Der Untergang Europas

Das ist der etwas reißerische Titel eines kleinen, sehr lesenswerten Buches, das Beiträge des britischen Essayisten Anthony Daniels, das er unter seinem Pseudonym Theodore Dalrymple veröffentlicht hat.

Natürlich wird Europa nicht untergehen, aber es ist dabei, sich in immer schnellerem Tempo bis zur Unkenntlichkeit zu verändern. Dalrymple beschreibt einen beklemmenden Prozess, der von der Mehrheit der Europäer eher unterbewusst wahrgenommen, als kritisch beobachtet wird.

Dalrymple, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Arzt und Psychologe ist, verarbeitet den reichen Erfahrungsschatz seiner Berufstätigkeit.

Als Arzt in sozialen Problemvierteln konnte er beobachten, wie der Sozialstaat in England Menschen systematisch zur Verantwortungslosigkeit verleitet, weil die Menschen vor den materiellen Folgen ihres Tuns bewahrt werden. „Der Untergang Europas“ weiterlesen

Praktiken der alltäglichen Denunziation

Als die DDR unterging, wurde die Staatsicherheit zum Symbol der Unterdrückung. Es gab eine breite, zum Teil von Sensationsgier dominierte, Debatte über die Inoffiziellen Mitarbeiter des Geheimdienstes. Die Führungsoffiziere und ihre Zersetzungspläne, die systematisch das Zerstören von Familien, Freundschaften, Berufskarrieren planten und durchführen ließen, blieben sehr am Rande der öffentlichen Wahrnehmung.

Eine der Reaktionen, die mich am meisten nervten, war das Bekenntnis von Westdeutschen, dass sie nicht wüssten, ob sie nicht auch IM geworden wären, wenn man sie dazu aufgefordert hätte. Das waren noch Zeiten, als die Aufforderung, seine Mitmenschen zu denunzieren, im Geheimen unter vier Augen passierte! Mit dem Ende des Stalinismus kamen öffentliche Denunziationen im Sozialismus aus der Mode. In meinen schlimmsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können, dass die stalinistische öffentliche Aufforderung zur Denunziation in einer demokratischen Gesellschaft fröhliche Urständ feiern könnte. „Praktiken der alltäglichen Denunziation“ weiterlesen

Anetta und die Säue

„Es gibt kein Recht auf Hassreden“ lässt die Oberhasserin Anetta Kahane in einer Kolumne der FR verlauten. Das ist der Beginn einer Philippika gegen die Meinungsfreiheit, die ein Ausbruch unstillbaren Hasses gegen alle Andersdenkenden ist. Der Stil erinnert an die stalinistischen Hetzartikel der fünfziger Jahre unseligen Angedenkens.

„Öffentlich hassen zu dürfen, als gäbe es kein Morgen. Alles sagen zu können, einfach alles. Das, so liest man in diesen Tagen, bedeutet Freiheit.“

Wo, bitte, liest man so etwas? Wer außerhalb der linksextremistischen Blogs wie Indymedia und ihren rechtsextremistischen Pendants fabriziert Hassparolen am laufenden Band? „Anetta und die Säue“ weiterlesen

Armer Thomas, braver Merkelianer bis zum Untergang 

Im Kanzleramt scheint helle Panik zu herrschen. Noch bevor die Wähler ihre Stimme in Mecklenburg-Vorpommern abgegeben haben, muss Thomas de Maizière schon erklären, warum die zu erwartende Niederlage der Kanzlerinnenpartei in ihrem Stammland nichts mit Merkel zu tun hat.

Keinen Zusammenhang zwischen Merkels Flüchtlingspolitik und AfD-Wahlerfolgen will der Bundesinnenminister sehen. Eine heile Welt habe es früher auch nicht gegeben.

Was will uns Thomas denn damit sagen? Was hat die verfehlte „Flüchtlingspolitik“ mit irgend einer „heilen Welt“ zu tun? Richtig. Nichts.

Es geht nur darum vom bevorstehenden absoluten Desaster abzulenken, für das Merkel wieder keine Verantwortung übernehmen will.  „Armer Thomas, braver Merkelianer bis zum Untergang “ weiterlesen

Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung?

Die Wahl in Meckpom steht unmittelbar bevor, die in Berlin folgt in vierzehn Tagen. Da sich abzeichnet, dass die Merkel-CDU im Stammland der Kanzlerin ein desaströses Ergebnis einfahren und sogar auf dem dritten Platz landen könnte, ist die Kanzlerin noch einmal aktiv geworden.

