Typisch deutsch? (Teil 2)

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von Gastautorin Annette Heinisch

Wo stehen die Deutschen in Europa?

„Daraus ergibt sich der Umstand, dass die Massen der verschiedenen Länder in ihrem Glauben und Verhalten sehr beträchtliche Unterschiede aufweisen und nicht auf die gleiche Weise zu beeinflussen sind … Ein Volk ist ein Organismus, der durch die Vergangenheit geschaffen wurde.“ 

Also sprach nicht Zarathustra, sondern Gustave Le Bon 1895 in seinem Grundlagenwerk „Psychologie der Massen“. Er führte aus, dass die Völker ein eigenes Wesen hätten, eine „Gemeinschaftsseele“, die an der Oberfläche aus den veränderlichen, den Moden und dem Zeitgeist unterworfenen Ansichten bestünde, aber auf nur schwer im Laufe der Jahrhunderte zu verändernden Grundeinstellungen beruht. Er belegt diese These anhand mehrerer Beispiele, unter anderem dem anglo-amerikanischen Drang zur Unabhängigkeit im Gegensatz zum Hang der „lateinischen“ Völker zum Zentralismus und zur „Staatshörigkeit“.

Der Unabhängigkeitsdrang der Briten manifestiert sich aktuell im Brexit-Votum. Es scheint also klug, sich der Grundanschauungen der Völker bewusst zu sein und diese zu beachten. Was aber sind unsere? Welche Vergangenheit hat „den Organismus geschaffen“? Le Bon beschreibt die „lateinischen Völker“ als zentralistisch. Und was sind wir? Sich diese Frage bewusst zu stellen, ist eminent wichtig, denn zu dieser Organisationsform strebt die EU, verstärkt nun durch die Vorschläge Macrons.

Zentralistisch sind wir absolut nicht. Das mag daran liegen, dass wir kein „lateinisches“ Volk sind. Zwar hatte das Römische Reich einige germanische Stämme unterworfen, mit anderen germanischen Stämmen auch intensiven und friedlichen Handel getrieben, aber der größte Teil des Siedlungsgebietes germanischer Stämme konnte nicht besetzt werden. Es gab diverse, heftige Auseinandersetzungen des Römischen Reichs mit den germanischen Stämmen, die sich als aufmüpfig erwiesen. Der Senator und Feldherr Varus hat bekanntlich ganz schlechte Erfahrungen mit den Germanen gemacht. Es waren auch im Wesentlichen die germanische Stammesgruppe der Sueben zusammen mit dem Germanenstamm der Vandalen, die dem ohnehin geschwächten Römischen Reich den Todesstoß versetzten. Nur am Rande: Einer der Gründe, warum germanische Stämme nach Süden vordrangen, war die Flucht vor den Hunnen. Die Germanen waren keine Hunnen, warum uns die Briten so bezeichnen, bleibt also ihr Geheimnis.

Das Christentum als verbindendes Glied

Mit dem Untergang des Römischen Reiches und der von ihm durchgesetzten Ordnung, dem Wegfall von Recht und Gesetz, entstand zunächst ein chaotischer Zustand. Die germanischen Stämme breiteten sich auf den Gebieten des ehemaligen Römischen Reiches aus, die Westgoten stießen ins Gebiet des heutigen (wieder einmal aufmüpfigen) Katalonien vor.

Viel oder Genaues ist bis heute über diese Zeit nicht bekannt, es muss eine sehr schwierige Aufgabe gewesen sein, Ordnung in das Chaos zu bringen. Es ist insbesondere irischen Mönchen zu verdanken, dass das Wissen nicht verloren ging. Irland war nicht römisch besetzt, aber in vielen Teilen christianisiert. Dies hatte zur Folge, dass es Scriptorien gab, in denen Mönche das Wissen aufzeichneten, so dass es weitergegeben werden konnte. Über die christlichen Klöster, vor allem die Benediktinerklöster, verbreitete es sich in ganz Europa. Dabei wurden keineswegs nur christliche, sondern auch „weltliche“ Schriften aufgezeichnet. Unser Wissen über antike Philosophen verdanken wir den Scriptorien.

