Es gibt ihn noch, den fairen Journalismus

Veröffentlicht am

Seit die “Berliner Zeitung” vom Ehepaar Friedrich übernommen wurde, hat sich das Blatt erstaunlich gewandelt. Es kommen tatsächlich ganz unterschiedliche Stimmen zu Wort, von Thilo Sarrazin bis Annetta Kahane. Das dürfte inzwischen auf dem Medienmarkt einmalig sein. Deshalb habe ich dem Vorschlag, Anja Reich-Osang und Sabine Rennefanz ein Interview zu geben, zugestimmt. Von Anja Reich-Osang  war mir kurz vother ein erstaunlicher Artikel über den “Fall Diogo: Wie aus einem tragischen Unfall ein brutaler Neonazi-Mord wurde” aufgefallen. Reich hat es mit ihrer Kollegin Jenni Roth gewagt, sich der Mythenbildung über ein angebliches Neonazi-Verbrechen in der DDR entgegenzustellen.Von Sabine Rennefanz kannte ich ihr aufschlussreiches Buch “Eisenkinder” über die Irrungen und Wirrungen, sie nennt es “stille Wut”, der Wendegeneration. Ich ließ mich also auf das Wagnis ein

Das Ergebnis kann man hier nachlesen:https://www.berliner-zeitung.de/zeitenwende/vera-lengsfeld-ich-denke-anders-li.113121 

Kostprobe:

Und heute, wie geht es Ihnen, wo sehen Sie Ihre politische Heimat?

Ich brauche keine politische Heimat. Ich denke anders. Ich suche mir immer Verbündete für die Vorhaben, die ich wichtig finde. Nicht nur innerhalb der Partei, sondern auch parteiübergreifend. Dieses Parteisoldatentum ist nichts für mich, das hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind.

Wo sind wir denn heute Ihrer Meinung nach?

Ich zitiere mal Geert Mak, dessen Buch ich gerade lese, ein niederländischer Journalist und Linker. „Große Erwartungen“ heißt das Buch. Er analysiert, was seit 2010 in Europa schiefgegangen ist, ist sehr pessimistisch und sagt, dass die Entscheidungen immer nach Parteiräson oder durch Lobbyisten getroffen und dann durchgesetzt werden, ohne dass es die Grundlage dafür gibt. Er hat das anhand der EU sehr genau analysiert. Dass man zum Beispiel den Euro eingeführt hat, ohne eine gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik zu haben und meinte, wenn wir den Euro haben, wird sich alles schon ergeben. Es hat sich nicht ergeben.

Mehr hier: https://www.berliner-zeitung.de/zeitenwende/vera-lengsfeld-ich-denke-anders-li.113121

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Unabhängiger Journalismus ist zeitaufwendig

Dieser Blog ist ein Ein-Frau-Unternehmen. Wenn Sie meine Arbeit unterstützen wollen, haben Sie die Möglichkeit, mich mit einem Geldbetrag Ihrer Wahl zu unterstützen, so dass ich eine Recherchehilfe beschäftigen kann.
Bitte nutzen Sie dazu folgende Kontoverbindung:
Vera Lengsfeld
IBAN: DE55 3101 0833 3114 0722 20
Bic: SCFBDE33XXX

oder per PayPal:
Vera Lengsfeld unterstützen