leben enden.

Fazit: Ohne CO2 kein Leben, auch nicht für die Gretas.

Und noch etwas:  Bei der Zubereitung von Speisen führen wir ja meist Hitze zu. Wie kochen denn die Pflanzen ihre Suppe? Sie verwenden Energie aus der Sonnenstrahlung, Insbesondere nutzen sie den Blau-violetten Bereich bei 455 nm Wellenlänge und den roten um die 670 nm. Das Licht der Wellenlängen dazwischen, so im Bereich der 550 nm benutzen sie nicht, das wird reflektiert. Raten Sie mal welche Farbe das wohl ist? Es ist Grün! „97% sind sich einig – und was sagt der Rest?“ weiterlesen

Bemerkungen zur Aussage von Jens Spahn vor der Enquetekommission am 15.12.2025

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Von Bernd Braun

1. Ausgangslage

Bekannte Nebenwirkungen der Impfung gegen Covid, teilweise mit Todesfolge, sind dokumentiert und entschädigt worden. Das bedeutet, der Eintritt von Schäden durch Impfung ist nachweisbar, zumindest für bestimmte Fälle. Spahns Unterlassung einer unmittelbaren öffentlichkeitswirksamen Richtigstellung betrifft genau diese Gruppe, die durch Fehlinformation nach dem 15.12.2025 in die Impfung gegangen ist.

2. Bewertung

Garantenpflicht (§ 13 StGB)

Jens Spahn war als Gesundheitsminister Garantenpflichtiger für den Schutz der Bevölkerung. Durch die Unterlassung der Richtigstellung der Falschaussage über Fremdschutz verletzt Jens Spahn seine Garantenpflicht.

Vorsatz

Weil der Schadenseintritt gesichert ist, kann die Unterlassung als bewusste Inkaufnahme der Schäden gewertet werden:

  • Jens Spahn wusste, dass die Aussage „Impfung bietet Fremdschutz“ falsch war.
  • Jens Spahn konnte korrigieren, tat es aber nicht.
  • Die Folgen (Nebenwirkungen/Todesfälle) waren bekannt bzw. hinreichend vorhersehbar.

„Bemerkungen zur Aussage von Jens Spahn vor der Enquetekommission am 15.12.2025“ weiterlesen

G20 in Südafrika – wenn die Gäste fernbleiben

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Der jährliche Gipfel der G20 fand kürzlich in Südafrika statt. Die Regierung fühlte sich geehrt, die politische Weltelite zu Gast zu haben, wurde dann aber durch die Absage der mächtigsten Staatschefs enttäuscht. Die Namen der Abwesenden sagten schließlich mehr über den 2025 Gipfel aus als die der Anwesenden.

Eine eindrucksvolle Liste – und viele Absagen

Die G20 repräsentieren rund 85 % des globalen Bruttoinlandsprodukts und zwei Drittel der Weltbevölkerung. Zu ihren Mitgliedern gehören Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Südkorea, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei und die die Vereinigten Staaten

Ein eindrucksvoller Club, 1999 als Forum der Finanzminister und Zentralbankchefs gegründet und seit 2008 auch auf Ebene der Staats- und Regierungschefs aktiv. Jedes Jahr treffen sich die Präsidenten für zwei bis drei Tage, um die großen geopolitischen und wirtschaftlichen Fragen zu besprechen.

2025 war Südafrika Gastgeber. Der Gipfel fand am 22. und 23. November in Johannesburg statt – eine Ehre, aber auch eine organisatorische und politische Herausforderung für Südafrika. Umso ernüchternder war das Ergebnis: Die wichtigsten Staats- und Regierungschefs sagte ab: Donald Trump (USA), Xi Jinping (China), Wladimir Putin (Russland), Javier Milei (Argentinien), Claudia Sheinbaum (Mexiko), Prabowo Subianto (Indonesien) und Kronprinz Mohammed bin Salman (Saudi-Arabien).

Schnell wurden beruhigende Erklärungen verbreitet: Das Ausbleiben einiger Gäste hätte den Erfolg des Treffens kaum beeinträchtigt oder – falls doch – dürften die Absagen in keiner Weise als Kritik an der südafrikanischen Regierung gewertet werden. Wirklich?

 Ein Regenbogen hält nicht ewig

Als die G20 1999 gegründet wurde, stand Südafrika hoch im Kurs. Fünf Jahre nach Ende der Apartheid und dem Amtsantritt Nelson Mandelas 1994 erlebte das Land einen beispiellosen Aufschwung. Sanktionen waren aufgehoben, Investoren strömten herbei, die „Regenbogennation“ galt als wirtschaftliches und gesellschaftliches Erfolgsmodell und war willkommen im Club der G20.

