Wer schützt Sawsan Chebli vor der SPD?

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Von Gastautor Alexander Glück auf Ein Quantum Glück

Geht es wirklich um die Rolex? Eigentlich nicht, denn Sawsan Chebli hat sie wahrscheinlich mit dem Geld gekauft, das sie im Rahmen ihres Dienstverhältnisses bekommt. Fidel Castro trug gleich zwei Rolex, und die hatte er vermutlich zwei Klassenfeinden vor ihrer Exekution abgenommen. Und was Schröder nicht alles trug. Es geht aber letztlich doch um die Rolex, weil sie auf dem veröffentlichten, vor Besitzstolz berstenden Bild ein zentrales Symbol mit einer wichtigen Botschaft ist. Und weil es Sawsan Chebli ist. Viele lauern geradezu auf jede Möglichkeit, die sich bietet, um diese Frau anzugreifen. Das hat Gründe.

Die Arroganz der Macht wird von „denen da unten“ nur solange als erträglich empfunden, solange man davon ausgehen kann, dass am anderen Ende der Hierarchie einigermaßen vernünftige Arbeit gemacht wird. Wenn diese Arroganz mit inhaltlicher Leere und weitgehender Inkompetenz zusammenfällt, wird es kritisch. Deshalb ist absehbar, dass Sawsan Chebli nicht mehr lange auf so exponierten Posten sitzen wird: Die Rolex tickt. Ich gebe Sawsan Chebli noch maximal zwei Wochen im Amt.

Es ist aber aus meiner Sicht nicht ganz zulässig, die Schuld dafür alleine dieser Person zuzuschreiben. Man braucht sie definitiv nur einmal reden zu sehen und zu hören, um sofort zu wissen, dass diejenigen, die sie nach oben geholt haben, ihr damit einen bösen Dienst erwiesen haben. Es ist sofort erkennbar, dass sie von ihren SPD-Hintermännern (auch da sollte man einmal nach der „Herabwürdigung als Frau“ und „Reduzierung auf Äußerlichkeiten“ fragen) als reine Dekoration für den Politbetrieb eingestellt wurde, als Vorzeige-Integrationsfall und als blendendes Beispiel dafür, wie weit man es als staatenloses palästinensisches Flüchtlingskind in Deutschland bringen kann. Sogar als Antisemitismusbeauftragte war die praktizierende, an der Scharia orientierte Muslimin im Spiel. Auf einer Pressekonferenz konkret nach der Definition von Fluchtursachen befragt, kam, wie auch sonst verlässlich, ausschließlich leeres Blabla.

Wahrscheinlich waren die SPD-Bonzen ganz entzückt, dass Sawsan Chebli Politikwissenschaft studiert hat. Sowas kann man brauchen, meinten wohl die Genossen, ohne zu wissen, was das ist, Politikwissenschaft. Denn praktische Politik und Politikwissenschaft schließen sich geradezu aus. Ein Prof. Jürgen Falter, weltberühmter Fernseh-Erklärbär für Wählerwanderungen und ausgewiesener, kluger Politologe, hätte in der Politik ein ähnlich reduziertes Bild abgegeben wie Bernd Lucke. Politik lernt man nicht im Hörsaal, sondern im Studentenparlament, in der Juso-Hochschulgruppe, beim RCDS oder irgendeiner alternativen Liste.

Sawsan Chebli stieg gleich ganz oben ein, sie hat zwar ein Diplom im Theoretisieren, aber sie bringt permanent Nachweise, dass sie nicht schnell und taktisch klug handeln kann. Leider können das in der SPD ohnehin nicht mehr viele, deshalb fiel das nicht weiter auf. Ihre Neigung zu unüberlegten Äußerungen ist in ihrer Partei keine Besonderheit.

Dass jedoch gerade diese Frau unter dieser Förderung scheitern würde, musste gerade denen bewusst sein, die selbst noch die klassische Parteilaufbahn durchgemacht haben. Steinmeier und Konsorten haben Sawsan Chebli, die aussieht wie gerade aus einem Igor-Pantuhoff-Bild gehüpft und deren arrogante Sprechweise nur mit Selbstabgrenzung zu erklären ist, als Schmuckstück ins Amt geholt, als Bling-Bling, als Rolex und nichts weiter. Diese Uhrenmarke ist ein reines Statussymbol, sie geht nicht einmal besonders genau. Diese Eigenschaften teilt sie mit ihrer Trägerin, die auch nur ein Symbol sein kann: für Integration, für Weltoffenheit natürlich, für Solidarität mit den Palästinensern usw. Und die nicht kapiert, dass das, was sie dort leistet, über den Tag hinaus niemals reichen kann.

Es ist eine ähnliche Tendenz wie im Fußball: Wir hätten gerne Netzer wieder, aber es gibt nur Boateng. Es gibt nur Deko, nur Geprotze, nur Selbstdarsteller mit zweifelhaftem Umfeld. Bei Boateng sind das dessen Kumpane, bei Sawsan Chebli ist es die islamistische Familie, auf die man noch gespannter sein darf, seit Sawsan Chebli öffentlich Radikalisierung einforderte. Netzer hat auch geprotzt, ja. Aber zuerst hat er geliefert.

Es gibt in der Politik inzwischen viele dumme Nüsse, aber es gibt darunter nur wenige, die es selbst nicht merken, wenn sie von anderen gerade voll an die Wand gefahren werden. Nicht einmal SPD-Vorsitzende waren in der Vergangenheit davor gefeit. Darin zeigt sich der Zynismus einer sterbenden Partei, die keinerlei Rücksicht auf die Strohhalme nimmt, an die sie sich klammert.



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