Das Christentum erwies sich ohnehin als einziger gemeinsamer Nenner, der den Wiederaufbau einer Ordnung innerhalb des untergegangenen Römischen Reichs erst ermöglichte. Ohne ein verbindendes Glied, eine gemeinsame Basis, ist Staatlichkeit nicht möglich. Daher haben die Germanen auch gezielt bis dahin heidnische Stämme christianisiert. Im Laufe der Zeit bildete sich aus dem (vormals römischen) Gallien und den rechtsrheinischen germanischen Siedlungsgebieten das Frankenreich, welches als „der bedeutendste Nachfolgestaat des Römischen Reiches und die historisch wichtigste Reichsbildung in Europa seit der Antike“ bezeichnet wird.

Dieses Reich brach jedoch im Rahmen der Erbfolge auseinander. Im Vertrag von Verdun wurde es geteilt in das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen (der Ursprung Frankreichs), das mittelfränkische unter König Lothar I. (Ursprung von Lothringen) und dem ostfränkischen unter König Ludwig dem Deutschen. Letztgenanntes war der Ursprung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des heutigen Deutschlands.

Heiliges Römisches Reich? Ein Dachverband.

Im heutigen Frankreich trat im Laufe der Jahrhunderte eine Zentralisierung ein, mit einer Konzentration auf den König in Paris. Wie früher alle Wege nach Rom führten, führen in Frankreich alle Wege sternförmig nach Paris. Das westfränkische Reich, mithin Deutschland, ging einen anderen Weg: Von der fränkischen Zeit bis ins Spätmittelalter hatte das alte deutsche Reich keine Hauptstadt, sondern es wurde von wechselnden Orten aus regiert. Die Könige und Kaiser zogen mit Familie und Hofstaat durch das Land, entweder zu einer auf einem Krongut errichteten Pfalz oder aber in Bischofsstädte. Das Reisekönigtum diente der besseren Kontrolle der lokalen Fürsten, verschaffte dem König aber auch einen Überblick über die tatsächliche Situation in den unterschiedlichen Gebieten des Reiches. Der Staat zog zu den Menschen in die Fläche.

Auch danach, ab dem Spätmittelalter, war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation lediglich eine Art Dachverband, oft als vor- oder übernationaler Verband gekennzeichnet. Wikipedia beschreibt den Grund für den beginnenden Niedergang so:

Seit der Frühen Neuzeit war das Reich strukturell nicht mehr zu offensiver Kriegsführung, Machterweiterung und Expansion fähig. Seither wurden Rechtsschutz und Friedenswahrung als seine wesentlichen Zwecke angesehen. Das Reich sollte für Ruhe, Stabilität und die friedliche Lösung von Konflikten sorgen, indem es die Dynamik der Macht eindämmte: Untertanen sollte es vor der Willkür der Landesherren und kleinere Reichsstände vor Rechtsverletzungen mächtigerer Stände und des Kaisers schützen …

Das Reich konnte seit der Mitte des 18. Jahrhunderts seine Glieder immer weniger gegen die expansive Politik innerer und äußerer Mächte schützen. Dies trug wesentlich zu seinem Untergang bei.

Zum einen sieht man die grundsätzlich freiheitliche Prägung: Der Schutz der Untertanen vor Willkür, die Begrenzung der Macht, war stets eine Kernaufgabe des Staates. Zum anderen sieht man, dass die Unfähigkeit deutscher Staatlichkeit, den Bürgern Schutz zu bieten, auch nicht ganz neu ist. Damals war es Napoleon, der mit seinen Feldzügen halb Europa eroberte. Frankreichs Vorherrschaft über Europa führte zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Deutschland: Traditionell dezentral

