Der Massenmord von Christchurch wird hemmungslos politisch missbraucht

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Von Hans Heckel auf PAZ

Der Massenmord eines 28-jährigen Australiers an 50 muslimischen Gläubigen in einer Moschee im neuseeländischen Christchurch hat die Welt erschüttert. Der Täter hat ein „Manifest“ verbreitet, in dem ein wirres Potpourri an angeblichen Motiven für sein abscheuliches Verbrechen zusammengerührt ist.

Er bezeichnet sich als „Ethno-Nationalist“, „Sozialist“ oder „Ökofaschist“. Er gibt vor, für „Arbeiterrechte“ oder „Umweltschutz“ zu kämpfen und bekundet seinen Hass auf Moslems und Juden. Die allermeisten Medien verkürzten den Standort des Massenmörders hernach umgehend auf „rechtsextrem“ und sind seitdem bemüht, die Bluttat in ihren ideologischen Kampf einzubauen.

Kommentatoren, die sonst von verwirrten Einzeltätern sprechen, die mit nichts etwas zu tun hätten und deren Tat nicht politisch instrumentalisiert oder zum Pauschalverdacht missbraucht werden dürfe, begannen hemmungslos zu instrumentalisieren, zu pauschalisieren und Ge­ne- ralverdachte auszusprechen.

Ein Beispiel: Dass die AfD „erst“ zwei Stunden nach der Tat Stellung genommen habe, erklärt NTV zum „vielsagenden Schweigen“ mit „unmissverständlicher Botschaft“. Dass Kanzlerin Anegla Merkel auf das Massaker vom Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 erst am folgenden Morgen reagiert hat, führte zu keinen solchen Unterstellungen.
Kritische Kommentatoren weisen zudem darauf hin, dass erst vor wenigen Wochen auf den Phi­li­ppinen 20 Christen in einer Kirche ermordet worden seien, was, ganz im Gegensatz zu Christchurch, bloß eine Randnotiz in deutschen Medien wert war.

Wenn nach einem Mord durch einen abgelehnten Asylbewerber oder illegal Eingereisten nach der Verantwortung dafür gefragt wird, dass die Täter noch im Lande waren, so soll dies eine unstatthafte „Instrumentalisierung“ der Tat darstellen. Wenn hingegen eine deutsche Partei oder gar alle „rechtsoffenen“ Personen („Spiegel online“) in die geistige Nähe von Massenmördern gerückt werden, ist das angeblich keine solche „Instrumentalisierung“.

Dabei ist die Lawine an Übergriffen und Attentaten, welche (West-)Europa seit einigen Jahren heimsucht, von deutlich benennbaren politischen Versäumnissen und ideologisch motivierten  Fehlentscheidungen gar nicht zu trennen. Viele Deutsche verstehen nicht, warum man dies nicht aussprechen darf, ohne als „Instrumentalisierer“ oder Schlimmeres verunglimpft zu werden.

Dass nun genau jene Verunglimpfer das Attentat von Christchurch so hemmungslos für ihre Zwecke missbrauchen, setzt dem Schwindel die Krone auf. Und es zeigt, wie verroht und verlogen die Debatte in Deutschland mittlerweile geführt wird. Die Trauer und die Wut versinken im Morast des Zynismus.



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