Staaten-Ranking: Springers WELT will den Elefanten im Raum nicht sehen

Deutschland ist im Staaten-Ranking um drei Plätze auf Rang 4 abgerutscht, nachdem es im letzten Jahr noch auf Rang 1 stand. „Einladendes Geschäftsumfeld“, „Bürgerrechte“ und „Lebensqualität“ heißen die Bereiche, in denen sich das Land verschlechtert hat. Dass dies in erster Linie auf Merkels Flüchtlingspolitik und ihre Folgen zurückzuführen ist, liegt nahe. Die Studienmacher selbst weisen darauf hin. Aber die Springerzeitung Welt schafft es, in ihrer Meldung über das Ranking den Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise komplett auszublenden.

Für das Staaten-Ranking wurden weltweit 21.000 Menschen befragt, die von den Studienmachern als „business leaders, informed elites and general citizens“ beschrieben werden. Zum schlechteren Abschneiden Deutschlands heißt es, „its open-door policy has become a heavy point of contention in the wake of crimes committed within the country’s borders recently.“ Auch für die linksliberale New York Times ist die Sache klar: „Germany, last year’s winner, slid to fourth in part because of a string of terrorist attacks and political tension over its decision to admit large numbers of refugees.“ Nur die Welt will den Elefanten im Raum nicht sehen. Sie meldet lediglich, dass es von den Studienmachern keine „qualifizierte Interpretationen“ für die Verschlechterung Deutschlands gebe.

Für die USA ging es ebenfalls um drei Plätze im Ranking nach unten. Auch dafür gab es keine „qualifizierten Interpretationen“ durch die Studienmacher. Sie hatten nur eine einfache Erklärung: Trump. Hier scheute sich die Welt allerdings nicht davor, dies auch zu erwähnen. Kanzlerin Merkel kann sich über soviel rücksichtsvolle Berichterstattung der Welt freuen, ihre Leser weniger.