Warum stoppt keiner diese Gesinnungstäter?

Gestern Nachmittag vor dem Maxim- Gorki- Theater. Vor dem improvisierten Käfig mit „libyschen Tigern“, den gefährlichsten Bestien unter ihren Artgenossen, wie ein Zettel aufklärt, steht eine Gruppe von Stadtbesichtigern per Fahrrad. Bezahlt das so genannte „Zentrum für politische Schönheit“, das genauer Zentrum für fanatische Blödheit heißen sollte, jetzt Stadtführer , damit sie ihre Gäste zum Käfig führen? Trotz der marktschreierischen Werbung, die demnächst die Fütterung der Tiger mit lebenden „Flüchtlingen“ verspricht, wäre ohne die Touristen die Leere gähnend gewesen, denn außer mir und einer Oma mit Enkel war niemand da. Die Oma, wie ich feststellen konnte, war nur gekommen, weil sie hier ihrem Enkel Tiger zeigen wollte, ohne das Eintrittsgeld für den Zoo bezahlen zu müssen. Der Gladiator, der anfangs noch den Käfig beigefügt gewesen sein soll, war nicht zu sehen.Die Tiger auch nicht. Sie hielten ihr Mittagsschläfchen im hinteren Teil des Käfigs. Die Omi musste enttäuscht abziehen, die Radfahrer taten es ihr nach. Ob einer von ihnen wahrgenommen hat, was als Beschallung auf sie niederrieselte, war nicht festzustellen. „Warum stoppt keiner diese Gesinnungstäter?“ weiterlesen

Tallinn- Luxuswohnen im KGB- Haus

Tallinn, die schönste Stadt an der Ostsee ist im Sommer hoffnungslos überlaufen. Besonders wenn Kreuzfahrtschiffe ankern, ist von den vielen Sehenswürdigkeiten kaum etwas zu erkennen. Beschauliches Schlendern und Beobachten fällt aus. Hat man einen der begehrten Aussichtsplätze auf dem Domberg endlich erobert und will sich am Blick auf die Altstadt erfreuen, drängen so viele kampferprobte Touristen nach, dass man seinen Posten bald wieder aufgibt. Erst am Abend wird es ruhiger und unter den vielen Besuchern sind einige Einheimische zu erkennen. Die Jugend trifft sich unter dem Freiheitsdenkmal, das an die erste Unabhängigkeit Estlands erinnert, die nach dem Ersten Weltkrieg errungen wurde.

Dem Denkmal schließt sich ein Hangpark mit uralten Linden an, der zum ältesten Turm der Tallinner Stadtbefestigung hinaufführt. Eine Treppe, geschmückt mit schmiedeeisernen Vasen erinnert an den Bürgermeister, der sie anlegen ließ. Ist man am Turm „Kieck in de Köck“, wird man daran erinnert, wie sehr die Balkendeutschen die Region geprägt haben. Man findet überall in der Stadt deutsche Inschriften.  „Tallinn- Luxuswohnen im KGB- Haus“ weiterlesen

Der Henker von Riga

Der Henker von Riga war ein romantischer Mann. Immer, wenn er seines Amtes walten, einen Adeligen auf dem Marktplatz einen Kopf kürzer machen oder einen armen Sünder vor den Toren der Stadt hängen musste, stellte er eine rote Rose in sein Fenster und alle Rigaer wussten, was bevorstand. Man konnte der Hinrichtung zusehen, oder nicht.

Der Henker wohnte über dem Schwedentor, ein Durchbruch durch ein Haus, den die Schweden machten, um nach der Eroberung Rigas schneller in die Stadt zu gelangen. Wegen der Grausamkeit der Eroberer war es den Lettinnen streng untersagt, Beziehungen zu schwedischen Soldaten zu unterhalten. Ein Mädchen verliebte sich dennoch in einen Schweden. „Der Henker von Riga“ weiterlesen

Flüchtlinge dürfen sich nicht fressen lassen!

Diese Überschrift der MoPo zeigt, dass unsere Meinungsmacher endgültig nicht mehr ernst zu nehmen sind. Die MoPo stellt tatsächlich die Frage, wie sehr Kunst provozieren darf. Was sich wirklich abspielen soll, ein Selbstmordattentat  zur Erpressung des Rechtsstaates, wird mit keinem Wort erwähnt. Nur durch solche Berichterstattung, die einer Gehirnwäsche gleichkommt, ist es den linksterroristischen Gesinnungstätern vom Zentrum für fanatische Blödheit möglich, ihre Aktionen öffentlich zu inszenieren. „Flüchtlinge dürfen sich nicht fressen lassen!“ weiterlesen

Das angekündigte Selbstmordattentat auf den Rechtsstaat

Das berüchtigte Zentrum für fanatische Blödheit, das sich selbst als „politische Schönheit“ tituliert, ist wieder in Aktion. Hat es in der Vergangenheit schon bewiesen, dass es über Leichen geht und ist dafür von einer willigen Presse auch noch gefeiert worden, wollen die „Künstler“ nun den Beweis antreten, dass sie kein Menschenopfer scheuen, um mediale Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ging es bei der letzten „Kunstaktion“ noch darum, eine Leiche zu exhumieren, durch halb Europa zu karren, um sie in Deutschland zu verbuddeln, soll es jetzt mitten in Berlin vor den Augen aller möglichen Schaulustigen und vor nichts mehr zurückschreckenden Medienleuten eine Leiche produziert werden. Die Tiger, die am Montag eine syrische Schauspielerin, die angeblich nichts mehr zu verlieren hat, zerreißen sollen, werden schon zur Schau gestellt.  „Das angekündigte Selbstmordattentat auf den Rechtsstaat“ weiterlesen

Litauen und seine allzu lebendige Vergangenheit

Litauen hat eine der eigentümlichsten Staatsgeschichten Europas. Es wird meist nur als einer der drei kleinen baltischen Staaten wahrgenommen, wobei den Europäern kaum bewusst ist, dass Litauen, Lettland und Estland eine ganz verschiedene Vergangenheit haben.

