Republikflucht geglückt: Wie ich den Anticorona-Schutzwall überwand

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Bekanntlich wollte Kanzlerin Merkel „Himmel und Hölle in Bewegung setzen“, um zu verhindern, dass die Menschen, von denen Schaden abzuwenden sie bereits viermal bei ihrer Inthronisierung geschworen hat, einfach Republikflucht begehen, um den immer absurder werdenden Corona-Maßnahmen, zu entgehen, die trotz stetig sinkender Totenzahlen ergriffen werden, um die Schimäre, Deutschland sei fest im Griff der „schlimmsten“ Bedrohung seit den Zweiten Weltkrieg, aufrechtzuerhalten. Merkel, die Deutschland zum Sanierungsfall gemacht hat, in dem nichts mehr klappt, sobald der Staat die Hand im Spiel hat, will sich offenbar einen Abgang als tapfere Seuchenbezwingerin, oder „Wellenbrecherin“ verschaffen, was immer die Erfinder dieses Begriffs damit gemeint haben mögen.

Nachdem sie weder Himmel noch Hölle für ihre Zwecke einspannen konnte und ihr Vorhaben, das Reisen ganz zu verbieten an unserem noch bestehenden Grundgesetz gescheitert ist, ließ Merkel ihre willigen Helfer bei den Behörden von der Leine, die jede mögliche Schikane ins Werk setzten, um das Reisen wenigstens zu vermiesen. Dass die verordneten Maßnahmen noch irgendetwas mit Seuchenschutz zu tun hätten, wagt nicht einmal mehr die Regierung zu behaupten, also deklarierte sie das Ganze als „Vorsichtsmaßnahme“.

Wer Merkels eindrücklichem Appell, doch auf Reisen freiwillig zu verzichten partout nicht erhören wollte, hatte ein paar harte Tage vor sich.

Ich machte die Probe aufs Exempel. Teneriffa war das Ziel, das mir ein Familienmitglied, das schon seit dem 1. März dort weilt, ausgesucht hatte. Um auf die Insel gelassen zu werden, braucht man einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Das sollte kein Problem sein, denn Testzentren schießen in Deutschland gerade wie Pilze aus dem Boden. Also rief ich beim Kreisgesundheitsamt an, ließ mich mit der Teststelle verbinden und trug mein Anliegen vor. Einen PCR-Test könnte ich machen, aber es könnte bis zu drei Tage dauern, ehe das Ergebnis per Fax an das Testzentrum oder den Arzt übermittelt wird. Zusätzlich schwierig wäre es, selbst wenn das Ergebnis rechtzeitig käme, dass am Karfreitag zwar die Labore arbeiten, die Resultate aber in den unbesetzten Testzentren oder Arztpraxen landen würden. Die Dame wollte mit aber helfen und gab mir eine Telefonnummer in Jena, das fast zwei Fahrtsunden von meiner Kreisstadt entfernt liegt. Ich rief an, bekam ohne weiteres eine Termin und die Zusicherung, dass ich das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden aufs Handy bekommen würde. Allerdings zu einem stolzen Preis, 130 Euro, der doppelt so hoch war, wie der von den staatlichen Teststellen verlangte.

Eine Apothekerin, die mir ebenfalls helfen wollte, weil sie mich nicht in die Liste der Personen, die sich bei ihr testen lassen wollten, aufnehmen konnte, verwies mich an einen Arzt in der Stadt, der mit einem privaten Testlabor zusammenarbeitet. Das würde mir die Fahrt nach Jena ersparen. Ich ging zu ihn in die Sprechstunde, wurde sehr nett empfangen, aber auch hier wird noch per Fax gearbeitet und das Fax wäre am Karfreitag in seiner Praxis gelandet, wenn leider niemand da war, der es weiterleiten könnte. Das Ergebnis direkt an mich zu faxen, wäre nicht möglich.

Da ich von Berlin fliegen wollte, bot sich das Testzentrum in der Kulturbrauerei an. Hier hätte ich für knapp 80 Euro getestet werden können, man hätte mir auch kurzfristig eine Platz freigeräumt, aber ob das Ergebnis wegen Karfreitag noch geliefert werden könnte, sei nicht gewiß.

Auf dem Flughafen BER gibt es ebenfalls ein Testzentrum, aber, wie vom Pannenflughafen nicht anders zu erwarten, wurde hier schon auf der Internetseite mitgeteilt, dass es bei PCR-Tests bis zu drei Tagen dauern könnte, ehe ein Ergebnis vorliegt.

Also blieb von den insgesamt fünf Möglichkeiten, die ich ausprobiert hatte, nur Jena als einzige realistische Option übrig. Das lief dann auch ganz unkompliziert. Der Labormediziner hatte vor seinem Labor einen blauen Container aufstellen lassen, in dem drei Corona-Scouts sehr professionell den Abstrich durchführten und die benötigten Daten aufnahmen. Ich war eine Viertelstunde vor der vereinbarten Zeit erschienen, kam aber unverzüglich dran. Nach fünf Minuten war ich wieder draußen, mit der Anleitung für die Handy-App, mit der mir dann das Ergebnis mitgeteilt werden würde. Das kam zuverlässig am Karfreitag Nachmittag. Der für Spanien verlangte QR-Code war auch kein Problem.

