Dadaistischer Hass: Rainald Grebe macht den Böhmermann

Man dürfe sich von Kinderaugen nicht erpressen lassen. Als AfD-Politiker Alexander Gauland mit diesen Worten die Grenzschließung forderte, waren der Schock und die Empörung groß. Ihm fehle jedes menschliche Mitgefühl, wurde Gauland vorgeworfen. Seine eigene Tochter, Pfarrerin Dorothea Gauland, fand es „schrecklich, was er sagt“.

Ob sie es auch schrecklich fand, als der Komiker Jan Böhmermann den Wunsch eines seiner Mitarbeiter, die schwangere AfD-Chefin Frauke Petry  umzuboxen, mit den Worten kommentierte: „Wir dürfen uns von Schwangerenaugen nicht erpressen lassen“? Oder als jüngst ein anderer Komiker, der Liedermacher Rainald Grebe, Frauke Petry wünschte, von „linksradikalen Hebammen entbunden“ zu werden (hier bei Minute 5:42)?

Gaulands Grenzschließung wäre immerhin vom Recht gedeckt gewesen. Die Gewaltphantasien gegen eine Schwangere, mit denen die hach so lustige Intelligenzia kokettiert, wären es im Falle der Umsetzung nicht.

Nach Protesten beim Sender 3Sat, der Grebe den Petry-Hass durchgehen ließ, verbreitete der Liedermacher  eine kryptische Entschuldigung: „Liebes Netz, der Satz, ich wünsche, dass Frauke Petry von linksradikalen Hebammen entbunden wird, ist kein Aufruf zur Gewalt, sondern Teil einer dadaistischen Etüde. Mehr nicht. Frieden und Freundschaft allen dadadraussen! Rainald Grebe“

Der Sender schob noch die widersinnige und unglaubwürdige Erläuterung nach, dass Grebes „schräge Sprachbilder“ sicher oft „Spielraum für Interpretation“ lassen, Gewalt dabei aber „definitiv keine beabsichtigte Interpretationsmöglichkeit“ sei.

Natürlich rufen Künstler immer nur spielerisch zu Gewalt und Krieg auf. Das tun sie spätestens seit der Französischen Revolution. Wenn es dann dazu kommt, wollen sie mit den Folgen ihrer Dada-Spielereien nichts zu tun haben. Die Geschichte hat aber gezeigt, dass die geistige Verwahrlosung allen Gewalttaten voraus geht.