Meisner (Tagesspiegel) gegen Antje Hermenau

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Matthias Meisner ist ein linker deutscher Journalist, der seit Jahren mit immer größerem Eifer über den Osten, insbesondere über Sachsen schreibt: Über Rechtspopulismus, Rechtsradikalismus und alles was Meisner dafür hält.
Dabei nehmen seine Berichte zunehmende obsessive Züge an: Insbesondere Frauen aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung scheint er auf dem Kieker zu haben. Der westlinke Mann scheint es nur schwer zu ertragen, dass gerade Frauen, die es schon zu DDR-Zeiten gewagt haben, gegen die Mächtigen aufzumucken, sich auch im heutigen Deutschland nicht den Mund verbieten lassen wollen: Sei es bei Kritik an der Zuwanderungspolitik, Kritik an der religiös überhöhten Energiewende, bezüglich blinder Flecken gegenüber der Antifamafia oder einseitiger Vergangenheitsbetrachtungen etc. pp.

Jetzt hat sich Matthias Meiser in seinem Eifer aber ein gehöriges Eigentor geschossen: Am 07. Mai schreibt er im Tagesspiegel ein ausführliches Stück über „Coronaspaziergänge“ in Sachsen. Prominent erwähnt wird ein „Coronaspaziergang“ am 22. April in Pirna. Der Artikel listet die Spieler und Stichworte, wie sie im Meisnerschen Universium gültig sind: Pegigda, „Widerstand 2020“, natürlich die AfD, aber auch Zitat Reichsbürger und Aktivisten aus dem Umfeld der rechtsterroristischen „Gruppe Freital“ – ein starkes, toxisches, journalistisches Gebräu. Aber irgendwie fehlt eine Zutat. Aber nein, da ist sie: „Am Rande der Proteste zeigte sich Antje Hermenau, inzwischen im rechtspopulistischen Milieu unterwegs, unter den Sympathisanten des Protests.“ – bezogen auf den „Coronaspaziergang“ in Pirna. So ist der Meisnersche Ostblick rund: Nur leider eine glatte Falschmeldung.

Was immer Matthias Meisner als Auslöser hatte: Antje Hermenau war nicht in Pirna und insbesondere zeigte sie sich nicht unter den Sympathisanten des Protestes. Für mich eine perfide, manipulative Falschbehauptung. Im Zusammenhang des Artikels bösartig und verleumderisch.

Jetzt wird sich der geneigte Leser vielleicht fragen, wie ein deutscher Journalist zu solch einer Behauptung kommt? Ich weiß es nicht, gebe diese Fragen aber an gerne an Matthias Meisner weiter:

Lieber Herr Meisner:

Waren Sie am 22. April in Pirna und haben eine weibliche Person „unter den Sympathisanten“ des „Coronaspaziergangs“ für Antje Hermenau gehalten und deshalb obigen Satz in ihren Text geschrieben?

Wenn nicht, war ein Kollege von Ihnen in Pirna und hatte den obigen Eindruck?

Wenn nicht, gab es eine andere glaubhafte Person, die sich an journalistischen Berufsethos halten muss und der Sie deshalb vertrauten, die am 22. April in Pirna war?

Wenn nicht, auf welcher Basis kamen sie zu obiger Behauptung?

Ist es wirklich denkbar, dass Sie im Tagesspiegel eine solche Behauptung aufstellen, ohne dass es jemand wirklich vor Ort war?

Und haben Sie, wenn Sie auf der Basis von was auch immer, berichten wollten, dass sich Antje Hermenau „unter den Sympathisanten“ des „Coronaspaziergangs“ am 22. April „gezeigt“ hätte, Antje Hermenau kontaktiert, um diese angebliche Beobachtung zu verifizieren?

Oder ist es tatsächlich so, dass Sie diese Behauptung aufgestellt haben, ohne den Schimmer eines glaubhaften Indiz zu haben und ohne irgendeine Bestätigung durch Antje Hermenau oder eine weitere Person?

Als wäre dieses Verhalten nicht journalistisch schon schlimm genug, kommt jetzt noch die Reaktion: Antje Hermenau, die den Artikel offenbar mit Verzögerung zur Kenntnis nimmt, schreibt auf Twitter, dass Sie nicht nur nicht am „unter den Sympathisanten“am Randes des „Coronaspaziergangs“ am 22. April in Pirna war, sondern dass sie schon längere Zeit überhaupt nicht in Pirna gewesen ist (Antje Hermenau ist Dresdnerin).

Wie reagiert unser linker Journalist? Gibt es ein Schimmer von Selbstkritik, etwas Einsicht, wie verheerend diese Art von denunziatorischer Kontaktschuld-Anklage ist?
Nicht wirklich: Matthias Meisner löscht den Satz und der Tagesspiegel schreibt als „Richtigstellung“:
„Dazu stellen wir richtig: Frau Hermenau war dort gar nicht.“ Die Redaktion.

Das bekannte Muster: Schuld und Verantwortung hat nicht etwa der eine Falschbehauptung verbreitende Journalist mit seiner vernichtenden Anschuldigung, sondern es läuft eher unter dem Motto: Pech gehabt. „Frau Hermenau war dort gar nicht.“ Keine Entschuldigiung. Es hätte ja sein können, trifft eh die Richtige, mit der richtigen Weltsicht kann man nichts Falsches schreiben, das machen immer nur die anderen.

Wie erbärmlich, Herr Meisner.

Hier Meisners Antwort auf meine Anfrage:

Sehr geehrte Frau Lengsfeld!

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihnen zu meiner Recherche und Informanten keine Auskünfte erteilen kann und als Journalist auch nicht darf. Bitte gehen Sie davon aus, dass der Tagesspiegel seiner journalistischen Sorgfaltspflicht nachgekommen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Meisner

Der Meisner-Artikel im Tagesspiegel inklusive Richtigstellung.
https://www.tagesspiegel.de/politik/proteste-in-sachsen-die-afd-als-lobby-der-coronaleugner/25810302.html



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