Kühlperiode am Horizont: Gefahr für die Erneuerbaren Energien

Veröffentlicht am Kategorien Allgemein

Dr. Werner Huber, 13.2.2026

„Eine Mini-Eiszeit kommt“, so titelt ein Vortrag der englischen Sonnenforscherin und Professorin Valentina Zharkova. Ihre These ist umstritten, doch es gibt daneben auch andere Gründe, die für eine bevorstehende Abkühlphase sprechen – wenn auch nicht im Ausmaß einer „Mini-Eiszeit“.

Frau Zharkovas Vorhersage basiert darauf, dass die altbekannten 11-jährigen Sonnenfleckenzyklen seit zwei Jahrzehnten im Abnehmen begriffen sind. Damit geht auch eine leichte Abnahme der Sonnenaktivität einher. Das Zharkova-Sonnenmodell sagt nun für die nächsten Jahrzehnte eine weitere Abnahme auf Werte vorher, wie sie in der menschenfeindlichen „Kleinen Eiszeit“ zwischen 1300 und 1850 herrschten. Die meisten Klimaforscher allerdings lehnen die These ab.

Nun aber verdichten sich Indizien, dass der Fortbestand des gegenwärtigen Gunstklimas aus anderen Gründen in Frage gestellt ist. Denn das Klima kennt nicht nur den langfristigen Erwärmungstrend aus der Kleinen Eiszeit heraus – laut zahlreicher neuerer Forschungsarbeiten maßgeblich aufgrund Sonneneinfluss -, sondern auch eine Oszillation mit einer Periodendauer von typisch 6 bis 8 Jahrzehnten. Diese Oszillation überlagert sich dem langfristigen Erwärmungstrend und moduliert ihn abwechselnd nach warm und kühl. Und nach nun gut drei Jahrzehnten Warmphase kündigt sich ihr Ende und der Beginn der kühlen Halbwelle an. Will heißen: kürzere, wolkenreichere, kühlere Sommer, längere und kältere Winter mit mehr Schnee, Frost, Eis, Hagel und Stürmen.

Die Folgen für unsere wettersensiblen Wind- und Sonne-Energien? – Die künftig unsere Stromversorgung zu 80 bis 90 Prozent fast alleine tragen sollen. Bisher kein Thema. Sollte es aber dringend sein: Strom ist die Lebensader unserer Existenz! Hohe Zeit also für eine kritische Analyse.

Die letzte Kühlphase war in den 1940er- bis 1970er-Jahren. Emblematisch dafür der Extremwinter 1963, der längste und kälteste seit 1830. Alles gefror, was nur gefrieren konnte: die großen Flüsse, die Küstengewässer, die Seen. Und die Sommer: ikonisch Rudi Carrells Lied „Wann wird`s mal wieder richtig Sommer“ aus dem Jahr 1975, mit dem Refrainwunsch nach einem „Sommer, wie er früher einmal war, und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr.“ Im Winter 1978/79 in Norddeutschland die „Schneekatastrophe“ mit Schneestürmen und meterhohen Schneewehen, in denen die Züge stecken blieben: „Eisige Kälte und extreme Schneefälle stürzen den Norden ins Chaos.“ In der DDR drohte ein katastrophaler Blackout, weil die Kohle in den Kraftwerksbunkern betonhart festgefroren war. Die wenigen Kernkraftwerke liefen auf Volllast, waren die Rettung.

In den USA noch schlimmer: Serien von Eis- und Schneewintern, snow blizzards erstickten Städte wie New York und Chicago in Schnee. Benzin, Öl und Strom wurden knapp, der Notstand wurde ausgerufen. Das Gespenst einer Blitzeiszeit stieg auf, Meteorologen und Medien schlugen Alarm, ein Dokumentarfilm titelte „Die Eiszeit kommt!“ und zeigte den Planeten unter einem dicken Eispanzer.

In den 1980ern endete die Kaltphase, das Klimapendel schwang – zur Verblüffung der Eiszeit-Alarmisten – Richtung Warmphase. Diese kommt nun laut relevanter Indizien auch an ihr Ende, das Pendel beginnt wieder zurück zu schwingen nach Kühl. Diese Klimaoszillation ist über Jahrhunderte zurück nachgewiesen. Was steckt dahinter? Treiber ist die Pazifische Dekaden-Oszillation (PDO), eine strömungsbedingte Warm-/Kalt-Schwingung des nördlichen Pazifik. Über weiträumige Fernwirkungen vermittels des polaren Jet Stream wirkt die PDO auch auf den Nordatlantik, wo sie zeitverzögert die Atlantische Multidekaden-Oszillation anstößt (AMO).

Der Nordatlantik, Klimaküche Europas, befindet sich seit den 1990ern in der AMO-Warmphase, was die starke Erwärmung erklärt. Gemäß der üblichen Periodik steht in Bälde der Umschwung in die Kühlphase an. Und in der Tat sinkt laut Daten der US-National Oceanic Administration seit 2024 die bisher rekordhohe Wassertemperatur. Im Subpolar-Atlantik, auf Höhe Grönland, fällt die Temperatur noch schneller. Dies gilt als Fingerzeig auf weitere Abkühlung des gesamten Nordatlantik – unseres Klimaregenten.