Der Nationalstaat im eigentlichen Sinne, das Deutsche Reich, wurde erst 1871 gegründet, daher die Bezeichnung Deutschlands als „verspätete Nation“. Dabei bestand das Reich noch aus vielen teilsouveränen Staaten mit jeweils einer eigenen Staatsbürgerschaft. Die Bundesangehörigkeit wurde durch die Staatsangehörigkeit der Gliedstaaten erworben und erlosch mit deren Verlust. Das Deutsche Reich war eine konstitutionelle Monarchie, zusammen gesetzt aus

4 Königreichen (Preußen, Bayern, Württemberg und Sachsen),

6 Großherzogtümern (Baden, Mecklenburg-Schwerin, Hessen, Oldenburg, Sachsen-Weimar, Mecklenburg-Strelitz),

5 Herzogtümern (Braunschweig, Sachsen-Meiningen, Anhalt, Sachsen-Coburg-Gotha, Sachsen-Altenburg),

7 Fürstentümern (Lippe, Waldeck, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Reuß jüngerer Linie, Schaumburg-Lippe, Reuß älterer Linie) und

3 Republiken (die Freien und Hansestädte Hamburg, Lübeck, Bremen).

Einen bunteren und vielfältigeren Haufen kann man sich kaum vorstellen. Organisationstechnisch gesehen, stellt ein derart heterogener Zusammenschluss eine maximale Herausforderung dar, die nur bewältigt werden konnte, weil alle gemeinsam das Wesen dezentraler Strukturen verinnerlicht hatten und diese dann auch im größeren Zusammenschluss mit der föderalen Verfassung berücksichtigt wurde.

Die gesamte Geschichte Deutschlands ist also geprägt von dezentralen Organisationsstrukturen, die sich vom Regionalismus zum Föderalismus entwickelten. Es gab nur zwei kurze Perioden mit zentralistischer Regierung in Deutschland, das waren die beiden Diktaturen. Während der Teilung gab es – wieder einmal – kein gemeinsames Land, die BRD hatte allerdings erneut eine föderale Verfassung, wobei einige Bundesländer (zum Beispiel Niedersachsen) künstliche Konstrukte waren, die nicht entlang gewachsener Grenzen verliefen. Das heutige, vereinigte Deutschland ist eine Republik, aber nach wie vor föderal aufgebaut.

Die Eigenarten der „germanischen“ Lebensart

So wie Frankreich als Musterbeispiel des Zentralstaates bezeichnet wird, ist Deutschland das exakte Gegenbeispiel. Die „lateinische“ und die „germanische“ Grundanschauung bezüglich der Organisationsstruktur stehen sich diametral gegenüber. Unsere Wurzeln und westlichen Werte mögen identisch sein, aber wie die Kinder von denselben Eltern sich ganz unterschiedlich entwickeln, haben sich die Grundeinstellungen der Völker entsprechend dem unterschiedlichen Naturell auseinander oder sogar gegensätzlich entwickelt.

Österreich ist ebenso föderal organisiert wie – sogar in besonders starkem Maße – die Schweiz. Die Kantone und die relativ schwache Stellung der Schweizer Bundesregierung entsprechen der deutschen Grundeinstellung noch mehr als die mittlerweile sehr geschwächten deutschen Bundesländer. Sie hat zudem eine durchaus schlagkräftige Armee, die – wiederum entsprechend dem Naturell und angepasst an die Bedürfnisse der Umgebung – als Milizarmee aufgebaut ist. Auch hier zeigen sich also die Eigenarten der „germanischen“ Lebensart.

Im nördlichen (deutschsprachigen) Teil Italiens hat sich die Lega Nord zunächst mit separatistischen Programmen einen Namen gemacht, sie war „aufmüpfig“. Heute tritt sie mit ihrem Vorsitzenden und derzeitigem Innenminister Matteo Salvini bezeichnenderweise für eine stärkere Förderalisierung des Zentralstaates ein. Als Paradebeispiel der „lateinischen“, zentralistischen Grundeinstellung wird zumeist auch die katholische Kirche genannt. Geradezu typisch ist, dass Martin Luther – schon wieder ein aufmüpfiger „Germane“ – seine Kirche dezentral organisiert hat, was sie bis heute ist.