Also konnte ich am Sonnabend abfliegen.

Die Fahrt zum BER war mit dem Express ab Gesundbrunnen erstaunlich kurz. Innerhalb von einer Dreiviertelstunde war ich dort. Schneller bin ich nie auf dem Flughafen Tegel gewesen, obwohl der viel näher an meiner Wohnung lag. Allerdings machte der BER einen eher verlassenen Eindruck. Auf dem Weg zum Abflug sah ich einen Spruch von Willy Brandt an der Wand, der ungefähr lautete: Was ich nach Frieden am meisten schätze? Freiheit! Ein großes Wort in der Corona-Krise, in der Freiheit wieder abgeschafft wurde.

Am Easy-Jet Schalter gab es ziemlich lange Schlangen. Aber es ging zügig voran. An Corona-Abstand war nicht zu denken. Als ich dran war, studierte die Mitarbeiterin sorgfältig meine Testbescheinigung und den QR-Code. Dann bekam ich eine Bordkarte und durfte mich zum Flugsteig begeben. Es war A38, der letzte in einer langen Reihe, vorbei an all den geschlossenen Läden und Imbissständen. Dabei war der Duty-free-Bereich offen gewesen. Die Logik hinter dieser Entscheidung kann nur sein, dass bei so geringem Passagieraufkommen sich das Öffnen nicht loht. Kaum war ich angelangt, kam 10 Minuten vor Gate-Schließung die Durchsage, dass es auf dem Flug nach Teneriffa keinen Bordservice gäbe, man solle sich Verpflegung auf dem Flughafen besorgen. Das war allerdings zeitlich nicht mehr möglich. Zum Glück hatte ich wenigstens eine Flasche Wasser gekauft und eine Tüte Nüsse bei mir. Das musste für die fünf Stunden Flug reichen.

Das Flugzeug war erstaunlich voll. Die Mittelsitze waren keineswegs leer, wie ich angenommen hatte. Zum Glück waren hinten drei Reihen frei geblieben, so dass ich noch einen Fensterplatz ergattern konnte.

Nach der Landung in Teneriffa Süd war ich erstaunt, dass nur der QR-Code kontrolliert wurde. Für den PCR-Test interessierte sich niemand, obwohl es hieß, er sei für die Einreise nach Spanien obligatorisch.

Wir waren 20 Minuten zu früh angekommen, also musste ich auf meine Abholung warten. Alle Cafés und Restaurants waren geschlossen – kein Kaffee oder Tee war zu kriegen.

Dafür herrscht hier Maskenzwang, auch auf der Straße.

Aber bevor ich das Gefühl entwickeln konnte, vom Regen in die Traufe gekommen zu sein, war ich schon auf dem Weg in mein Quartier.

Im Ort war alles geöffnet: Geschäfte, Restaurants und Cafés. Allerdings dürfen nur vier Personen an einem Tisch sitzen und der Abstand zum Nachbartisch muss anderthalb Meter betragen. Fast alle verfügbaren Tische waren besetzt. Ein so lange entbehrter Anblick, dass man fast das Gefühl hatte, etwas Verbotenes zu tun, indem man sich dazu setzte.

Dafür sind private Besuche in Spanien ganz verboten. Das ist auch logischer, als die deutsche Variante. Im privaten Bereich ist die Ansteckungsgefahr am höchsten. Man kann sich mit seinen Freunden oder der Verwandtschaft sicherer im öffentlichen Raum treffen. Und die Maskenpflicht auf der Straße wird vor allem von deutschen Touristen befolgt, weniger von den Spaniern, die ein entspannteres Verhältnis zu behördlichen Anordnungen zu haben scheinen.

Alles sieht normal aus, nichts deutet auf eine krisenhafte Situation hin.

Während ich mit Freunden aus Berlin beim Abendessen saß, erreichte uns die Nachricht, dass in Deutschland demnächst ein Total-Lockdown mit Ausgangssperre auch am Tag beschlossen werden soll. Nach über einem Jahr Corona-Krise hat die Politik nichts dazu gelernt, sondern verschärft die Maßnahmen, die sich bereits als unwirksam erwiesen haben. Kein Wunder, dass wir kein Heimweh entwickeln, denn das dicke Ende kommt am Schluss.

Ein Flugzeug nach Deutschland darf nur betreten, wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann. Es muss ein Einreiseformular ausgefüllt werden, wo man angeben muss, an welchem Ort man nach Ankunft die zehntägige Quarantäne absolvieren möchte. Als Gesunder! In manchen Bundesländern kann man die Quarantäne verkürzen, indem man sich nach fünf Tagen noch einmal testen lässt. Fällt der negativ aus, ist man erlöst. Die Gesundheitsämter werden benachrichtigt und sind angewiesen, die Quarantäne zu überwachen.

Der Anticorona-Schutzwall gilt aber nur für deutsche Staatsbürger. Wer als Asylbewerber an die deutsche Grenze kommt, muss weder einen negativen PCR-Test vorweisen, noch wird er in Quarantäne geschickt. Armes Deutschland!



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