Ob der diesmal besonders frühe Wintereinbruch in der Nordhemisphäre schon ab September 2025 und die bisherigen „Kälterekorde“ und „historischen Kältewellen“ von Nordamerika über Sibirien bis in den Fernen Osten schon ein Puzzlesteinchen in diesem Bild sind, muss sich noch zeigen. Eindeutig relevant ist aber die kürzliche Meldung über die Temperaturentwicklung der Inneren Arktis: Seit 2016 hat sie sich um 1°C abgekühlt – nicht wenig, wenn man die Erregung über die 1,5° Grad-Erwärmung seit 1900 dagegenhält.

Abkühlung von Arktis, Polarmeer und Nordatlantik: substanzielle Indizien, dass sich die seit Jahrzehnten anhaltende starke Warmphase abschwächt und einem wieder kühleren Klimaregiment Platz machen wird. Ein natürlicher Wechsel wie seit Jahrhunderten belegt. Eine verantwortungsvolle Energiepolitik muss dies vorausschauend in ihre Planungen einbeziehen. Zu rechnen ist mit frostigen, schneereicheren, längeren Wintern und kühleren, wolkenreicheren, nässeren Sommern, sowie auch mit häufigeren und heftigeren Sturmtiefs – die fürchterliche Holland-Sturmflut von 1953 und die Hamburger Sturmflut-Tragödie von 1962 sind ein Memento.

Welche Auswirkungen nun wird all dies für unsere wind- und sonne-zentrierte Stromversorgung haben? Die Frage ist existenziell angesichts der verheerenden Folgen eines Blackout. Im Folgenden eine Kurzanalyse.

Ein raueres Klima führt bei Windrädern zu härteren Einsatzbedingungen und mehr Ausfallzeiten: durch Rotorvereisung, Stürme, härtere Laststöße, erhöhten Verschleiß der hoch belasteten Getriebe, Lager und Aggregate, Materialermüdung durch extreme Temperaturschwankungen, erhöhte Rotorkanten-Erosion durch mehr Regen-, Graupel- und Hagelschlag. Aktuelle Meldung aus dem frostigen Finnland: die Windstromerzeugung „fast zum Erliegen gekommen“ durch Rotorvereisung; selbst dünnes Eis führt zu Unwuchten und Abschaltungen.

Bei Offshore-Windrädern werden sich die jetzt schon gravierenden Ausfallprobleme aufgrund der extremen Einsatzbedingungen noch verschärfen: Dauerbelastung durch Wellenschlag, Salzkorrosion, Stürme, daneben noch gefährlichere Wartung und Reparatur. Windräder schalten sich bei Sturmstärke ab, was tagelang andauern kann.

Insgesamt mehr Stillstand, geringere Anlagenlebensdauer und Rentabilität. Große Windanlagen-Bauer wie Siemens Energy und General Electric kumulieren seit Jahren riesige Verluste bis über 10 Milliarden aufgrund technischer Probleme durch die harten Beanspruchungen. Raues Klima wird dies noch verschärfen.

Und die Photovoltaik? Auch sie verlöre Ertrag und Rentabilität, durch längere Wolkenbedeckung, durch Schnee und Eis. Die im Winter regelmäßig auftretenden Dunkelflauten – kein PV-Strom, kein Wind-Strom – würden also noch häufiger. Und damit das Blackout-Risiko. Wobei bei den oft deutschlandweiten Flauten auch eine Vervielfachung der Windräder nichts nützen würde.

Verschärfend kommt hinzu, dass in harten Wintern der Strombedarf drastisch steigen wird, zumal angesichts der Elektrifizierung unseres Lebens. Beispiel Wärmepumpe: Mit sinkender Temperatur fällt die Leistungszahl und steigt der Stromverbrauch – um typisch das Doppelte bei Frost (-10 Grad) gegenüber milden +5 Grad. Oder Beispiel E-Auto: Bei Kälte schnellt der Energieverbrauch in die Höhe. So müssen etwa der Innenraum und die enorm schwere Batterie beheizt werden. Bei typischen Pendlerfahrten schlägt das heftig zu Buche: Im NCAP-Test (23 Kilometer) stieg laut ADAC der Verbrauch bei -7 Grad gegenüber + 23 Grad um durchschnittlich 70 Prozent, beim VW ID.5 sogar um 107 Prozent.

Fazit: Bei rauerem Klima wird das jetzt schon fragile Wind- und Sonne-Stromsystem noch fragiler. Und trifft zusätzlich auf massiv höheren Bedarf. Bekanntlich ist zur Blackout-Vermeidung eine ganze Flotte von bis zu 71 Reserve-Gaskraftwerken nötig (laut Bundesnetzagentur) – ein ungeheures Verlustunternehmen, ein Schildbürgerstreich, für den die Bürger und die Wirtschaft geradestehen müssten. Die Realisierbarkeit schwebt wegen zahlloser Probleme zwischen Hoffen und Utopie.

Und jetzt noch zu schlechter Letzt: Der Bundesrechnungshof, flankiert von Fachprofessoren, sieht schon jetzt die Stromversorgung mittelfristig gefährdet – aufgrund Wind-/Sonne-Lastigkeit. Trotzdem folgt die Politik dem grünen Kurs des noch weiteren massiven Ausbaus. Ungebremst hinein in den Zukunftsnebel, in dem sich Ungutes verbirgt.

Zum Autor: Dr. Werner Huber ist Physiker. Seine Bücher umfassen ein Themenspektrum von Kulturgeschichte bis zur Zukunft unserer Gesellschaft. Für Klima-Wahrheit recherchierte er auch zurückgehaltene Informationen, die ein neues Licht auf Klimawandel und Klimakampagne werfen.

 



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