Die dezentrale Struktur hat Vor- und Nachteile. Ein Nachteil ist, dass es keine schillernden Metropolen gibt. Diese entstehen nämlich durch die Ansammlung von „Höflingen“, die sich für wichtig halten und ihre Bedeutung durch Prunkbauten oder einen speziellen Lebensstil dokumentieren wollen. Eine dezentrale Organisation kann im Übrigen den Nachteil haben, dass deren Schlagkraft aufgrund vielfältiger Abstimmungsprozesse minimiert wird. Dieses Problem kann nur kompensiert werden, wenn alle Beteiligten „auf einem Nenner“ sind. Vielvölkerstaaten, bei denen die Völker abweichende Grundanschauungen haben, lassen sich nur mit Zwang regieren, was zum Beispiel in China erkennbar ist. Oft wird dieses euphemistisch als „Regieren mit starker Hand“ bezeichnet. Dieses widerspricht komplett der gewachsenen Grundanschauung der Deutschen mit dem Schutz des Einzelnen vor der Willkür des Staates.

Mittelstand dank Dezentralismus

Der Vorteil der Regionalität war, dass die vielen Könige, Großherzöge, Herzöge und Fürsten mit eigenen Reichen das Land in der Fläche belebten. Es wurde nicht alles Geld und alle Aufmerksamkeit auf das Zentrum gelenkt, sondern die Geld- und Wohlstandsströme verteilten sich über das ganze Land, was zu insgesamt ausgeglicheneren Lebensverhältnissen führte. Nicht ein maximal prunkvoller und bedeutsamer (Königs-, Fürsten-)Hof, sondern viele kleinere, für die jeweilige Region aber durchaus wichtige Höfe führten zu breit verteiltem Wohlstand, aufbauend auf Wissen und Können, was naturgemäß die Stabilität und Resilienz des gesamten Landes erhöhte. Es gab keinen „single point of failure“, für sicherheitsbewusste Deutsche ein enormer Vorteil.

Die bis heute vorherrschende dezentrale Struktur der Verwaltung hat sich zum Beispiel bei der Flüchtlingskrise als effektives Instrument erwiesen. Da Kompetenzen auf untere Ebenen verlagert sind, ist ein hohes Maß an flexiblem Reagieren auf veränderte Bedingungen möglich. Zentralverwaltungen bieten dies allein schon aufgrund ihrer Behäbigkeit nicht. Dies ermöglichte es, dass in Deutschland über eine Million Flüchtlinge zum Beispiel sehr schnell untergebracht werden konnten, in Frankreich funktionierte dies trotz deutlich weniger Migranten nicht.

Dieses dezentrale Organisationsmodell beförderte als Nebeneffekt die auf seine Weise einzigartige, in dieser Form sonst nur in Österreich und der Schweiz vorhandene, weite Verbreitung des mittelständischen Unternehmertums. Bis heute besteht die Besonderheit, dass selbst in kleinen Orten bekannte kleinere und mittlere Unternehmen ansässig sind, die der weltweiten Konkurrenz trotzen können. Nicht umsonst nennt man sie „hidden champions“. Diese Struktur wurde in der DDR zerstört, was bis heute eines der Hauptprobleme in den neuen Bundesländern ist:

“Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Deutschlands Regionen ist auch von den dort existierenden ökonomischen Strukturen abhängig. Hier verlaufen die Bruchkanten immer noch häufig entlang der Landesgrenzen zwischen Alten und Neuen Ländern. Der Transformationsprozess im Osten Deutschlands von der Zentralverwaltungs- in die Marktwirtschaft ist zwar längst abgeschlossen. Doch die Entscheidungen, die in der Zentralverwaltungswirtschaft der DDR zur Entwicklung der Unternehmensstrukturen getroffen wurden, haben Spuren in den Wirtschaftsstrukturen der Nachwendezeit hinterlassen. Durch Abwanderung, Zwangsverstaatlichung und Eingliederung in große Kombinate war der kreative wirtschaftliche Mittelstand in der DDR weitgehend zerstört worden. Mithin hat die ostdeutsche Wirtschaft einen großen Teil ihres kreativen innovativen Unternehmertums durch Abwanderung und Zwangsverstaatlichung verloren,…“ (IWH Leibniz Institut für Wirtschaftsförderung Halle, „Vereintes Land – drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall“)

