Change.org arbeitet wie eine Drückerkolonne

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Ein Freund von mir rief vor ein paar Tagen die Seite von change.org auf und landete bei einer Petition von Sokee Sook: „keine-rassistischen-frauenrechte-in-meinem-namen-no120db“.

Er las die Begründung für diese Petition, die sich gegen das Video der „Töchter Europas-120db“ richtete, verspürte aber keine Lust, dieser Petition beizutreten, deren Ziele er nicht teilen kann.

Wenig später erreichte ihn eine E-Mail von change.org, die begann:

“Michael, Ihre Unterschrift fehlt noch. Seit Sie die Petition angesehen haben, ist die Zahl der Unterstützerinnen auf 17.491 gestiegen. Unterschreiben Sie auch?”

Dazu mein Freund:

Ich hatte mir einfach nur die Webseite

https://www.change.org/p/keine-rassistischen-frauenrechte-in-meinem-namen-no120db

dieser change.org-Petition angesehen, aber natürlich nicht unterschrieben. Diesen Besuch ihrer Webseite muss change.org in irgendeiner Weise erfasst und in einem Dossier über mein Surf-Verhalten gespeichert haben. Prompt schickt mir change.org wenige Stunden später die unten angehängte E-Mail zu und bedrängt mich darin, diese Petition doch gefälligst noch zu unterzeichnen.

Ich finde diese Art von Verfolgung meiner Internet-Aktivitäten schon ziemlich beunruhigend. Zumal ich (bzw. eine Bekannte von mir) im vergangenen Jahr schon einmal ein ähnlich irritierendes Erlebnis mit dubiosen change.org-Praktiken hatte, was damals sogar zu einem formalen Vorgang bei der Bundesbeauftragten für Datenschutz gegen change.org geführt hat. Ich hätte größte Lust, auch den jetzigen Fall dort als Verstoß zu melden, obwohl das wahrscheinlich im Endeffekt nichts an den Ausforschungspraktiken von change.org ändern wird.

Weil Michael wieder nicht daran dachte, zu unterschreiben, wird er seitdem von change.org praktisch täglich immer wieder erneut dazu aufgefordert.
Bleibt abzuwarten, ob die nächste Aufforderung zur Unterschrift für den Fall der Nichtbefolgung mit einer Strafandrohung verbunden ist.