Von Hans Hofmann-Reinecke
Die USA haben sich von aller Klimapolitik verabschiedet, aber Deutschland will seine Wind- und Solarenergie zügig erweitern. Die Bundesministerin für Wirtschaft, Katharina Reiche, will das bremsen. Wird sie sich durchsetzen? Dank der Erkenntnisse großer Philosophen kann man mit mathematischer Gewissheit vorhersagen, dass auch diesmal die Dummheit über die Vernunft siegen wird.
Dummheit ist gefährlicher als Bosheit
Über die Dummheit haben sich sehr kluge Menschen den Kopf zerbrochen: Schopenhauer, Machiavelli und Bonhoeffer. Das sind zwar sehr unterschiedliche Denker, aber sie alle kommen zur selben Erkenntnis: Dummheit ist gefährlicher als Bosheit.
Es gibt zunächst die ganz elementare Form von Dummheit, nämlich Mangel an Intelligenz. Das aber ist nicht ihre gefährlichste Form – nennen wir diese Variante D1.
Da gibt es auch Leute, die durchaus in der Lage wären, komplexe Zusammenhänge nachzuvollziehen, die das aber vorsätzlich vermeiden. So jemand benutzt seinen Verstand stattdessen, um seine unlogischen oder unwahren Behauptung zu rechtfertigen. Bald glaubt er dann selbst an seine eigenen Lügen. Falls er das tut, um sich einen konkreten Vorteil zu verschaffen, so ist er ein Betrüger. Das ist Variante D2. Die ist schlimm, aber es gibt Schlimmeres
Die verheerendste Form der Dummheit ist die Variante D3, denn sie ist die häufigste. Da wird eine Meinung zur Überzeugung und damit zum Bestandteil der persönlichen Identität. Das mag sich durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht so ergeben haben, durch ein prägendes Erlebnis oder durch Einfluss einer Autorität. Die weitaus häufigste Ursache ist aber, dass jemand zu viel fernsieht. Gegen D3 hilft keine noch so überzeugende Diskussion, obwohl der Betreffende durchaus intelligent genug wäre, der logischen Argumentation zu folgen. Der Kandidat vom Typ D3 lässt die eigene Meinung nicht als falsch entlarven, dagegen ist er immun. Statt dessen beleidigt er seinen Gesprächspartner durch moralische Abwertung: Leugner, Querdenker, Nazi, und meidet fortan den Kontakt mit ihm.
Erfreulicherweise gibt es natürlich auch Personen, wie Sie und mich, die zu keiner dieser drei Kategorien gehören. Die nennen wir mal R, die Realisten.
Das politische Personal
Unser politisches Personal rekrutiert sich aus den Gruppen D2 und D3. Die haben Erfolg bei der Bevölkerung, in der D3 die absolute Mehrheit hat. Da wirken dann Slogans wie:
Es gibt keinen Planet B.
Klimaschutz ist alternativlos.
Atomkraft ist keine Lösung.
Ein Politiker vom Typ R hätte Schwierigkeiten solche trivialen und falschen Behauptungen guten Gewissens hinauszuposaunen. Konkurrenten und Konkurrentinnen vom Typ D2 und D3 machen das jedoch mit totaler und authentischer Überzeugung. Der größte Schwachsinn gewinnt dann spontane Zustimmung: „How dare you! You have stolen my dreams and my childhood…“ kreischt Greta in die UN-Vollversammlung – und die Staatschefs sind tief beeindruckt.
Dagegen kommt ein verantwortungsvoller R Kandidat mit einer besonnenen Rede nicht an. Deswegen sind unsere Politiker des Typen D2 und D3. Und deswegen wird dann auch bei der Entscheidung über einen weiteren Ausbau der Windkraft die „Moral“ über die Physik siegen.
Negative Preise
Die gegenwärtige deutsche Energieversorgung leidet nicht unter einem Mangel an Windrädern, sondern an einem Zuviel davon. Das liegt in der Natur der Dinge. Deren gelieferte Leistung geht mit der Windgeschwindigkeit hoch drei. Halbe Geschwindigkeit heißt ein Achtel der Leistung, doppelte Windgeschwindigkeit bringt das Achtfache (falls die Maschine da mit macht), und kein Wind heißt kein Strom, egal wie viele Windräder noch installiert werden.
Die heute installierten Windkraft würde bei landes- und seeweitem Wind von 50 km/h etwa 78 Gigawatt (GW) liefern. Das entspricht auch dem typischen deutschen Gesamtbedarf. Bei halber Windgeschwindigkeit von 25 km/h – so stark bläst es über das Jahr gemittelt – wird man nur ein Achtel von 78 GW, also knapp 10 GW bekommen. Jetzt müssen die noch existierenden Kohle- und Gaskraftwerke alles zeigen, um die fehlenden 68 GW liefern. Dazu müssen sie 24 Stunden am Tag einsatzbereit sein. Und noch etwas: mindestens 20 GW müssen die konventionellen Kraftwerke sowieso ständig ins Netz speisen, egal wie viel die „Alternativen“ liefern. Das ist für die Stabilität der 50 Hertz Netzfrequenz nötig.
Falls Sonne und Wind mehr liefern als die gewünschten 78 GW minus 20 GW = 58 GW, dann muss der Überschuss exportiert werden, manchmal auch zu „negativen Preisen“. Und da fallen „Re-Dispatch“ Ksten an. 2025 waren das geschätzte 5,7 Mrd. €, also rund 21 Millionen pro Tag. Würde man die Zahl der Windräder verdoppeln, dann hätte man bei 25 km/h Wind eine Leistung von 20 GW statt der heute gelieferten 10 GW. Das ist kein großer Gewinn. Der Überschuss aber würde sich weit mehr als verdoppeln, denn zu Zeiten, in denen heute schon zu viel produziert wird, wäre der gesamte Output der zusätzlichen Generatoren Überschuss! Die ober erwähnten Kosten für die „Verklappung“ wären dann astronomisch.
Amerika, du hast es besser
Das Ganze bekommt noch eine makabere Note, wenn man bedenkt, dass Deutschlands Beitrag zum globalen CO2 Ausstoß gerade mal 2% beträgt. Auch wenn sich das ganze Land auf den Kopf stellen würde und wenn man ab morgen nur noch Lastenfahrräder auf die Straßen ließe, auf die Entwicklung der Erdtemperatur hätte es keinerlei Effekt. Aber Eine Lüge, tausendmal wiederholt, wird zur Wahrheit. Die Antwort der absoluten Mehrheit, die sich aus D2 und D3 rekrutiert, wäre klar: „Ja, das ist die mathematische Sicht auf die Dinge, aber mir ist das Klima wichtiger. Es gibt keinen Planeten B“. Die Bundesministerin für Wirtschaft, Katharina Reiche, eine Diplomierte Naturwissenschaftlerin der CDU, wird also kaum Chancen haben den weiteren Ausbau der Windenergie zu bremsen.
Die USA haben sich im Januar 2026 von der UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) auf Nimmerwiedersehen verabschiedet, und damit auch vom IPCC und den jährlichen COP-Konferenzen. Da machen jetzt die „R“ die Politik und nicht mehr die „D“. Deutschland aber ruiniert sich weiterhin, um eine grüne Lüge zu bedienen, die keinerlei Nutzen für die Menschheit hat, außer für ein paar Windbarone und deren Konsorten.
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