Unser Weg ist für uns der beste

Diese Vorliebe für eine eher dezentrale Organisationsstruktur prägt sogar die deutsche Unternehmenskultur, bei der – abgesehen von Konzernen – Mitarbeitern in der Regel größere Entscheidungsspielräume eingeräumt werden als in anderen Ländern. Deutsche, die zum Beispiel in US-amerikanischen Unternehmen arbeiten, können über die unterschiedliche Führungskultur ein Lied singen.

Die deutsche Armee ist keine Milizarmee wie die Schweizer, hat aber mit ihrer Auftragstaktik einen Mittelweg „erfunden“. Dieser ist ein spezieller Anwendungsfall dezentraler Organisationssteuerung: Es gibt zwar eine Befehlskette, bei den Befehlen werden aber nur die Absichten der jeweils höheren Führung genannt, in Managementsprache würde man sagen, es werden die Ziele vorgegeben. Die nachgeordneten Ebenen haben diese Befehle umzusetzen, können aber über das „Wie“ selbst entscheiden. Da die Soldaten vor Ort den besten Einblick in die aktuelle konkrete Situation haben, können sie den Entscheidungsfreiraum für situationsangepasste Maßnahmen nützen. Dies hat zu einem erheblichen Effektivitätsgewinn geführt, der von anderen versucht wurde zu kopieren, aber mit nur mäßigem Erfolg. Diese Art der Organisation ist sicherlich nicht für jedes Land gut. Jedes Land, jedes Volk muss seinen eigenen Weg finden. Aber für uns ist es der Weg, mit dem wir am besten zurechtkommen.

Unsere unveränderliche Grundanschauung ist definitiv nicht zentralistisch, sie ist das typische Beispiel einer dezentralen Organisation. Je bedeutender der Einfluss von Konzernen auf die Politik ist, die in der Regel eher ein stark hierarchisch-zentralistisches Organisationsmodell haben und dieses für das „Ei des Kolumbus“ halten, desto stärker tritt die dezentrale Steuerung auch bei der Politik in den Hintergrund. In der Wirtschaft hat man allerdings die Bedeutung der Unternehmenskultur für den Erfolg eines Unternehmens erkannt; man weiß mittlerweile auch, wie schwierig und langwierig eine Änderung ist. Ob eine solche bei einer derart tief verwurzelten Grundeinstellung überhaupt dauerhaft möglich ist, darf bezweifelt werden.

Selbst wenn eine Änderung der Grundeinstellung möglich wäre, wäre es fraglich, ob dies klug wäre, denn wir verlören unsere Stärke. Nur dann, wenn man seine eigenen Stärken erkennt und lebt, kann man erfolgreich sein, als Kopie taugt man nichts. Dem Zeitgeist entsprechend sind alle Kulturen gleich. Dies wird oft als Kulturrelativismus bezeichnet, man könnte es auch eine Negation von Kultur nennen. Wenn aber Kulturen unbeachtlich sind, dann sind wir zurück auf dem Stand von Barbaren. Nach meiner Ansicht wäre es jedoch intellektuell unausgereift, die erkennbar unterschiedlichen Grundeinstellungen von Völkern nicht zu berücksichtigen. Mangelnde Kultursensibilität ist keine Tugend, im Rahmen der EU ist sie sogar fatal.

 


Dieser Essay ist Teil einer Beitragsfolge über Gustave Le Bons “Psychologie der Massen” und Teil 2 der dreiteiligen Serie “Typisch deutsch?”, zuerst erschienen auf der Achse des Guten.

Manipulation der Massen (Teil 1)

Manipulation der Massen (Teil 2)

Manipulation der Massen (Teil 3)



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