Keine Freiheit durch Impfungen

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Von Gastautor Ramin Peymani

Gehören Sie zu den 52% der Bürger Deutschlands, die sich bereits komplett gegen SARS-CoV-2 haben impfen lassen? Ich respektiere Ihre Entscheidung. Ebenso akzeptiere ich allerdings, wenn sich jemand gegen eine Impfung entscheidet. Wer dies vor dem Hintergrund aller bekannten Fakten anders sieht, wer also Menschen dazu zwingen will, sich einem aus gutem Grund nicht existierenden Impfzwang zu unterwerfen, bewegt sich nahe am Totalitarismus. Tatsächlich stellt eine Corona-Infektion eine reale Gefahr für jene dar, die gesundheitlich stark vorbelastet sind oder sich aufgrund vorgerückten Alters mit einem anfälligen Immunsystem plagen. Offenbar verhindern die bisherigen Impfstoffe zum Glück regelmäßig schwere Verläufe und Todesfälle. Da kann die Abwägung von Risiko und Nutzen in dieser Gruppe sehr wohl für das Impfen sprechen. Bei allen anderen stellt sich aber die Frage, was sie sich vom „Pieks“ erhoffen. Hand aufs Herz: Haben auch Sie sich impfen lassen, um verlorene Freiheiten zurückbekommen? Ich bin sicher, ein Großteil der Geimpften würde diese Frage bejahen.

Dass es sich um unveräußerliche Grundrechte handelt, die man nach demokratischen Maßstäben gar nicht hätte wegnehmen dürfen, sei an dieser Stelle dahingestellt. Daneben gibt es eine sendungsbewusste Schar Geimpfter, die sich entweder einreden oder gar davon überzeugt sind, ihre Impfung schütze andere. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen argumentativ am schwierigsten zu erreichen sind. Altruisten bzw. jene, die vorgeben, welche zu sein, schießen seit 2015 wie Pilze aus dem Boden. Sie werden von polit-medialen Groupies als Helden gefeiert, weil Medien und Politik Gutmenschen so dringend für ihre Agenda brauchen, wie der Elektromotor das Kohlekraftwerk.
Der Begriff „Impfverweigerer“ suggeriert bewusst eine Pflicht, derer sich jemand zu entziehen versucht – das klassische Framing der Propaganda
Die Impfbereitschaft hat inzwischen weltweit stark abgenommen. Der Grund ist überall derselbe: Die Menschen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Impfstoffe. Unentschlossene stellen sich immer häufiger die Frage nach dem persönlichen Nutzen. Sie erleben, dass die Politik ihre Versprechen nicht einzulösen bereit ist: Impfen bedeutet eben nicht Freiheit. Zudem erscheinen immer mehr Studien, die belegen, dass die Zahl der Impfschäden durchaus bemerkenswert ist, oder bestätigen, dass sich auch Geimpfte noch infizieren und das Virus weitergeben können. Gerade Letzteres war ja für viele Jüngere das entscheidende Argument, weil sie durch ihre Impfung andere vor einer Ansteckung zu schützen glaubten. Hierzulande ist nur noch ein gutes Viertel aller bislang Ungeimpften zur Impfung bereit. Als Impfverweigerer werden jene 54% der nicht Geimpften tituliert, die auch künftig eine Corona-Impfung kategorisch ausschließen. Zu ihnen könnten sich viele Unentschlossene gesellen, die immerhin fast ein Fünftel der bisher nicht Geimpften ausmachen. Will man all diese Menschen fortlaufend mit Wort und Tat diskriminieren? Wir reden immerhin von zehn Millionen Erwachsenen und knapp 14 Millionen Minderjährigen. Für Letztere ist eine Impfung nicht nur unnötig, sondern gar kontraindiziert, folgt man dem Expertenurteil der Ständigen Impfkommission. Der Begriff „Impfverweigerer“ suggeriert bewusst eine Pflicht, derer sich jemand zu entziehen versucht – das klassische Framing der heiß gelaufenen Propagandamaschinen. Doch außer in Turkmenistan und Tadschikistan gibt es nirgends auf der Welt eine grundsätzliche Pflicht zur Corona-Impfung, nicht einmal in den bösartigsten Diktaturen. Da sollte Deutschland mit seiner Geschichte besser nicht den Anfang machen.
Corona ist die Eintrittspforte in eine neue Welt, in der sieben Jahrzehnte Freiheit in Europa unwiederbringlich der Vergangenheit angehören werden
Klar ist inzwischen: Die Politik wird nach der Bundestagswahl ihren Kurs verschärfen. Wer dann noch ungeimpft ist, muss mit einer erheblichen Benachteiligung rechnen. Auf die Gerichte wird viel Arbeit zukommen, wenn erst einmal Bürger zweiter Klasse geschaffen sind, die – trotz der belegten weiteren Ansteckungsfähigkeit Geimpfter – wegen ihrer Ablehnung teilweise oder ganz vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Die Verstöße gegen das Grundgesetz können aber noch so eindeutig sein – zu befürchten ist, dass die Politik über den Rechtsstaat siegen wird. Das ist die bedrückende Aussicht für die Zukunft, in der sich auch weiterhin so ziemlich jede düstere Prognose bewahrheiten dürfte, die zuvor empört ins Reich der Verschwörungstheorien verwiesen worden war. „Impfen macht frei“, schrieb neulich ein Internetnutzer in den Sozialen Netzwerken und sah sich daraufhin wegen Volksverhetzung mit der Strafverfolgung konfrontiert. Man muss aber gar nicht das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte bemühen, um vorherzusehen, dass nichts uns Bürger wieder frei machen wird. Corona ist die Eintrittspforte in eine neue Welt, in der sieben Jahrzehnte Freiheit in Europa und anderswo unwiederbringlich der Vergangenheit angehören werden, wenn wir uns weiter von Medien und Politik spalten lassen. Sollten sich nicht langsam diejenigen, die bisher Kritiker verteufelt haben, dankbar mit diesen solidarisieren? Sollten nicht die Verteidiger der verfassungsmäßig garantierten Grundrechte die eigentlichen Helden unserer Gesellschaft sein? Sollten wir unseren Kindern nicht eine lebenswertere Welt hinterlassen als einen Gesundheits-, Klima- und Ökoabsolutismus? Ich meine: Ja, das sollten wir!
Dieser Text erschien zuerst auf dem Blog des Autors



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