Vilnius war lange Zeit die Hauptstadt des Großfürstentums Litauen, eines riesigen Agglomerates aus zwei Sprachregionen, dessen zweite Hauptstadt Krakau war. Das Litauische gehört wie das Lettische, zur baltischen Sprachgruppe und ist so alt, das es noch Teile aus dem Sanskrit beinhaltet.Der diese Sprache sprechende Stamm herrschte über eine slawische Bevölkerung, aus deren Dialekten das Weißrussische und das Ukrainische hervorgingen. Die Ukraine war ab Beginn des letzten Jahrtausends für viele Jahrhunderte zum großen Teil litauisch. Heute fahren viele Litauer gern in die Ukraine, um die Überreste litauischer Burgen zu besichtigen. „Litauen und seine allzu lebendige Vergangenheit“ weiterlesen

Der ehrenwerte Herr Gysi

Nein, ich hatte nicht mehr vor, über die Causa Gysi noch ein einziges Wort zu verlieren. Es fehlt erkennbar der Wille in Politik und Medien, den smarten Anwalt als das zu erkennen, was er war: Ein Mann, der im Sinne der Stasi- Maßnahmepläne berichtete und handelte, wie immer es dazu gekommen sein möge und als letzter SED- Vorsitzender für das Verschieben von geschätzten 24 Milliarden DDR- Vermögen politisch maßgeblich verantwortlich ist. Zu Beidem gab es einen Bundestagsuntersuchungsausschuss.

Der Immunitätsauschuss des Deutschen Bundestages stellte 1994 nach Sichtung aller damals zugänglicher Stasiakten, die mit Gysi in Verbindung gebracht wurden, fest, dass die Mitarbeit des Abgeordneten Gysi für die Staatssicherheit erwiesen sei.  „Der ehrenwerte Herr Gysi“ weiterlesen

Die Abschaffung der Wirklichkeit

Thilo Sarrazin hat sich mit seinem neuen Buch „Wunschdenken- Europa, Währung, Bildung, Einwanderung – warum Politik so häufig scheitert“ endgültig als einer der letzten Denker, die dieses Land noch hat, profiliert. Wie man nach Lesen des sperrigen Titels schon ahnen kann, handelt es sich mindestens um drei Bücher in einem. Das erschwert die Lektüre und sorgt für Redundanz im zweiten Teil. Dafür liefert Sarrazin mit seiner berühmten Gründlichkeit für seine Darlegungen Zahlen und Fakten. Hier werden keine unbewiesenen Behauptungen in den Raum gestellt, es wird dem Wunschdenken mit der Realität auf den Leib gerückt. Sarrazin zerpflückt die gegenwärtigen politischen Utopien, weist nach, dass sie einander widersprechen und folgert:

„Wenn die politischen Eliten dann noch den widersprüchlichen Utopien gleichzeitig Geltung verschaffen wollen, kann unvermutet die Abschaffung der Wirklichkeit auf der politischen Tagesordnung stehen.“

Unser Bauchgefühl hat uns das längst signalisiert, Sarrazin liefert die traurigen Beweise. „Die Abschaffung der Wirklichkeit“ weiterlesen

In den Ländern des Heimatkrieges: Mostar

 

Sollten wir geglaubt haben, dass die bisher im ehemaligen Jugoslawien erlebten Absurditäten kaum zu übertreffen sind, wurden wir im weltberühmten Mostar, dessen Alte Brücke und Altstadt zum Weltkulturerbe gehören, eines Besseren belehrt. Mostar ist eine geteilte Stadt. Die Mauer, die den kroatischen Teil vom bosnischen trennt, ist nach Aussage unseres Stadtführers undurchlässiger als die Berliner Mauer. Sie verläuft in der Mitte des Bulevar, der Hauptstraße der Stadt und ist unsichtbar. Bewohner der Stadt gehen nicht von der bosnischen Seite zur kroatischen und umgekehrt. Die Alte Brücke, die beide Teile verbindet, wurde von vielen jungen Menschen, die nach dem Krieg geboren wurden, noch nie überquert. Wer auf die andere Seite geht, ohne einen zwingenden Grund zu haben, gilt als Verräter. „In den Ländern des Heimatkrieges: Mostar“ weiterlesen

In den Ländern des Heimatkrieges: Sarajevo

Als wir Sarajevo erreichten, ging gerade die Sonne unter. Die Stadt wirkte wie von Blut übergossen. Wir kamen aus den Bergen des Dinarischen Gebirges, die während des Krieges von den Serben besetzt waren. Hier standen die Geschütze, mit denen die Stadt über 1425 Tage beschossen wurde, mit durchschnittlich 320 Treffern. Am 22. Juli 1993 waren es sogar 3777. Die Belagerung dauerte länger als die von Leningrad im Zweiten Weltkrieg. Europa schaute drei endlos lange Jahre an den Bildschirmen zu.  „In den Ländern des Heimatkrieges: Sarajevo“ weiterlesen