Frühjahrsoffensiven gegen Fake News

Das Recherchebüro Correctiv kann ab Mitte April mit fünf Faktencheckern offensiv gegen Fake News bei Facebook vorgehen. Das Geld dafür bekommt Correctiv von der George Soros Open Society Foundation. Die Faktenchecker sollen Facebook-Beiträge überprüfen, die von Nutzern als zweifelhaft markiert wurden und sich schnell verbreiten. Senkt sich der Checker-Daumen, werden diese Beiträge mit Warnhinweisen versehen. In den USA arbeitet Facebook bereits mit mehreren Partnern und es werden auch schon Warnhinweise angezeigt. In Deutschland ist Correctiv bislang der einzige Facebook-Partner für die Abteilung Check and Warn.

Drei von fünf Faktencheckern sind bereits eingestellt. Es handelt sich um Karolin Schwarz, Pauline Schinkels und Jacques Pezet. Es ist teilweise nicht ganz klar, was die drei für den Job qualifiziert. Jacques Pezet kommt vom linksliberalen französischen Blatt Libération. Karolin Schwarz twittert als „Institut für angewandte Sachsenkritik“ ein ganzes Volk an den Pranger und hat sich Verdienste mit einer Hoaxmap erworben, auf der sie Gerüchte um Flüchtlingsuntaten widerlegt. Den dreien steht auf jeden Fall eine schwere Zeit bevor, denn oft ist es gar nicht so einfach, echten Fake von bloßer Meinungsäußerung zu unterscheiden. Pauline Schinkels hat sich vorab schon einmal abgesichert und im Spiegel für eine „Kultur des Scheiterns“ plädiert.

Auch bei der Tagesschau geht man auf Fake-News-Jagd. Eine Truppe unter der Leitung des Rechtsextremismus-Experten Patrick Gensing soll „nach Lügen auf bestimmten Websites, in Foren und Blogs suchen, die für Falschmeldungen bekannt sind und die Behauptungen prüfen.“ Man darf gespannt sein auf die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch eine geistige Bürgerwehr.