LINKS, 2, 3, 4, LINKS 2, 3, 4

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oder: im Gleichschritt zur identitätslosen Gleichheit

von GASTAUTOR JOSEF HUEBER

Die Grundlagen und Früchte unseres kulturellen und ökonomischen Wohlstands, Freiheit und Toleranz, sind dabei, abgeschafft zu werden. Deren dazugehörige, aus aufgeklärtem Denken erwachsene Prinzipien Zweifel und Widerspruch, Voraussetzung für Fortschritt in Philosophie und Wissenschaft, sehen vielerorts derselben Zukunft entgegen. Die von der politischen Elite stets gepriesene Diversität ist ein Scheinanspruch, da es in Wirklichkeit um die Beseitigung von Individualität zum Zwecke einer gleichgestalteten Gesellschaftsmasse geht.

ICH DENKE (WIE ALLE) – ALSO BIN ICH
Es gibt im öffentlichen Raum fixierte Meinungen, die bedürfen keiner intellektuellen, argumentativen Rechtfertigung. Sie wird nur von demjenigen (meist) aggressiv gefordert, der das öffentlich Gedachte bezweifelt. Diese sakrosankten Meinungen gelten als sine qua non, als absolutes Muss für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die Verhinderung von „Spaltung“. In der großen Politik, bis hinab auf die Ebene familiärer und freundschaftlicher Beziehungen, regieren sie nicht hinterfragbar. Aus eigener oder fremder Erfahrung weiß man, dass ein Zuwiderdenken häufig sogar die Aufkündigung von Freundschaften, mögen sie noch so lange Bestand gehabt haben, nach sich ziehen kann.

WIDERSPRUCH IST ABSURD
Den Inhalten von Mainstream-Ansichten mit Begründungen zu widersprechen gliche dem absurden Ansinnen, den uns umgebenden Sauerstoff beim Atmen abzulehnen und zu behaupten, man bräuchte einen anderen, um leben zu können. Widerspruch heißt demnach, eine Realität zu fordern, die es nicht geben kann, weil sie für die Jünger des intellektuellen Gleichschritts nicht denk- und vorstellbar ist.

DOGMEN ALS ANTWORTEN AUF FRAGEN AN DIE ZUKUNFT
Die axiomatisch gefestigten Dogmen des von Zweifeln freien Denkens, von den Medien geprägt und täglich offen oder verdeckt transportiert, sind für die Mehrheit der Deutschen die Antworten auf die Fragen unseres gesellschaftlichen und kulturellen Fortbestands. Sie gelten als alternativlose Interpretation der Lebenswirklichkeit. Kritisches Nachfragen, ja sogar Ablehnung von Theorien und Ideologien, einst Garant für wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt, sind in der Gegenwart nur insoweit erlaubt, als sie zielorientiert auf den axiomatisch vorgegebenen Ausgangspunkt zurückführen.

IMMIGRATION UND KULTURELLE IDENTITÄT
Zur Demonstration diene die Problematik der Immigration, die in Politik und Öffentlichkeit gebetsmühlenartig als Zielpunkt politischer Sinnfindung präsentiert wird.
Die politisch korrekte Argumentation lässt sich folgendermaßen wiedergeben: Die in Europa, besonders in Deutschland, rapide fortschreitende, gesellschaftliche Transformation nicht als hoffnungstragend, sondern als existentiell bedrohend zu bezeichnen und zu unterstellen, dass sie Richtung nimmt auf eine Vernichtung unseres kulturellen Gepräges, zeuge von paranoider Angst, Schwarzmalerei, von einem Mangel an global verpflichtender Humanität und globalem Denken.
Die christlichen Kirchen und linksgrüne Politik marschieren hier, erschreckend einig, im Gleichschritt.

RATTENFÄNGER GIBT ES NUR RECHTS
Kritisches Nachfragen oder Ablehnung dieses Axioms, gar Widerstand gegen dieses chimärenhafte Gedankengebäude, gilt als Beweis, Opfer von populistischen Rattenfängern und deren reaktionären bis faschistoiden Ansichten geworden zu sein.

DIFFAMIERUNG DER PERSON ALS ARGUMENT?
Argumente von Politikern wie Orbán, die sich weigern, illegale Migrantenströme aufzunehmen, sondern entschlossen sind, ihre Landesgrenzen nicht zur Farce werden zu lassen und zu schließen, werden nicht gehört. Dass diese „Populisten“ falsch liegen, gilt als ein Apriori. Als Beweis ihrer indiskutablen Einstellung und Politik genügt die persönliche Diffamierung, das argumentum ad personam, die Fokussierung auf die Person.

DER JUDE IST KEIN JUDE – ODER DOCH?
Max Frisch hat in seiner unübertroffenen, dramatischen Parabel „Andorra“ vorgeführt, wie das Beharren der „Öffentlichkeit“ auf der Lüge in einer Akzeptanz der Lüge durch das Opfer der Lüge endet. Der Protagonist Andri, als vorgeblicher „Jude“ be- und misshandelt, in Wirklichkeit aber ein nicht-jüdisches, uneheliches Kind, wird so weit getrieben, dass er zu dem Schluss kommt: „Es gibt Menschen, die verflucht sind, und man kann mit ihnen machen, was man will, ein Blick genügt, plötzlich bist du so, wie sie sagen.”

ANDORRA- EINE WARNUNG AN DEUTSCHLAND
Die beharrliche Verunglimpfung nicht-öffentlichkeitskonformen Denkens beabsichtigt und bewirkt eine Gleichschaltung, deren widerspenstige Adressaten in Gefahr sind, an der Wahrheit ihrer eigenen Identität zu zweifeln und sich nicht mehr zu ihr zu bekennen.



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