Donnerschlag: Barbara John gibt Uwe Tellkamp recht

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von Gastautor Dr. Wolfgang Hintze

Allen gesinnungsgesteuerten und kleingeistigen Kritikastern von Uwe Tellkamp hat die ehemalige langjährige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, Barbara John, CDU, heute (25.03.2018) im Tagesspiegel eine schallende Ohrfeige verpasst.

Da der Tagesspiegel Johns Text (bisher) nicht online gestellt hat, werde ich sie ausführlich zitieren (kursiv).

Donnerschlag statt Gesäusel

Sie fordert in ihrem Zwischenruf “eine ernsthafte, öffentliche Debatte über den Umgang mit Zuwanderern und Migranten.”

und startet dann durch:

Was der Bestsellerautor Uwe Tellkamp kürzlich an der Flüchtlingspolitik kritisierte (die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern wandern in die Sozialsysteme ein), war nach Ton und Inhalt Gesäusel im Vergleich zum Donnerschlag des weltweit anerkannten Migrations-Ökonomen Paul Collier gegen die Flüchtlingspolitik von Kazlerin Merkel.

100% kamen aus sicheren Drittstaaten

Es wird in den Debatten fast immer weggelassen, dass Uwe Tellkamp nur Minuten später im selben Gespräch mit Grünbein [2] gesagt hat “Die Probleme fangen mit denen an, die nicht verfolgt sind, sondern über sichere Drittstaaten einwandern.” Er hätte also logischerweise 100% und nicht 95% sagen müssen.

Oxford-Ökonom Paul Collier bestätigt das [1]. In Johns Worten:

Im Interview mit der Zeitung „Die Welt” sagte Collier 2016, Deutschland sei dafür verantwortlich, den Unterschied zwischen „Flüchtlingen” und „Migranten” verwischt und Menschen durch offene Grenzen angelockt zu haben. All diese Menschen hätten sich aus sicheren Drittstaaten (Nachbarstaaten Syriens) auf den Weg gemacht. Deutschland habe keinen einzigen Syrer vor dem Tod gerettet.

Merkels Schuld. Tote auf dem Gewissen

Im Interview wird Paul Collier gefragt “Ist Merkel Schuld an der Flüchtlingskrise? Seine Gegenfrage “Wer sonst?

“Böse” Rechte haben bei zahlreichen Gelegenheiten die im Mittelmeer Ertrunkenen, darunter der kleine Ailan Kurdi, die 57 im LKW grausam Erstickten und weitere Flüchtlinge als “Merkels Tote” bezeichnet.

Auch hier kommt Collier bestätigend zur Hilfe, wieschreibt John:

… Deutschland habe trotz bester Absichten eher Tote auf dem Gewissen. Masseneinwanderung von Flüchtlingen schade den Aufnahmegesellschaften wie auch den Herkunftsländern.

Belesen und zivilisiert diskutieren

John nimmt auch Stellung zu der unsäglichen Debattenkultur. Zunächst bemängelt sie, dass – wie üblich – zweierlei Maß angelegt werde:

Anders als bei Tellkamp gab es kein Scherbengericht über den Kritiker Collier, weder in den Medien noch von der Bundesregierung.

Sodann schreibt John den Kritikern bis hin zu den politischen Parteien ins Stammbuch:

Da könnte Tellkamp neidisch werden, es sei denn, seine Dichter-, Denker- und Autorenkollegen, darunter auch Durs Grünbein, denken auch über eine andere Strategie nach, statt bei ihrer Empörungspose zu bleiben.

Könnten sie nicht die Gelegenheit nutzen, um endlich belesen und zivilisiert über die deutsche Flüchtlingspolitik öffentlich zu debattieren, speziell mit kritischen, meinungsfreudigen Autoren und Journalisten, Experten eingeschlossen?

SPD und CDU haben im Wahlkampf dazu geschwiegen. Deutschland mit seinen offenen Grenzen wird zahlenmäßig weltweit die Nummer eins bleiben bei Aufnahme und Versorgung von Asylbewerbern.

Zeichen von politischer Schwäche, Unsicherheit und Ignoranz

Barbara John schließt ihre nur zu berechtigte Wutrede:

Ob und wie das gehen soll, geht alle an. Einer kritischen öffentlichen Debatte bewusst auszuweichen, wäre ein Zeichen von politischer Schwäche, Unsicherheit und Ignoranz.

Links

[1] https://www.welt.de/wirtschaft/article151603912/Ist-Merkel-schuld-an-Fluechtlingskrise-Wer-sonst.html (29.01.2016)

[2] https://www.youtube.com/watch?v=w-bZoT0LgiY (Tellkamp/Grünbein, 08.03.2018)



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