Corona-Krise – Shutdown in Deutschland und wie geht es weiter?

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Gastautorin Ines Hiller

Die in der letzten Woche in Deutschland ausgesprochenen Kontaktsperren scheinen zu funktionieren; die Innenstädte sind fast leer, die trotzige Ansammlung von mehr als zwei Jugendlichen findet nicht mehr statt. Die Supermärkte glänzen mit geleerten Regalen. Toilettenpapier wird gehamstert. Die Familien schotten sich ab und die Mitarbeiter in den noch funktionierenden Gewerken sind überlastet.

Die innerdeutschen Grenzen wie die zu Mecklenburg-Vorpommern sind geschlossen. Was an den deutschen Außengrenzen passiert weiß man nicht so genau. Und noch ist ungewiss, wie sich die SARS-CoV-2 Pandemie weiter entwickeln wird. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen sind trotz der im Bundestag beschlossenen Milliardenausschüttungen von finanziellen Hilfen nicht einschätzbar. Der bisher nahezu diskussionslose kollektive Shutdown gerät zunehmend in die Kritik.

Was also ist zu tun?

Hier einige Empfehlungen für den Bundesgesundheitsminister und das Robert Koch-Institut (RKI), die durch die verabschiedeten Gesetze zum Bevölkerungs- und Sozialschutz zu weitreichenden zentralen Maßnahmen ermächtigt sind:

1.

Eine gezielte Isolierung von Infektionsfällen muss die flächendeckende Kontaktsperre ablösen. Voraussetzung dafür ist eine großflächige, umfassende Corona-Virentestung der Bevölkerung mit Überwachung der dann herausgefilterten Cluster. So kann das Infektionsrisiko für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen heruntergefahren werden.

Siehe auch die Forderung der WHO (Weltgesundheits-organisatio) vom 23.März:

„Diagnostic testing for COVID-19 is critical to tracking the virus, understanding epidemiology, informing case management, and to suppressing transmission. WHO has updated the according to the 4Cs transmission scenarios. All technical guidance can be found ….“

(im Situation report – 63 coronavirus disese 2019 (COVID 19). Der österreichische Bundeskanzler hat sich in seiner Ansprache vom 23.3. dieser Forderung angeschlossen.

Z. B Südkorea, Island und Japan haben das bereits mit Erfolg durchgeführt.

2.

Die Bereitstellung mobiler oder vorübergehend fester Behandlungsstellen außerhalb von Arztpraxen und Krankenhäusern für erkrankte, aber nicht intensivbehandlungsbedürftige Patienten kann eine Überlastung der Intensivstationen verhindern.

3.

Eine zentrale Sofortbereitstellung von ausreichend PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ist dringend erforderlich. Dazu gehören z.B. FFP2 Masken (ggf. auch FFP3 Masken), Schutzanzüge gemäß EN 14126, virensichere Schutzhandschuhe für alle infrage kommenden sozialen Kontaktpersonen: Medizinisches Personal (auch Assistenzpersonal), ambulant und stationär, Betreuer in Gemeinschaftsunterkünften, Polizisten, Feuerwehr, Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr, Verkäufer/innen u.s.w.

Schutzmasken für die Gesamtbevölkerung, insbesondere für die vulnerablen Bevölkerungsgruppen über 70 Jahre sind zur Verfügung zu stellen.

Schnelle und nicht durch langwierige klinische Prüfungen verzögerte Bereitstellung von antiviralen oder anders wirksamen Medikamenten. Zum Beispiel ist das in Japan und China erfolgreich angewendeten Favipiravir (Handelsname Avigan der japanischen Firma Fujufil Toyoama Chemicals)in Verbindung (mit Interpheron alpha) zu empfehlen.

5.

Die Organisation und Durchführung dieser Maßnahmen liegen überwiegend in den Händen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Eine Zusammenarbeit mit den Sanitätsdiensten der Bundeswehr, ggf. mit dem THW, mit Veterinär-Laboren etc. ist dabei unbedingt zu empfehlen.

Ich danke Frau Dr. Gabriele Ellsäßer (medizinische Epidemiologin) und Frau Gabriele Czempiel (Fachapothekerin) für die Zusammenarbeit.



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