Dabei griff sie ganz tief in die Trickkiste. Am vergangenen Donnerstag behauptete sie in einer nichtöffentlichen Sitzung der Unionsfraktion, dass Deutschland in diesem Jahr nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen wird wie 2015. So etwas werde es nicht noch einmal geben. Das könnten die Abgeordneten „den Menschen“ sagen. Dies berichtet die Welt unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung des Fraktionsvorstandes von CDU und CSU in Berlin. „Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung?“ weiterlesen

Merkel-Deutschland- Ein Selbstbedienungsladen

Nun steht die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar bevor und die Kreml-Astrologen haben Hochkonjunktur. Die am heißesten diskutierten Fragen sind, ob die CDU nach der AfD ins Ziel geht und wie die Stimmverteilung im Wahlkreis der Kanzlerin aussehen wird. Da gab es in der Vergangenheit CSU- Mehrheiten für die CDU-Parteivorsitzende.

Spätestens seit die ersten „Merkel-muss weg“-Rufer in Stralsund, Merkelhochburg seit 1990, als der CDU-Kreisverband der Stadt Merkel zu ihrem Bundestagsmandat verholfen hat, aufgetaucht sind, drang die Nachricht ins Kanzlerinnenamt, dass es auch hier dramatische Stimmenverluste geben könnte.

Dem musste vorgebeugt werden. Da Merkel nichts anderes denken kann, als alle möglichen Probleme mit Geld lösen zu wollen, gab es einen tiefen Griff in die Staatskasse. „Merkel-Deutschland- Ein Selbstbedienungsladen“ weiterlesen

Was die Tagesschau warum berichtet- Eine Klarstellung

Manchmal haben Texte Wirkung. Nicht immer meldet sich aber gleich ein Intendant:

Sehr geehrte Frau Lengsfeld,

zu dem Eintrag auf Ihrer Internetseite möchte ich Folgendes festhalten:

Das Zitat auf der Internetseite pi-news.net unter der Überschrift „Tagesschau: Keine Berichte mehr über Bluttaten“ stammt nicht von mir, sondern aus einer Antwort des Publikumsservice ARD-aktuell auf die Frage, warum die „Tagesschau“ nicht über die Evakuierung des „Weser Parks“ in Bremen am 27. Juli 2016 berichtet habe.

Ich habe mir die Antwort des Publikumsservice, die ich bis dahin nicht kannte, daraufhin angesehen. Sie ist missverständlich und entspricht weder meiner Auffassung noch der journalistischen Praxis im NDR. Selbstverständlich berichtet die „Tagesschau“ angemessen und ausgewogen über alle relevanten aktuellen Ereignisse. Auf meine Bitte hin erfolgte eine nochmalige Prüfung der Antwort und eine Klarstellung durch die Redaktion. Die Stellungnahme von ARD-aktuell füge ich Ihnen bei.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Marmor

Intendant des Norddeutschen Rundfunks „Was die Tagesschau warum berichtet- Eine Klarstellung“ weiterlesen

Preußens Glanz in der Lüneburger Heide

Bei einem Kneipenbesuch in Soltau hörte ich zum ersten Mal von Iserhatsche. Nein, noch nicht den Namen, oder was sich wirklich dahinter verbirgt. Mein Gesprächspartner sagte etwas, von einem total verrückten Ort mit tausenden Bierflaschen, Streichholzschachteln und Leichenkarren. Ich müsste das unbedingt sehen. Zwei Tage später rief mich ein Freund aus Hamburg an. Ich machte mich gerade fertig, um in der Nähe von Bispinigen den Söhlbruch zu besuchen, einen feuchten Erlenbruchwald unter Naturschutz. Da könnte ich doch in Bispingen in der Nöllestraße 40 vorbeischauen, es wäre absolut überraschend, was ich da zu sehen bekäme. Als ich im Internet las, es handele sich um einen Landschaftspark, war mein Interesse endgültig geweckt.

Schon beim Ankommen wurde mir klar, dass es viel mehr war. Es ist ein Gesamtkunstwerk, der verwirklichte Traum eines Mannes, dessen Lebensmaxime es ist, dass Träume nur taugen, wenn sie umgesetzt werden. „Preußens Glanz in der Lüneburger Heide“ weiterlesen

Was die „Tagesschau“ warum verschweigt

Warum die „Tagesschau“ die  Evakuierung eines Bremer Einkaufszentrum aufgrund einer terroristischen Gefährdungslage verschweigt, wollte ein Bürger aus Bremen von der Redaktion wissen. Er schrieb deshalb folgende E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 27.7.2016 wurde aufgrund einer angenommenen terroristischen Gefährdungslage ein großes Einkaufszentrum “Weser Park” in Bremen evakuiert. „Was die „Tagesschau“ warum verschweigt“ weiterlesen

 Maas und die Deutschlandhasser

Es gab mal eine Zeit in Deutschland, da kritisierten die Medien mit großem Eifer die Regierung und legten strengste Maßstäbe an, was sich ein Regierungsmitglied erlauben darf und was mit sofortigem Amtsverlust bestraft werden muss. Das habe ich selbst noch miterlebt.

Am 3. Januar 1993 trat Wirtschaftsminister und Vizekanzler Jürgen W. Möllemann mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Wirtschaftsminister und auch als Vizekanzler zurück.

Was war geschehen? „ Maas und die Deutschlandhasser“ weiterlesen