Ein Vierteljahrhundert später ist davon wenig übrig. Gemessen am Pro-Kopf-BIP liegt Südafrika heute weltweit nur noch auf Platz 112. Stromausfälle, Massenarbeitslosigkeit und eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt bestimmen den Alltag. Der Regenbogen wurde durch politische Intrigen und Korruption vom Himmel gewischt, statt Wohlstand für alle beherrscht heute die typisch afrikanische Dysfunktionalität den Alltag. Das ist die Wahrheit, vor der die Regierung die letzten Jahre die Augen verschlossen hat.

 Kopfwäsche im Weißen Haus

Im Mai 2025 besuchte Präsident Cyril Ramaphosa das Weiße Haus. Donald Trump sprach bei der Gelegenheit genau das dort offen an:

Die fürchterlichen Morde an weißen Farmern, die diskutierte Enteignung des Besitzes von Weißen ohne Entschädigung („Expropriation without Compensation“), sowie mehr oder weniger latente Diskriminierung weißer Südafrikaner bei der Jobsuche. Die Quotenpolitik des „Black Economic Empowerment (BEE)“, verpflichtet Unternehmen auf allen Hierarchieebenen bestimmte Prozentsätze schwarzer Südafrikaner zu erfüllen, und das auch im Vorstand – nicht selten zum Vorteil politisch bestens vernetzter ANC-Kader, die nie etwas für die Firma geleistet hatten.

Was Trump zudem störte, war die zunehmend anti-westliche und antisemitische Außenpolitik Südafrikas, seine enge Nähe zu Iran und zur Hamas, sowie die Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof. Kein Wunder also, dass die USA dem Gipfel in Johannesburg fernblieben, und dass mehrere Verbündete diesem Beispiel folgten.

Bei Wladimir Putin lag der Fall anders: Gegen ihn liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) vor. Südafrika hat das Römische Statut ratifiziert und wäre rechtlich verpflichtet gewesen, ihn bei Einreise festzunehmen. Eine Einladung zu einer Party also, auf der man festgenommen werden soll?  Vielen Dank!

Am Ende blieb von der illustren Gästeliste nicht viel übrig. Der Gipfel fand statt – aber die Abwesenheit der mächtigsten Staatschefs gab ein klares Signal: Südafrika, du bist kein verlässlicher Partner mehr, weder wirtschaftlich noch politisch. Du bist nicht mehr willkommen im Club.

Der Bestseller des Autors „Grün und Dumm“, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich. Weitere Artikel und Kontakt zum Autor bei www.think-again.org

 

Träumen ist erlaubt

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Von Peter Schewe

Träumen ist noch erlaubt. Das tat auch Ferdinand von Schirach, Strafverteidiger und erfolgreicher Autor lesenswerter Kriminalfälle, jüngst bei Caren Miosga.

Ausgehend davon, dass sich auch ein demokratisch verfasster Rechtsstaat gelegentlich den Entwicklungen anpassen sollte (Die Franzosen leben derzeit in der 5. Republik), wenn die Institutionen nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen und alle Probleme nur noch vor sich hergeschoben und in die Zukunft verlagert werden, plädierte er für eine grundlegende Reform unseres Grundgesetzes, gemeinhin auch als Verfassung bezeichnet: „Träumen ist erlaubt“ weiterlesen

Endlich!

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Von Peter Schewe

Endlich tut sich etwas in Sachen Bürokratieabbau und Digitalisierung. Diese beiden wie siamesische Zwillinge aus aller Munde tönenden Forderungen haben offenbar Gehör bei den uns Regierenden gefunden:

Wir können jetzt unsere Fahrzeugzulassung auch auf dem Handy mitführen. Wir müssen uns nicht mehr plagen mit dieser Zettelwirtschaft (nur noch im Ausland) und dem ewigen Gesuche danach. Handy raus und schon erledigt. Man benötigt dazu ja nur einen onlinefähigen Pass samt PIN und Passwort, seine ID-Nr., ein Smartphone und eine App und schon ist die uns quälende und alles erdrückende Bürokratie verschwunden, wie weggeblasen. Ein wahrer Doppel Wumms!

Bürokratieabbau durch Digitalisierung? Wer’s glaubt wird selig. Wie auch sollen Bürokratie, Formulare, Anträge und deren Bearbeitung verschwinden, nur weil sie nicht mehr auf Papier, sondern in eine unendliche Folge von Nullen und Einsen transformiert wurden?
Dazu zwei Beispiele aus eigener Praxis: „Endlich!“ weiterlesen