Morgens um zwei stand das Schiff still. Ich war gerade kurz aufgewacht und stand auf dem Balkon. Der Lotze, der die AIDAnova durch die Schären führen sollte, wurde an Bord genommen. Als ich kurz nach sechs wieder aufwachte, sah ich, warum für die sichere Einfahrt in Norwegens Hauptstadt ein Kundiger nötig war. Wir mussten uns durch die Schären und Holme praktisch hindurchschlängeln. Wir landeten direkt an der Festung Akershus, die um 1300 errichtet wurde und der man ansah, dass sie erfolgreich den zahlreichen Belagerungen von Dänen und Schweden widerstanden hatte. Bis heute richtet sie ihre Kanonen auf die Ankömmlinge im Hafen, auch wenn sie inzwischen eher wie Dekoration aussehen.
Natürlich erklommen wir zuerst die Festung. Kaum oben begegneten wir einer Reihe hochdekorierter europäischer Generale und Admirale. Auch ein Vertreter des deutschen Heeres war dabei. Sie hatten, außer den Uniformen, kaum etwas militärisches an sich. Ihre zahlreichen Orden hatten sie nicht in tapferen Kämpfen gewonnen, sondern waren die sichtbaren Zeichen des Erklimmens der Karriereleiter. Beschützt wurden die Möchtegern-Krieger von mit MPs bewaffneten Soldaten, einer davon mit langem blondem Zopf. Ach ja, es war 8. Mai und auch in Norwegen wird der Tag des Kriegsendes mit einer Ehrung der Gefallenen begangen.
Von der Festung aus hat man einen atemberaubenden Blick auf Oslo, sofern er nicht vom Kollos der AIDAnova verstellt wurde. Oslo ist sicher eine der schönstgelegenen Hauptstädte der Welt. Verzaubert wird das Ganze von dem speziellen Nordlicht, das es nur in Skandinavien gibt. „Oslo – Ein Traum im Sonnenschein“ weiterlesen
